Cassini-Huygens – und ein Nilkrokodil

Als die ganze Welt damals den Atem anhielt, war ich immerhin längst Schüler. Ich saß im Kreise von verwandten Kindern im Schneidersitz auf dem Teppich und war umringt von den Eltern, die wie wir auch gebannt und schweigend auf den Fernseher starrten. Und dann schnarrte es aus dem TV: „Dies ist ein kleiner Schritt für mich und ein großer für die Menschheit.“. Der Mensch hatte tatsächlich den Mond betreten.

Die Faszination für die Raumfahrt hat mich nie wieder losgelassen.

Einige Jahre später starteten die Voyager-Missionen und eine von ihnen trug neben einer echt goldenen Schallplatte viele Informationen über uns Menschen und unsere interstellare Kontaktadresse mit sich. Wiederum einige Jahre später startete die Sonde „Cassini-Huygens“ mit dem Ziel Saturn.

Aber was immer der Mensch mit all seiner Technik versuchte, wohin immer er Raketen startete – der Himmel schwieg.

Heute morgen sah ich auf arte eine Dokumentation, die sich mit dem Nilkrokodil befasste. Ich habe die Heimat der Tiere bereist und auch einige von ihnen sowohl mumifiziert als auch lebendig gesehen. Seit Jahrtausenden gilt es als bösartig, verschlagen und grausam und in der Tat sind sie zumindest ausgewachsen furchteinflößend. Sechs Meter lang, unter Wasser bis zu 32 Kmh und an Land immerhin noch 12 Kmh schnell, eine halbe Tonne schwer und mit einer beinah undurchdringlichen Panzerung besetzt.

Voyager, die Sonde mit unserer goldenen Botschaft, schießt seit nunmehr vierzig Jahren durch das Weltall. Sie passierte bereits einige Planeten, Monde und zahllose andere Himmelskörper und soll nun, nachdem der letzte Funkkontakt abgebrochen ist, unser Sonnensystem verlassen. Die Sonde bildete zusammen mit Cassini-Huygens und der zwischenzeitlich ebenfalls abgewickelten New-Horizon-Mission Taschenlampenstrahlen eines Menschen, der sich plötzlich in einer gigantischen und absolut dunklen Höhle wiederfindet.

Wer mit einer Feluke hoch oben im ägyptischen Süden über den Nil fährt, der sucht unwillkürlich vier verräterische Höcker, die in bestimmter Anordnung nur knapp über die Wasseroberfläche ragen – es ist nie unmöglich, dabei erfolgreich zu sein. Man zieht unwillkürlich jeden Finger aus dem Wasser wenn man weiß, dass neuntausend hochfeine Druckrezeptoren an den gewaltigen Kiefern der Krokodile auf weite Entfernung jedes Wasserkräuseln „hören“. Wer einmal ein Krokodil beim mehrere Meter hohen Sprung aus dem Wasser beobachtet hat, fühlt sich dann in kleinen Booten nicht sicher.

Gestern schickte das Jet Propulsion Laboratory von der NASA ihre mehrere Milliarden Dollar teure Cassini-Sonde auf einen Selbstmordkurs; da ihr Brennstoff völlig verbraucht war und sie dennoch vierzig Kilo hochstrahlenden Plutoniums an Bord hatte, musste sie sicher entsorgt werden. Das Plutonium wäre stark genug, jede Welt entsetzlich zu vergiften und so sollte sie sicher auf Saturn verbrennen. Dort wurde das Plutonium beim Absturz verbrannt. Zuvor kreiste die Sonde viele Male um Saturn, seine Ringe und seine Monde. Neben den bekannten wurden viele neue entdeckt und die Monde Titan und Enceladus lieferten erstaunliche Bilder und wissenschaftliche Daten.

Die Rückenpanzerung eines Nilkrokodils ist nicht etwa einfach nur Hornmasse. Sie ist durchzogen von einer feinen Maserung von Kapillargefäßen; aufgetaucht wärmen sie das aus dem Körper aufsteigende Blut auf eine perfekte Temperatur von 32 Grad. Das ist exakt die benötigte Wärme, mit der das Krokodil seine Muskulatur perfekt ansprechen und in einen Angriff mit maximaler Kraft und Geschwindigkeit umwandeln kann. Das macht die Tiere so gefährlich; selbst wenn sie an Land das Bild träger, schläfriger Echsen abgeben, sind sie innerhalb eines Sekundenbruchteiles hochgeschnellt. Ihr Angriff ist buchstäblich unwiderstehlich: ihr hohes Gewicht entwickelt die Kraft einer vorschnellenden Abrissbirne, ihre Kieferkräfte zählen zu den höchsten im Tierreich, ihre Panzerung macht sie unempfindlich und sie können ihre Ohren und Augen im Moment des Zuschlagens mit Panzerung abdecken und ins Innere des Schädels zurückziehen.

Viele der Welten, die alle Apollos, beide Voyagers, Cassini-Huygens und New Horizon untersucht haben, wären zumindest theoretisch dazu in der Lage, Leben zu tragen und wiederum viele von diesen besitzen Aminosäuren, Wasser, Kohlenstoffe und viele andere Materialien mehr, aus denen Leben besteht. So mancher Wissenschaftler saß angesichts der neuen Datenfülle da und konnte nicht fassen, dass er alles Erdenkliche, Unerwartete, Verblüffende entdeckt hatte – aber nie Leben. Mittlerweile haben wir einen ganzen Fahzeugpark auf den Mars verfrachtet, der jahrhundertelang Furcht und freudige Erwartung unter uns Menschen genährt hatte, weil er so lebensfreudig erschien. Ja. Es gibt dort Wasser. Aber soviel Sand auch durch die Röhrchen unserer Maschinen rann und analysiert wurde, es fand sich nie Leben. Kein Fossil zeigte uns, dass es dort wenigstens mal welches dort gegeben haben könnte.

Noch nicht einmal eine ruhige, unbewegte Wasseroberfläche taugt als Indiz, dass kein Krokodil genau unter einem sein könnte. Sie schöpfen mit einem einzigen Atemzug genug Luft, um sich eine halbe Stunde lang unter voller Angriffsfähigkeit unter Wasser zu halten, während sie unablässig auf Beute lauern. Intinktiv koppeln sie beispielsweise die Lunge vom Blutkreislauf ab, um den im Blut gelösten Sauerstoff vollständig den Muskeln zur Verfügung stellen zu können. Im Bedarfsfall aktivieren sie gewaltige Muskelpakete in ihrem Schwanz und verwandeln sich zu einem Torpedo. Die Ring- und Längsmuskeln darin führen zur Maximierung der Geschwindigkeit eine exakt abgemessene Sinusbewegung aus.

Cassini hatte den mitgeführten Lander mit Namen Huygens auf dem Saturnmond Titan abgesetzt. Bei Temperaturen von minus 180 Grad waren dort auf Fotos Seen auszumachen und man vermutet, dass es sich dabei um Methan handelt, das sich bei diesen Temperaturen wie Wasser verhält. Ein anderer Saturnmond, Enceladus, scheint beinahe nur aus Eis zu bestehen und in Form von Geysiren stößt er gewaltige Mengen davon ins All. Aber sowohl Titan als auch Enceladus sind tote Welten.

Unser Mond ist auch tot.

Insgesamt sind wohl tausende von Teleskopen auf der ganzen Welt auf hunderttausend Ziele im Weltall gerichtet. Seit hrzehnten lauern sie; riesige Antennenschüsseln strahlen Radiobotschaften und Millionen von Spektralanalysen liegen uns vor. Aber da ist nichts. Da ist niemand. Alles ist tot. Unsere wildesten Träume und Ideen zerstieben wie Schnee vor der Sonne. Kein Verdacht erhärtet sich … alles ist tot. „Ätsch!“, scheint uns das Leben eine lange Nase zu drehen, „Ätsch! Ihr seid auf dem Holzweg. Hört tauf zu träumen!“. Gerade in den letzten Jahren häuften sich Entdeckungen von Planeten in einer habitablen Zone, die den Verdacht auf flüssige Wassermengen zulassen. Aber da zeigt sich uns kein Leben – und in einer Zone, die in erträglichen Entfernungen lägen und mit unserer Technik wenigstens theoretisch erreichbar wären, schon mal überhaupt nicht. Man kann fast die knirschenden Zähne oder das Weinen der Wissenschaftler sehen, die so unglaubliche Lebensmengen im All unterstellen wollen. Da ist ….. nichts.

Das Nilkrokodil aber lebt. Es ist ein optimiertes Lebensrezept und wirkt seit Millionen von Jahren. Milliarden hochspezialisierter Körperzellen stimmen das Lied derir Einzigartigkeit und des Erfolges an. Es pflügte schon durch Flüsse, Seen und Ozeane, als es noch keine Menschen gegeben hatte.

So faszinierend all diese Blecheimer auch sind, die das Optimale dessen darstellen, was Menschen nur mit ihrer Intelligenz vermögen – sie zeigen uns doch nur eines: alles ist tot. Die Erde ist es nicht.

Und wieder wird der Heilige Qur’an wahr, der uns an sovielen Stellen mit beinah verzweifeltem Unterton mahnt: „Dies alles sind Zeichen. Wollt ihr nicht verstehen?

Nein. Es steht nirgendwo im Qur’an, dass Allah außer uns nichts und niemanden erschaffen hat. Aber ich lerne an Cassini-Huygens, all den vielen anderen Blecheimern und dem Nilkrokodil, wie wertvoll Allahs Schöfpung ist. Wie bedeutsam und groß, wie unwiderstehlich, perfekt und wunderschön Er unser Zuhause geschaffen hat – und wie einzigartig das Leben ist.

Wir sind allein. Und sind es doch nicht.

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Wahlkampf – und „deutsche Kultur“

Nach der ersten Empörung wegen des gezielt von Gauland platzierten, verbalen „Ausrutschers“, der von der Entsorgung von Menschen sprach, hat längst die Relativierung und dadurch die Bestätigung Gaulands sozusagen durchs rhetorische Hintertürchen eingesetzt.

Gemeinschaftlich gefällt man sich nun in der Empörung über die Aussage von Frau Aydan Özoguz, sie könne kaum bis gar keine „deutsche Kultur“ im Land finden.

Und nun lässt „DIE ZEIT“ mit Theo Sommer einen Zuspitzer von rechts von der Kette, der so unglaublich viel Verletztheit über Özoguz‘ Worte erkennen lässt, dass dahinter das „Entsorgen“ von Menschen beinahe verschwindet.
Um sich genau diesem Verdacht zu entziehen, schreibt Sommer eilfertig zu Beginn:

„Es wäre schlimm genug gewesen, hätte der notorische Volksverhetzer Gauland gesagt: nach Anatolien entsorgen“. Aber er verstieg sich zu der Formulierung „in Anatolien entsorgen“. Man kann, ja muss das als Aufforderung zum Mord verstehen.“

Nach weniger als zwanzig Zeilen war damit die ultimativ abzufordernde „Empörung“ über Gauland abgefrühstückt. Sommer glaubt geliefert zu haben was notwendig war um notdürftig seine Sympathie für Gauland zu verbergen. Sehr notdürftig.
Denn er holt dann zu einem massiven Gegenschlag aus und bemüht, was immer in Schulbüchern, den Hirnen von Humanisten, einschlägigen Romanen und Werken deutscher Denker zu finden ist.

Zunächst und eingangs legt er den verbalen Stein des Özoguz’schen Anstoßes dar:

„Eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht zu identifizieren.“

… um dann direkt darauf zu antworten:

„“Schlicht“ mag die deutsche Kultur in der Tat nicht identifizierbar sein.“

Sommer selbst scheint überhaupt gar nicht klar zu sein, dass er erstens Özoguz damit bestätigt, denn bekanntermaßen ist ein guter Teil der deutschen Bevölkerung intellektuell sehr, sehr „schlicht“ ausgeformt.
Ein Land, dass sich darin gefällt, nationale Denkergrößen mit Kinofilmen zu ehren, die sich posthum am Intellekt rächen, der sie zu Schulzeiten von wesentlich wichtigeren Dingen wie Fußball und Bier abgehalten und gequält haben („Fuck ju, Göthe“)
Ein Land, deren Bürger es ganz unglaublich lästig finden, sich mit Themen befassen zu sollen, die nichts mit reinem Konsum und Parties zu tun haben und Verantwortung verlangen.
Ein solches Land wird sich die Frage stellen lassen müssen, was es denn in seinem täglichen Tun überhaupt noch als „Kultur“ definiert – und da ist das Ende jenseits von Schützenfest, Schweinehaxe und Oktoberfest im Alkoholdelirium, Fußball-Hooligans und Hartz-IV sehr, sehr schnell erreicht.
So schnell, dass sich die Bürger sogar empört dagegenstellen, wenn dieser Umstand von konservativen Politikern wie Jens Spahn aufgrund der anwachsenden Zahl von Anglizismen und deren Verballhornungen in der Alltagssprache beklagt wird.

„Viele große Geister haben sich an dem Thema abgearbeitet: Goethe und Schiller, Friedrich Nietzsche und Thomas Mann, Theodor Adorno und Karl Jaspers; zuletzt hat Dieter Borchmeyer im Frühjahr sein 1.055 Seiten dickes Werk Was ist deutsch? vorgelegt.“

Ja und?
Was hat das mit einer „deutschen Kultur“ zu tun, wenn sich intellektuelle Historiker um die Aufnahme des immensen, kulturellen (Dach-) Schadens in Deutschland bekümmern und beweinen, was alles nieder- und untergegangen ist? Wenn sich ein Borchmeyer weinend über die Trümmer dessen wirft, deren originalen Gedankengebäude von einem Schiller und Goethe von der Gegenwart spottend, hämisch und voller Genugtuung eingerissen worden sind – weil sie lästig waren?
Der Befund wäre kaum ein anderer, hätte Borchmeyer dreitausend statt tausend Seiten auf dies Thema verwandt.

„Aydan Özoguz beschränkt sich nicht auf die Frage, ob es eine deutsche Leitkultur gibt, geben soll oder geben darf. Vielmehr stellt sie in Frage, dass es überhaupt eine deutsche Kultur jenseits der Sprache gibt. Selbstverständlich gibt es sie – wie ja auch, was nicht zu leugnen ist, eine französische, britische oder englische Nationalkultur jenseits der Sprachen existiert. „

Das stereotype Beweinen der vorgeblich unpassenden Bemerkung von Özoguz beweist nicht die Falschheit ihrer Aussage. Das gebetsmühlenartige Verneinen und kritiklose Wiederholen der substanzlosen Behauptung, es gäbe in der Tat eine „deutsche Kultur“ ist eine bei politischen Strategen sehr beliebte Vorgehensweise: das ständige Wiederholen einer Lüge macht aus ihr Wahrheit. Auch, wenn diese Wahrheit nur für intellektuell Eingeschränkte taugt und existiert. Denn sie repräsentieren nun mal die Mehrheit. Und die Mehrheit findet es toll, „Kultur“ für sich in Anspruch zu nehmen und tut dies auch dann, wenn da tatsächlich gar keine Kultur ist. Es ist einfach ein schöner Schein, ein trendiges Outfit und macht eine satte Selbstzufriedenheit aufgrund eines Überlegenheitsgefühls, dass seinerseits vollkommen ohne jede Substanz ist.

„Kultur ist mehr als Sprache, mehr auch als politische Kultur, Verfassungspatriotismus also und Grundgesetztreue. Sie ist ein Mosaik aus der Literatur, der Musik, der Kunst und der Philosophie eines Landes, das seinen gesamten geistigen und ästhetischen Raum umfasst.“

Da habe ich einen Kloß im Hals, wenn ich sowas lese.
Wie lange hat Sommer an dieser Formulierung geschraubt, damit sie derart eindrucksvoll gelingen konnte? Stunden? Seine Worte sind Balsam, sie heilen uns, sie geben uns den verdienten Thron im Kreise vergeistigter Kulturträger auf dem Olymp der Kultur.
Sie sind natürlich vollkommen inhaltsleer – aber sie klingen soooo schön, dass einem die Tränen kommen.
„Fuck ju, Göthe!“, ruft der Deutsche grinsend und mit hochgerecktem Mittelfinger Sommer zu. „Scheiß auf Schiller, vergiss Kant und all die anderen!“ setzt er hinterher.
Sommer bemüht tote Hinterlassenschaften, die für Archäologen von Interesse sein könnten – es aber nicht für moderne Bürger sind. Zugeweht von Schalke, Nike, Mallorca, und zugeparkt von Mercedes, Porsche & Co.

Es gab mal eine Zeit, da ein Gegenüber im Gespräch verlegen flüsterte, dass er nicht sehr viel Goethe gelesen hätte und dass das sicherlich ein Fehler sei. Heute bricht ein Gegenüber in breites Lachen aus und gibt einem das Gefühl, als habe man soeben im Büro auf dem Tisch stehend in den Papierkorb gepinkelt, wenn man verlegen lächelnd bekennt, Goethe zu kennen. Es wirkt ja geradezu peinlich, sich für deutsche Kultur zu interessieren. Heute kommt man besser in der Mitte deutscher Bürger klar, wenn man die Titelzeile der tagesaktuellen „BILD“ kennt und Goethe verleugnet.
Dummheit ist hip, Blödheit ist trendy – von Kultur keine Spur, höchstens von „Kultur“.

„Identitäten wandeln sich. An diesem Wandlungsprozess haben auch die Zugewanderten Anteil. Das waren viele in unserer Geschichte.“

Sommer möchte das Thema wie ein Segel etwas in den rechten Wind drehen und faselt plötzlich von „Identitäten“. Die haben natürlich mit der Frage nach „deutscher Kultur“ nichts zu tun. andere „Identitäten“ tragen in ihrem Herzen eine andere Kultur mit in dieses Land und nur die wenigsten von ihnen sind annähernd so dumm wie jene, die mit der Kriegsfahne ihrer „Kultur“ in der Hand die schiere Anwesenheit anderer Lebens- und Denkrezepte in ihrer Mitte bekreischen.
Das Buch von Goethe, das still in seinem Regal in der Bücherei wartet, wird nicht von Migration bekämpft – und auch nicht von den Nachfahren seines Autoren gelesen. Die Identität anderer ist kein Grund für den Untergang bzw. beinahe vervollständigte Nichtexistenz „deutscher Kultur“ und auch nicht dafür verantwortlich, dass die Menschen dieses Landes ganz freiwillig von allen Optionen und auch Disziplinen ihrer eigenen Kultur zurückspringen und eine „Kultur“ als inhaltsleere Monstranz anbeten, die auf ihrem kopfinternen Altar steht. Sie ist schön, diese Monstranz; goldschimmernd von der Leistung ihrer Denker. Aber sie ist leer.

Sommer hat Gauland einen großen Gefallen getan – ich denke, das wissen beide und der rechtsradikale Politiker dürfte seinem Geistesfreund für den kameradschaftlichen Dienst sehr dankbar sein.

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Der Nahe Osten – Artikel in „DIE ZEIT“

Manchmal kratzt man sich am Kopf und muss sich fragen, ob man grad auf Mars weilt, drei Augen hat und den Planeten für eine Scheibe halten sollte.

Bei der Lektüre des Artikels (den ich hier verlinke) hinterließ mich dergestalt ratlos, dass ich vorübergehend befürchtete, nicht bei Sinnen zu sein.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-08/saudi-arabien-mekka-pilgerfahrt-hadsch

Der Grundtenor des Artikels beschreibt einen Besoffenen, der sich soeben auf einen Mann erbricht. Nachdem der Vorgang als solcher beendet ist, zeigt der Übeltäter auf sein Opfer und sagt: "Weißt Du, irgendwie siehst Du aus wie ’ne Sau. Und stinken tuste auch."

Aufhänger des Artikels und der Inhalt des ersten Satzes ist die jetzt stattfindende, alljährliche Hadsch, die rituelle Pilgerfahrt der Muslime.

"Damit fehlt allen diesen Ländern ein zentraler Antrieb für gesellschaftlichen Fortschritt, die Fähigkeit zu Selbstkritik und Selbstkorrektur, die Fähigkeit zu Transparenz und guter Regierungsführung."

Aus welchem Grunde hätten denn diese Qualitäten ausgebildet werden sollen?
Sämtliche arabische Nationen, die der Autor in seinem Artikel anspricht, sind samt und sonders künstliche Gebilde ohne Geschichte.
Die Geschichte, auf der theoretisch hätte aufgebaut werden können, wurde unter dem Terroristen Lawrence von Arabien, einem unbedeutenden, arabischen Nomadenstamm namens Saud und sehr bald auch von den USA unter Geschützdonner zerrieben. Kaum, dass Großbritannien zu Beginn des letzten Jahrhunderts den Terroristen Lawrence in die arabische Wüste entsandte, zerbröckelte unter den Kriegsanstrengungen der Welt jede Struktur, die bis dahin existiert hatte.
Der "kranke Mann am Bosporus", die heutige Türkei, das damalige Osmanische Reich hätte überleben können, wenn es sich nicht dem deutschen Kaiser angeschlossen hätte und in den Ersten Weltkrieg eingetreten wäre.

Öl.
Was sonst.

Großbritannien war die erste Macht, die dieser merk- wie fragwürdigen Nomadenfamilie Saud eine Krone aufgesetzt und sie als Königsfamilie anerkannt hatte. Gleich darauf formulierte man mit Bleistift auf einer großen Weltkarte gleich die dazugehörigen Landesgrenzen – sozusagen: frei nach Schnauze.
Man hat sich willen- und ahnungslose Operetten-"Herrschaftshäuser" geschaffen und die dazugehörigen "Nationen" und "Völker" gleich mitgeliefert. Diese Käfige schlossen sich bald um die Menschen.

"Stattdessen greift man in das unerschöpfliche Reservoir von Verschwörungstheorien, sucht Schuldige jenseits der eigenen Landesgrenzen im angeblich abgekarteten Spiel ausländischer Geheimdienste, bei den USA, Israel oder wer sonst so gerade zur Hand ist."

Natürlich.
Was würde wohl passieren, wenn man einem vierjährigen Jungen ein schnelles Auto und einen Revolver zum Spielen gibt, sich umdreht und sich nicht weiter dafür interessiert. Der Dreikäsehoch würde wohl kaum den Wagen sauber in die Garage setzen und anschließend den Revolver entladen, weil damit ja was Schlimmes passieren könnte.
Und so waren all den famosen, demokratischen Gewinnlern aus den Konzernetagen westlicher Industrien Fragen wie "Demokratisierung", "Ausbildung", "Freiheit" für die neu konstruierten Nationen nicht nur nicht wichtig – sondern geradezu gefährlich. Denn solange all diese komischen "Könige" ihren Reichtum genossen, brav alles Vorgelegte blind unterschrieben und Kritik, die hier und da aufmuckte, brutal niederwarfen, solange war die Welt in Ordnung und das Öl sprudelte.
Bis 1973.
Ich erinnere mich gut, sehr gut an die lustig leeren Autobahnen in der "Ölkrise" und das bodenlose Entsetzen der weltweiten Ölsäufer über die Vorstellung, dass man viel zuwenig Augenmerk darauf gelegt hatte, dass diese "Könige" bitteschön auch willenlos und dumm blieben!

Natürlich hatten sie sich intellektuell keinen Millimeter bewegt – wohl aber wirtschaftlich! Die OPEC war wachgeworden und zu kaufmännischem Verstand gekommen.

"Eine moderne Bürgergesellschaft, die Verantwortung einfordert, Willkür anprangert und ihre Despoten in die Schranken weist, dagegen existiert in praktisch keinem der 22 arabischen Staaten. "

Das ist ja beileibe nicht etwa eine plötzliche Entdeckung – das war schon immer das angepeilte Ziel! Eine "Bürgerschaft" kann nur durch Bildung existieren, Bildung aber hat einen entsetzlichen Nachteil: sie kann aufwecken. Also hat man auf mehreren Ebenen damit begonnen, die gesamte Region durch angezündete Konfliktherde soweit in Aufruhr zu setzen und zu halten, dass die Ölförderung prosperierte, die Bevölkerungen aber möglichst weiterhin in prekären Verhältnissen leben musste. Das gelang durch punktuell angezündete Kriege.
Und wäre ganz wesentlich erfolgreicher gewesen, wenn aus Persien nicht der Iran geworden wäre, der dem Weltmarkt urplötzlich wichtige Zugänge zu interessanten Energien und Rohstoffen vernagelt hätte.

Opposition gegen die Machtelite gilt als Majestätsbeleidigung und wird erbarmungslos geahndet. Bis in den letzten Winkel halten die absurd überdimensionierten Staatsapparate und Geheimdienste das öffentliche Leben in Schach und machen jeden mundtot oder auch richtig tot, der sich gegen diese fugendichte Machtmaschine auflehnt.

Huch! Was ist diese "Machtelite" aber böse!
Und jetzt sind wir direkt beim Erbrochenen – denn diese "Machtelite" wurde gezielt installiert. Ganze, bestehende Hegemonialstrukturen wurden durch einzelne Anschläge und großformatige Kriege zerstört und aufgebaut. Die US-Strippenzieher brachten damals ihr Buben- oder Meisterstück, in dem sie ihre Kreatur Saddam Hussein mit Satellitenfotos iranischer Kampfstellungen versorgten, damit der Iran besiegt werden konnte. Gut, das gelang zwar bekanntermaßen nicht, war aber von der Idee her für den Westen höchst interessant.

Damit sich auch wirklich keine wissende Kaste in Form eines Bürgertums herausbilden konnte, hat man den aggressivsten und gewissenlosesten Kräften z.B. mit Giftgaslieferungen fulminante Problemlösungen anhand gegeben. Das garantierte Gewalt, Unruhe, Destabilisierung und manövrierte den Westen in die höchst angenehme Position, mit Fingern auf die böse "Machtelite" zeigen und ihr genau die Gewissenlosigkeit vorwerfen zu können, derer man sich kurz zuvor auf wesentlich perfidere Weise schuldig gemacht hatte.

"Das Wohl des Ganzen gerät aus den Augen."

DAS nenne ich "Krokodilstränen"! Heute stellt man mit gespieltem Erschrecken weltöffentlich fest, dass die eigene Politik besonders erfolgreich war. Es tut den Konzern- und Regierungschefs gut, festzustellen, dass das Wohl des Ganzen keine Rolle spielt.

"Entsprechend heruntergekommen und zugemüllt sieht der öffentliche Raum in den arabischen Ländern aus – die Städte, die Dörfer, die Straßen, die öffentlichen Strände und die Felder."

Da sind wir beim zweiten Brocken Erbrochenes:
Jahrzehntelang fühlte man sich mit Hosni Mubarak sehr wohl. Es interessierte niemanden, was er genau in seinem Land trieb – und dass er tatsächlich eine Entsorgungsgebühr von seinen Bürgern erhob, aber defnitiv KEINE Entsorgung vornahm!
Mindestens einmal die Woche entledigen sich etliche, verzweifelte Gemeinden mit Eselskarren des Mülls, häufen ihn in der nahegelegenen Wüste auf und stecken ihn an. Mit der Folge, dass hunderte von Menschen mit schweren Vergiftungen und Atemwegsreizungen zu kämpfen haben.
Niemand muss glauben, dass sich Araber im Müll wohlfühlen. Wer sich einmal hat privat von einer durchschnittlichen Familie hat einladen lassen der weiß, dass man für gewöhnlich in einen blitzblanken, aufgeräumten und sauberen Haushalt eintritt. Das Abfallproblem verstehen so wie wir auch in Arabien ALLE als Gefahr. Es ist ihnen unsäglich peinlich und sie fürchten die daraus entstehenden Krankheiten.
Mich hat mein kairener Freund Yehia ganz absichtsvoll in Kairo an eine Straße geführt, die einen breiten Mittelstreifen besaß – und der lag auf einer Länge von nicht weniger als einem guten Kilometer ungefähr drei bis streckenweise vier Meter hoch voll mit stinkendem Müll. Alle Ägypter ZAHLEN für die Entsorgung – erhalten jedoch keine.

Dieses chronische Defizit an zivilem Geist bildet zugleich den Resonanzboden für die immer weiter steigende Zahl politischer und kriegerischer Konflikte.

Deshalb weiß ich nicht genau, ob ich lachen oder weinen soll, wenn ich einen derartigen Schwachsinn lese. Für mich versteht sich dieser Satz als wenn jemand sagen wollte: "Du, die Israelis wollen keine Christen bei sich weil sie fürchten, dass sie ihrer alten Leidenschaft für Christenblut neu verfallen, wenn sie ihre rituellen Brote backen!"

"Niemand weiß, wie diese Staaten in absehbarer Zeit wieder auf die Beine kommen sollen."

Ein semantischer Unfall.
Der Satz müsste wahrheitsgemäß lauten: "Niemand weiß, wie lange diese Staaten noch mit Geld und Waffen auf diesem Stand gehalten werden können."

"Kräfte dagegen, die das Blatt wenden und die nahöstliche Region in eine stabilere und kooperativere Zukunft lenken könnten, sind nicht in Sicht."

Hat der Autor hier erleichtert geseufzt, als er diesen Satz schrieb? Das wäre zumindest ehrlich gewesen. Denn soviel muss klar sein: niemand will eine "stabile, kooperative" Zukunft in diesen Ländern – denn das würde bedeuten, dass eine OPEC neu erstarken und über Förderquoten und Preisbildung in einem sensiblen Moment allen Ölsäufer-Staaten erhebliche Schmerzen zufügen könnte.
Die ganze Kriegsanzünderei wäre umsonst gewesen.
Nein – bevor unsere Industrien nicht technisch weitestgehendst auf das Öl verzichten können, muss es ungehindert fließen und man wird all diese Ölquellen weiterhin auf dem Konfliktweg offenhalten. Denn wer schießt, braucht Waffen. Die gibt es gegen gutes Geld und politisch-/militärischen Gehorsam. Wer in einem heißen Konflikt Waffen braucht, kann nicht lange verhandeln, keine Solidarität mit dem üben, gegen den man gerade Krieg führt und der selber Öl fördert und das gleiche Waffenversorgungsproblem hat.

Wäre das alles ein lässliches Brettspiel zum Amüsement, man müsste grinsen über die Perfektion und Perfidie dieser Politik!

Aber jetzt kommt der Fehlschluss:

"Der religiöse Sektor in der arabischen Welt jedoch teilt das Schicksal der übrigen Zivilgesellschaft: Er besitzt keine eigenständige, gestaltende Kraft. Religion und Glaube werden genauso für den Machterhalt instrumentalisiert wie das übrige öffentliche Leben."

So hätte es die industrielle Welt der Ölsäufer gern.
Allerdings übersieht man Entwicklungen ganz gern, die zugegebenermaßen momentan noch sehr überschaubar sind, aber mit jedem Tag mehr Popularität in der arabischen Welt gewinnt: der "Islamische Staat" mag gerade untergehen – tausende und abertausende Muslime ziehen aus dessen Werdegang jedoch wichtige Lektionen und sie lernen vor allem eines: der Islam ist die einzige Kraft, die verbinden und Differenzen überwinden kann. Immer mehr und mehr Menschen entziehen sich den künstlich angezündeten Konflikten zwischen Sunniten und Shiiten (wie ich selber auch!) und sie finden zunehmend Schulterschluss.

Der blöde "Kalif" soll und darf demnächst gern in sein Grab fahren, auch wenn er leider viele tausend Menschen dorthin mitgenommen hat, in deren Kreis er gemeinsam zur Djehenna fährt.
Es werden andere kommen.
Es gibt sie nicht zu Tausenden. Es gibt sie zu Millionen – all die Muslime, die die Natur der geführten Politik verstehen. Sie werden zueinander finden, daran führt kein Weg vorbei. Der "Islamische Staat" war nicht zustimmungsfähig und war nur für die attraktiv, die im Leben ohnehin schon verloren hatten.
Es werden andere kommen.

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USA & Europa – Sie ist wieder da.

Von einem amerikanischen Bekannten erhielt ich den Link zu einem wirklich höchst erschreckenden Video – jeder, der diesen Beitrag hier liest, schaue ihn sich an und verlinke ihn, teile ihn weiter. Je mehr Öffentlichkeit er erreicht, desto besser (normales Schulenglisch müsste ausreichen, um zu verstehen) :

Es ist mir viel zu schwierig, angesichts dieser Aufnahme meine Sprache noch so zu regeln, dass sie weder roh noch verletzend wirkt.

Tatsache ist, dass die junge Frau zu „weißem Müll“ (white trash) zählt, eine von vermutlich Millionen abgehängter und sozial wie mental retardierter Menschen ist, die ohne Hoffnung geboren wurden, in beständiger Bedürftigkeit leben, Bildung nach Kräften verweigern und sich selbst eine Welt errichten, die ausschließlich nur aus Neid, Hass, Missgunst und blutigen Phantasien besteht.
Das Gesicht dieser Frau entlässt verbalen Müll, der die letzten Zähne schon lange weggefressen hat.

Sie ist nicht krank – sie ist bösartig.

Eine Frau mit kleinen Kindern, die leicht lächelnd fordert, Hunderttausende und Millionen von anderen Menschen und auch Kinder abzuschlachten, kann nur noch bösartig sein.
Hören wir doch endlich auf, uns selbst die Welt schön quatschen zu wollen.
Hören wir endlich auf damit, Bildungsverweigerern solcher Ausprägung gesellschaftlichen Wert zuzusprechen, denn sie sind nicht nur jedem und überall eine Belastung, sie sind auch durchaus potenziell gefährlich.

Und noch einmal NEIN! Man muss solche Subjekte nicht „verstehen“ und niemand muss sich „sorgen“, dass man sie „verlieren“ könnte und dieser Abschaum hat auch keine „Angst“ – sondern nur Wut, Hass und, das vor allem: Neid.
Diese „Menschen“ (so Allah sie als solche geschaffen hat!), wollen Macht und Konsum ohne Aufwand, ohne Arbeit, ohne Bildung. Sonst nichts. Sie sind die Idioten, die Behinderten dieser Gesellschaft, die man betreuen, aber denen nicht geholfen werden muss. Denn denen ist nicht zu helfen. Sie selbst sind genau die Gefahr, gegen die Menschen beschützt werden müssen.

Gesellschaftlicher Ausschuss. Verlorene. Eine intellektuelle Eiterbeule. Mentale Verwesung mit größerer Ansteckungsgefahr.
Nicht nur dies Video, sondern auch die Frau selbst samt ihrer Kinder und ihres Umfeldes sollten und dürfen nicht beseitigt werden; man muss sie zur Kenntnis nehmen, untersuchen und kontrollieren.

Dies hier ist einer von ganz wenigen, vielleicht alles in allem fünf Beiträgen, seit dies blog eröffnet worden ist, der Multiplikation und Öffentlichkeit will.
Deshalb teilt dies Video, besprecht es, macht es öffentlich!

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USA & in eigener Sache – das mit den Juden.

Meine Frau hatte mich dankenswerterweise rechtzeitig vorbereitet. Sie verlinkte über Facebook ein Video, dass eine Journalistin wegen ihrer Interviews in Charlottesville für ihren Sender HBO online frei zur Verfügung gestellt hatte.Es nur "erschreckend" zu nennen, klänge viel zu harmlos. "Alarmierend", "Widerwärtig" und "unerträglich" würden im Verbund besser passen.

Ich bin wirklich froh, Muslim zu sein.
Denn als solcher gelingt mir das Zuschauen, ohne tatsächlich Gewaltphantasien zu entwickeln, ohne mir nicht nur auszumalen, wie man solchen Rechtsradikalen ein für alle Mal den Mund schließt – sondern dies vermutlich sogar konkret zu planen.
Ich bin da ganz ehrlich.
Ausschließlich nur mein Glaube hält mich davon ab.

Für mich verhält sich dies, als würde mir beim Gang zum Abfalleimer ein unappetitlicher, womöglich sogar stinkender und klebriger Rest von Irgendwas auf den Boden kleckern. Ich würde mich SOFORT hinknien und den Dreck …. beseitigen. Jeder Moment, den er auf dem Boden unnötig kleben würde, wäre mir persönlich peinlich
All diese "Herrenmenschen" aus Charlottesville SIND solcher Dreck; widerlich, ekelerregend, stinkend. Man müsste ihn, so würde mir mein Gefühl sagen, entfernen, beseitigen, wegmachen.
Dieser menschliche Dreck in Charlottesville klebt nicht nur und ist widerwärtig. Weil seine gegrölten Parolen schwerpunktmäßig die Juden wie im Mittelalter für alles schuldig hält, was auch nur falsch läuft, stinkt dieser Dreck auch noch dazu.
Da kniet so ein Dreck und hält sich jammernd den Kopf. Als er gefragt wird, wer ihn angegriffen habe, stößt er hervor: a commie jew, ein kommunistischer Jude also. Für andere besteht der Stadtrat von Charlottesville nur aus Juden und sie selbst, diese "Übermenschen", teilen alle "Untermenschen" immer unter Juden ein. Sie kennen "commie jews", das sind kommunistische Juden, "gay jews", schwule Juden und sonstige, frei nach Fantasie. Es gibt für sie ganz bestimmt auch "muslim jews", muslimische Juden also.
Die Bilder, die HBO einsammelte, zeigen Aufnahmen, wie man sie im Deutschland der dreißiger Jahre hätte machen können – noch nicht einmal auf die Fackeln hat dieser Abschaum verzichtet.

Da saß ich also … ratlos …. nachdem ich das Video gesehen hatte.
Und ich wusste, dass unser jüdischer Flüchtling Derek es noch NICHT kannte.

Wie geht man mit dieser Situation um?
Da sitzt ein lustiger, bäriger Geselle in meiner Küche, den wir alle unheimlich gern haben … und er ist Jude und hat seine ganze Familie mitten im Hexenkessel zurückgelassen.
Meine Güte! Er selbst macht bei uns die gröbsten Scherze mit seiner Religion!
Da steht er und blickt künstlich, insgeheim feixend, "betreten" drein. Man hat ihm eben gesagt, dass Biomüll in die Tonne mit dem grünen Knopf gehört und nicht in die mit dem blauen. Er schaut also "niedergeschlagen" auf den Boden und flüstert leise: ihr seid jetzt sauer auf mich, weil ich Jude bin, stimmts?
Alles grölt und gackert.
Meine Frau sieht, dass er ein anderes Shampoo benutzt hatte, was ihm unsere große Tochter eigens besorgt hatte. Das Haar sieht ein bisschen struppig aus. Sie bemängelt das Shampoo und er flüstert: das Shampoo ist schon okay, es funktioniert nicht wegen meinem jüdischen Haar.

Der Gedanke, dass all das plötzlich kein Witz mehr ist, dass es mehr als ausreichend Subjekte gibt, die darüber nicht lachen würden sondern diese Scherze ernstnähmen, ist für mich absolut unerträglich.
Wir haben ihm die Sorge, die Not, das miese Gefühl, die Angst verpassen und ihm das Video zur Kenntnis geben müssen. Ein scheußlicher Moment.
Wie fühlt man sich, wenn man sehenden Auges wegen der unerträglich werdenden Umstände sein Heimatland verlässt, aufgrund seiner Herkunft gehasst wird, all seine Lieben zurücklässt – um dann zu erfahren, das alles "daheim" nur noch schlimmer geworden ist?

Meinem ersten Reflex, ihm das Video lieber nicht zu zeigen, hatte meine Frau zu recht sofort und energisch widersprochen. Er erhielt den Link.
Ich nehme an, er wird den Film in der Zwischenzeit auch gesehen haben – das werde ich wohl heut abend an seinem Gesicht ablesen können.
Vielleicht wird er mir unter Tränen sagen, dass er sofort nach Hause müsse. Vielleicht wird er anders reagieren, ich weiß es nicht.

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In eigener Sache – „Haus am See“ von Peter Fox

Das Lied hat mich damals sofort verzaubert, als es neu herausgekommen war und überall gedudelt wurde. Ich hörte es im Auto, zuhause, unterwegs und lauschte dem Text.

Es ist jetzt vielleicht zwei Wochen her, als sich alle unsere Kinder samt ihren Partnern bzw. Partnerinnen bei uns zuhause versammelten … eher ungeplant, es lag keine besondere Einladung vor. Für zwei Tage verwandelte sich unser Haus in eine improvisierte Massenunterkunft und bei insgesamt zehn Personen, die sich zeitweise durch vorbeikommende Freunde und Bekannte zahlenmäßig noch verbreiterten, gestaltete sich die Einnahme gemeinsamer Mahlzeiten etwas schwierig.
Es war eine fröhliche Bande; sie lärmte, lachte, feierte, machte Ausflüge und bezog uns beiden „Alten“ permanent mit ein. Mal nahm sie meine Frau mit zum Shopping, mal fuhr ich mit den Jungs weg, mal wurden Gesellschaftsspiele gemacht und immer wieder fanden sich hier und da kleinere und größere Grüppchen zu vertieften Gesprächen.

Am Abend ging ich aus der Küche, unserem zentralen Versammlungsplatz, durch den Wintergarten und setzte mich auf meinen Stuhl im Garten, um eine Zigarette zu rauchen. Die Abendsonne schien, in der Nachbarschaft erstarben die letzten Geräusche und ich lächelte still in mich hinein:

Peter Fox – Du kannst neidisch werden.

Ich habe all das, was Du besingst.
Ich habe die tollste Frau der Welt, ihre ganze Liebe, ihr Herz, ich habe vier wundervolle Kinder, die allesamt und ausnahmslos zu graden, zuverlässigen und festen Menschen geworden sind und die ihrerseits alle Partner haben, die ich persönlich sehr mag. Die Frauen unserer Jungs sind stark, sehen alle toll aus, sind selbstbewusst und stehen mit beiden Beinen fest im Leben. Sie haben alle ihr eigenes Ding, ihren Weg und stehen zu uns; der Freund unserer Tochter ist ein Bär von Kerl, überaus freundlich und humorvoll. Er zieht regelmäßig mit unseren Jungs los und feiert.
Für alle acht stehen die Zeichen der Zukunft gut; sie alle haben nicht nur Arbeitsplätze bzw. ihr Studium, sondern machen auch Karriere. Sie haben realistische Pläne und Vorstellungen.

Ich bin ein glücklicher Mann.
Ich habe alles erreicht, was ein Mann nur erreichen kann.

Den Schnaps, Peter, den Du ebenfalls besingst, den darfst Du behalten und alleine saufen. Ich brauche ihn nicht – weil ich alles andere habe, was in Deinem Text vorkommt. Nur die Orangenblütenblätter auf dem Weg zu meinem Haus, das, nebenbei bemerkt, leider auch nicht an einem See steht, die müsste ich kaufen und streuen.

Beruflich bin ich in die letzte Kurve eingelaufen. Keine ganze handvoll Jahre mehr trennen mich von meiner Rente. Also kann ich langsam damit beginnen, mich in meinem Leben umzuschauen und mich langsam auf meine unproduktive Phase vorbereiten, die ich in Ruhe und Frieden zu verbringen gedenke. Nein, ich werde keine Abenteuer suchen. Mein Leben war voll genug davon. Ich habe einige extreme Situationen erlebt und bin einige Male nur um Haaresbreite dem Tod entkommen. Mir waren haufenweise Stunden vergönnt, in denen ich mir beim besten Willen nicht mehr vorstellen konnte, wie sie noch glücklicher, noch schöner, noch vollendeter hätten sein können.
Allah hat mich unvorstellbar großzügig beschenkt; ich komme mir oft vor wie ein harmloser Zeitgenosse, der nichtsahnend eine Straße hinunterläuft und ganz plötzlich von irgendjemandem bejubelt und mit großen Haufen Gold beschenkt wird.
„Ich?“ habe ich mich schon manchmal gefragt, „Ich soll DAS alles haben dürfen? Ich? Wirklich?“

So eine Frau wie die, die ich habe, wird nur einmal im Jahrhundert geboren. Zu unserem beiderseitigen Amüsement hatte ich ihr vor Jahren schon erzählt, wie ich in unseren ersten Jahren empfunden hatte: oft platzte mir beinah die Brust vor Stolz, wenn ich mit ihr zusammen spazierenging oder Einladungen gefolgt war. Oft reizte es mich ungeheuer, zu anderen Männern zu laufen, auf sie zu zeigen und zu sagen: „Sehen Sie? Das ist MEINE!“
Sie war und ist bis heute immer eine Tigerin; stark, selbstbewusst, in sich gefestigt, entscheidungsfreudig. Es kam vor, dass mich Männer darauf angesprochen hatten, wie zum Donnerwetter ich an DIESE Frau kommen konnte.

Sie ist ein Geschenk. Ebenso wie unsere Kinder, unser Haus, mein fester Arbeitsplatz, eine rundheraus gesicherte und gar nicht mal allzu kleine Existenz, deren auch wirtschaftliche Basis dem Durchschnitt enthoben ist.

Wie könnte ich da beständigen Dank an Allah vergessen, der mir all das geschenkt hat und keine andere Gegenleistung von mir erwartet als an Ihn zu glauben, Seiner ständig eingedenk zu sein und nach Seinem Gebot zu leben?

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Israel & Deutschland – Selbsternannte Henker im Dienst der Sache

Elor Azaria heißt der israelische Soldat, der im Vollbesitz aller geistigen Kräfte, unaufgeregt, ohne jede Bedrohungssituation, völlig gelassen und entschieden einem Verletzten, der wehrlos am Boden lag, eine Kugel in den Kopf jagte. Ob der 19-jährige Soldat, dessen Bild einen unerwachsenen Jungen zeigt, dem jede Uniform viel zu groß erscheint, sich groß Gedanken über sein Opfer gemacht hat, ist nicht bekannt. Alle seine seltsamen, bizarren und grotesken Ausflüchte, die seinen Mord zu einer „Notwehr“ kaschieren sollten, wurden vom Militärgericht Israels als völlig unglaubwürdig, konstruiert und geradezu erlogen vom Tisch gewischt. Von dem Verletzten ging keinerlei Bedrohung aus.
Der Junge Elor, dem seine Mutter ein Pausenbrot für die Schule und kein Militär eine Gewehr in die Hand drücken sollte, war insgesamt von der Situation vollkommen überfordert. Auf das Übelste von seiner Führung und seiner Regierung bis hin zum Missbrauch indoktriniert, glaubte er an die Überlegenheit seiner Rasse, an dessen Bevorrechtigung und an einen geradezu heiligen Befehl, jemanden zu töten, der irgendwie anders war als er.
Sei Opfer war (auch VOR seinem Schuss in den Kopf) regelrecht gesichts- und geschichtslos. Wertlos. Anders. Böse. Von Haus aus.
Immerhin hatte seine Justizministerin viele Monate zuvor noch gesagt, dass all diese Männer „Schlangen“ seien, die zu vernichten wären – und man solle deren Mütter gleich mit beseitigen, auf dass sie niemals mehr „Schlangen“ zur Welt bringen könnten.
Der Junge Elor, der von seinen Eltern zur Konditionierung, zum Missbrauch, zur Indoktrination ganz bewusst und gewollt in die Armee geschickt wurde, statt angesichts seines mangelhaften Entwicklungsstands weiter eine Schulbank zu drücken, gehörte nun zu einer bösartigen Männergesellschaft. Die das Foto des entsetzlicherweise völlig entblößten Körpers einer erschossenen Palästinenserin mit übelsten, rassistischen Widerwärtigkeiten „kommentierten“, so wie sie unter Nazis gegen Juden sehr üblich waren.

Ach …. die Nazis.
Wo wir gerade dabei sind.
Und um die intellektuelle Überlegenheit, die wir fühlen, anzusägen, wird da die Schilderung eines Monsters notwendig, das die Deutschen aus ihrem eigenen Schoß geboren hatten:

Willi Herold.

Der Beginn seiner Geschichte hätte eine amüsante Story abgeben können, weil sie anfangs daher kam wie die Anekdote vom „Hauptmann von Köpenick“, der eigentlich Friedrich Wilhelm Voigt hieß und Schuhmacher war. Sein Geltungsdrang ließ ihn die Uniform eines Hauptmanns kaufen, anlegen und als Hochstapler das Kommando in Köpenick übernehmen.
Willi Herold dagegen, 1925 geboren und als Soldat im Zweiten Weltkrieg Teilnehmer schwerer und traumatisierender Schlachten gewesen, stieß auf seinem einsamen Marsch der Verwirrung, weil er seine Einheit verloren hatte, auf eine Kiste mit einer Hauptmannsuniform.
In Windeseile hatte er sie angelegt, war weitermarschiert und sammelt unterwegs ein paar ähnlich ihm versprengte Soldaten ein, die sofort an seinen Rang glauben und ihn als Befehlshabenden akzeptieren.
Mit nun insgesamt dreißig Soldaten im Schlepptau marschiert Herold, auch nur ein 19-Jähriger, in das Gefangenenlager Aschendorfermoor in Norddeutschland ein – und übernimmt dort recht schnell das Kommando.

Ob es irgendeine psychische, pschologische Verbindung zwischen dem israelischen Henker Elor Azaria und dem deutschen Massenmörder Willi Herold gibt, kann ich nicht sagen: beide liefern Fotos, die das Gesicht eines unreifen Jungens wiedergeben, der plötzlich und völlig unerwartet eine ungeheuerliche Brutalität und Grausamkeit zeigt.

Willi Herold wütet in dem Gefangenenlager Aschendorfermoor wie ein Verrückter. Er lässt insgesamt 172 Gefangene auf bestialische Weise umbringen und gab als Hauptmannhochstapler persönlich nicht nur die Befehle dazu, sondern beteiligte sich auch selbst daran.
Was Willi Herold tat, ist beinahe unbeschreiblich.
Ich zitiere aus „DIE ZEIT“:

„Die Geschichte von Willi Herold ist die Geschichte eines Sadisten, der die Chance nutzt, seinen Blutdurst zu stillen.“

Wie man Menschen dort hin bekommt, zu gewissenlosen Mördern zu werden, hat Israel zusammen mit der furchtbaren Geschichte seiner Gründer auf seiner Flucht mitgenommen … und die Chance, mit diesem Schrecken in der eigenen Erinnerung eine bessere, würdigere Zukunft aufzubauen, vertan. Und schlimmer noch: wie die USA auch, die sich nach der Kapitulation Deutschlands in der Person furchtbarer Nazis die deutsche (Kriegs-) Wissenschaft auszubeuten, bediente sich auch Israel exakt der Manipulations- und Foltermittel, die es bei seinen Folterern und Mördern erlernt hatte.
Israel machte aus dem Jungen Elor einen zu verurteilenden Täter, einen Mörder, einen Rassisten mit dem wahrlich niedrigsten Wert, den Allah einem (Mit-) Menschen verlieh.

Willi Herold starb dankenswerterweise durch das Fallbeil, zu dem ihm die siegreichen Alliierten verurteilt hatten. Elor Azaria verbüßt, wenn überhaupt, nur eine 18-monatige Gefängnisstrafe. Es ist jedoch davon auszugehen, dass er die nicht nur nicht vollständig absitzen, sondern auch durch freundlichste Zuwendungen seiner Mitgefangenen und Wärter überaus amüsant, bequem und angenehm verbringen wird. Denn er gilt aufgrund seines feigen Mordes in Israel als „Held“ – so wie natürlich auch Willi Herold heute in einem Deutschland als „Held“ gefeiert worden wäre, wenn nicht Millionen von Soldaten die Welt von der Bestie des damaligen Deutschlands befreit hätten.
Regierung und dadurch auch das Land Israel sind leider nie bezwungen, sondern für ihre Verbrechen immer nur gefüttert, bewaffnet, bezahlt und gelobt worden. Deshalb ist der kleine Junge, dem seine Uniform viel zu groß ist, heute in Israel auch noch immer ein „Held“.

Natürlich wird ihm die Geschichte sehr bald sein wahres Gesicht in seine Bücher zeichnen und selbstverständlich wird er in nicht allzu ferner Zukunft auch in Israel selbst ein „feiger Mörder“ genannt und jede materielle und immaterielle Bronzestatue, die ihm errichtet wird, niedergerissen und bespuckt werden.
Wie es sich gehört.

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