„Islamischer Staat“ – ist weg? Ja?

Das wäre insgesamt erstens aufgrund der gerissenen Strategie und Erfahrenheit seiner Kommandanten extrem unwahrscheinlich und zweitens darf fest darauf vertraut werden, dass der "Islamische Staat" auf keinen Fall lange ohne würdigen Nachfolger bleiben würde.

Es haben zwar allerlei Befehlshaber in unterschiedlichsten Uniformen frenetisch verkündet, nun sei der "IS" bezwungen und kein Thema mehr, allerdings hat sich bisher aus guten Gründen niemand darum gekümmert, dass dies auch so bleibt – oder nur bleiben könnte.

Wir kennen alle die Jubelbilder. Wir haben sie alle gesehen, die vielen Filme, Fotos, Filmchen und Schnappschüsse, auf denen verdreckte und frustrierte IS-Kämpfer aus Trümmerhaufen gezogen wurden – tot oder lebendig. Die ganze Welt schöpfte Hoffnung daraus.

Und es war nur eine Frage der Zeit, wann die Ernüchterung kommen würde.
Dass dies aber so schnell geschehen könnte, wie wir es jetzt beobachten können, hat selbst mich entsetzt.

http://www.middleeasteye.net/news/hts-backed-idlib-authority-says-widowed-women-cant-live-without-male-guardians-606373275

Vieles von der Orgie von Feuer, Hass, Tod und Zerstörung ging von der syrischen Stadt Idlib aus. Es war der US-Senator John McCain, der dort in dieser Stadt erstmals vor Jahren einge vermeintlich "moderate Rebellengruppen" mit Waffenlieferungen versorgte, die angeblich gegen Bashar al-Assad kämpfen wollten. Es gibt Fotos von diesem Treffen – und die sind in gleich zweierlei Hinsicht höchst interessant:
Die Reise war offiziell schlicht verboten. Der damalige US-Präsident Barack Obama hatte für alle Regierungsmitglieder ein Reiseverbot ausgesprochen – Syrien hätte von McCain überhaupt nicht betreten werden dürfen.
In zweiter Hinsicht zählte ein damals recht unscheinbarer Mann zu den Anführern solcher "Rebellen"-Gruppen, der sich nur wenig später ein lächerliches Äußeres gab, salbungsvolle Worte zu sprechen begann und sich "Kalif" nannte. Mit größter Wahrscheinlichkeit erhielt auch er Waffen.

Jahre später musste Idlib von dem US-Monstrum Daesh ("IS") unter großem Aufwand und mit vielen Toten von der Geißel des Extremisten und Karnevalsfatzken al-Baghdadi (der selbsternannte "Kalif") befreit werden.
Wer aber nun glaubt, damit sei Idlib nun frei und der Spuk vorüber, täuscht sich.
Natürlich.

Die Gesichter und die Fahnen mögen sich verändert haben – der Wahnsinn nicht:

In das Vakuum von Idlib drang die nächste Folter-, Krieg-, Unterdrückungs- und Hinrichtungsgruppe in die Stadt ein und übernimmt ein kaum weniger hartes und restriktives Regiment als es Daesh propagiert hatte – die SSG (Syrian Salvation Government).

Aber das dürfte hier im Westen kaum interessieren. Wir sehen unsere Aufmerksamkeit jenseits der Botschaft, nun sei Daesh Geschichte, völlig erschöpft.
Dabei ist die Drohung längst in der Welt. Am vergangenen Mittwoch bedrohte die SSG schon mal vorsorglich alle anderen Gruppen und Organisationen und forderte sie dazu auf, alle laufenden Operationen einzustellen. Vornehmlich richtet sich der SSG damit gegen die rivalisierende Gruppe Syrian Interim Government (SIG), die als vergleichsweise "moderat" wahrgenommen wird und angetreten ist, in der Übergangszeit bis in einen mehr oder weniger stabilen Frieden hinein das Leben der Menschen organisieren zu wollen.
Die SSG tritt würdig in die Fußstapfen von Daesh ein und man wundert sich, weshalb es eigentlich überhaupt einen Kampf gegen den "Kalifen" gegeben hatte – denn der SSG installiert kaum andere oder weniger harsche Bedrückungen gegen die Menschen und will sie mit ganz ähnlichen Vorschriften in Angst und Gehorsam versetzen.

Als eine ihrer ersten Maßnahmen hat der SSG ein "Gesetz" herausgegeben, nachdem verwitwete Frauen in Idlib keinesfalls allein leben dürfen. Sie hätten sich einen "Muhram" zu nehmen, einen islamischen, männlichen "Beschützer", der nach alter Überlieferung aus der Familie der Witwe stammen muss. Es herrscht vollkommene Unklarheit darüber, was Witwen nun tun sollen, die einen solchen nicht haben, weil sie durch den Krieg allein dastehen. Vorsorglich droht der SSG bei Zuwiderhandlung eine "Bestrafung" an – ohne zu spezifizieren, welcher Art eine solche "Bestrafung" sein soll (ich vermute, man wird zur Todesstrafe oder zumindest zum öffentlichen Auspeitschen greifen).

Die vom Westen gelieferten Riesenmengen an Kleinwaffen, Artillerie und Munition kursieren, wie ja auch von Anfang an beabsichtigt, frei durch die gesamte Region. Sie finden sich auf Wochenmärkten, natürlich in Händen restlicher Daesh-Einheiten und in unbekannter Zahl im Besitz von Privatleuten. Darunter sind Tausende von Maschinengewehren, Millionen Schuss Munition, Raketenwerfer, Raketen, Panzerfäuste, Granatwerfer ….
So sollte es ja auch sein.
Es wäre für den Westen, der den Konflikt geplant, ausgestattet, begonnen und für sich ausgenutzt hat, undenkbar, den Krisenherd kalt werden zu lassen. Im Gegenteil: der gerade jetzt in den letzten Vorbereitungen befindliche, große Krieg gegen Iran wird einen verstärkten Zustrom von Waffen und Soldaten erfordern und lange bevor man den operativen Raum für den Krieg befriedet hat, plant man den Angriff auf den Iran schon jetzt konkret.
Es darf keine Pause in den Feindseligkeiten eintreten. Jede noch so kleine Pause könnte die Menschen dort Luft schöpfen und in Frieden einen neuen Anfang finden lassen – und das gilt es zu vermeiden. Deshalb verzichtet man ebenso konsequent wie absichtlich auf alle nichtkriegerischen Mittel, die versehentlich Frieden herbeiführen könnten. So befasst sich im Grunde niemand mit all diesen großen und kleinen, moderateren oder völlig ausgeflippten Kampfgruppen, die natürlich das Potenzial für weitere zehn- oder hunderttausend Tote haben.

Mit der freundlichen und aufmerksamen Hilfe von Europa und den USA wird die Nacht in Syrien und Umgebung bald wieder von den Feuerscheinen verbrennender Menschen erhellt – ist ja auch bald Weihnachten, da tut ein bisschen Grusel zwischen Lebkuchen und Krippe ganz gut.

Sterben müssen ja die anderen.

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Israel – und seine Lebenslüge

Die Gemeinschaft der ultraorthodoxen Juden in Israel wird politisch erstickt, weil sie eine für die Regierung Israels und alle anderen Extremisten in Israel höchst unangenehme Botschaft vermittelt – und die lautet:

"Es darf kein Israel geben!"

Somit stellt sich ein sowohl prominenter, als auch in religiösen Fragen höchst gebildeter Bevölkerungsteil Israels gegen das "Existenzrecht" Israels.

Das ist eine innerjüdische Diskussion, an der ich mich mangels Einsicht gar nicht beteiligen will. Ich finde nur spannend, dass gebildete Kreise Israels ihrem eigenen Staat das Recht auf eine Existenz absprechen und dabei auf die Thora verweisen.

Ebenfalls überaus spannend ist es, wenn man sich die Argumentationsbasis der israelischen Regierung und all ihrer Kreischer und Hetzer einmal näher anschaut.
Irgendein israelischer Politiker schwärmte unlängst davon, er würde am liebsten "in eine Zeitmaschine einsteigen und 2.500 Jahre in die Vergangenheit reisen." Er wäre absolut davon begeistert, dann in einem israelischen Staat zu landen.

Ist das so?

Ich zitiere hier einmal in Auszügen "bibelwissenschaft.de"
( http://www.bibelwissenschaft.de/bibelkunde/themenkapitel-at/babylonisches-exil/ )

Untergang Israels
Die Verbannung der Oberschicht eines besiegten Landes und die Ansiedelung einer neuen, loyalen Führungsschicht waren normale Maßnahmen der Assyrer, die auf diese Weise Aufstände in den neuen Provinzen ihres Großreiches verhindern und das Reich vereinheitlichen wollten. Erstmals widerfuhr Israel (Nordreich) eine solche Maßnahme unter seinem König Pekach im Jahre 733, als der Assyrerkönig Tiglat-Pileser III. im sogenannten syrisch-efraimitischen Krieg den Großteil des Nordreiches eroberte (2.Kön 15,29, vgl. Jes 7).

Wir sehen also, dass "Israel", das sich vorübergehend auf äußerst schwachen Beinen konstituieren, aber aus eigener Kraft weder erhalten noch verteidigen konnte, bereits vor etwa 2.800 Jahren als Nation nahezu vollständig ausradiert war.

Um zu verstehen, was, wo und vor allem wie lange "Israel" überhaupt vor seinem dramatischen Untergang existiert hatte – oder existiert haben könnte, fragen wir die Ägypter. Ihre Kultur setzte auf schriftliche Dokumentationen und tatsächlich fand man eine Stele, die in Hieroglyphen wertvolle Hinweise gibt.

(Quelle: Wikipedia)

"Im Gegensatz zu den anderen erwähnten geographischen Namen wird das Wort „Israel“ hier nicht mit dem Determinativ für einen Ort oder ein Land, sondern mit dem für eine Personen- oder Menschengruppe geschrieben. Israel wurde somit Ende des 13. Jahrhunderts noch nicht als Staat verstanden, sondern als Bezeichnung für eine Völkergruppe."

Am "Ende des 13. Jahrhunderts" – vor Christi.
Will man historisch großzügig sein und die Rolle des Advocatus Diaboli spielen, dann kann man das wahre Ende eines "Israel" im Jahre 720 v. Chr. an dem vernichtenden Angriff von König Sargon II. Samaria erkennen:

"Es ist unklar, ob Salmanassar oder aber sein Nachfolger Sargon II. Samaria im Jahr 722 bzw. 720 eroberten und das Ende des Nordreiches Israel herbeiführten."

Zu diesem Zeitpunkt haben die Stämme das Reich schon längst in zwei Teile zerbrechen lassen: das Nordreich "Israel" und "Juda".
Wenn wir die historisch relevante Aussage, vor dem 13. Jhd. v. Chr. habe es überhaupt keine "Nation" namens "Israel", sondern höchstens einen (halb- oder vollständig nomadischen) Stamm gegeben, mit der Erkenntnis zusammennehmen, dass ein "Nordreich Israel" um 720 v. Chr. vernichtet worden ist, dann hat es ein historisches Israel gerade einmal etwas mehr als 500 Jahre gegeben. Zum Vergleich dazu sollte man sich vor Augen führen, dass Ägypten zum Zeitpunkt des Untergangs Israels bereits deutlich länger als 4.000 Jahre existiert hatte.

Die Zeit, in welcher dieses "Israel" als Staat und Nation unabhängig agieren konnte, reduziert sich auf wenige Jahre. Das Land war ständig inneren Zwistigkeiten, daraus resultierenden, regionalen Kriegen und großen Bedrohungen und Bedrückungen von außen ausgesetzt. Babylon drückte die Klinke Israels Assyrien in die Hand; es kam wiederholt zu großen und vernichtenden Kriegen, die für das "Nordreich Israel" als auch für "Juda" zumeist höchst verlustreich und mit Niederlagen endeten.

Dies historische "Israel" hatte große Mühe, als solches überhaupt wahrgenommen und nicht grundsätzlich als Provinz mal dieses und mal jenes Herrschers behandelt zu werden.
Als die "Israeliten" nichts anderes waren als ein konsequent nomadisch lebender Stamm, drangen sie immer wieder in Zeiten großer Dürren in die von Ägypten besetzten Städte und Provinzen ein. Das führte zu regelmäßigen Vernichtungskriegen, bei denen die ägyptische Armee viele "Chabiri" (altägyptisch für "Hebräer") grauenvoll zu Tode brachte; Feldherren berichteten davon, dass ihre Soldaten sogar Frauen und Kinder niedermetzeln mussten, weil sie von den Männern mit zur Front gebracht und mit Waffen gegen die Armee geschickt worden waren.

Das moderne Israel lebt daher eine ungeheure Lebenslüge.
Der Begriff "Faschismus" ist hier beinahe unzreichend; Faschismus bezeichnet eine Bestrebung im Jetzt, alten Glanz, alte Macht zurückzuerhalten. Das Wort geht auf die "fasces", die "Bündel" zurück, die im alten Rom um Äxte gewunden waren und ein Symbol der Staatsmacht Roms war. Das faschistische Italien sehnte sich als Worterfinder zu altem, römischen Glanz zurück.
Deshalb ist die Bezeichnung "Faschismus" für Israel nicht ganz passend, denn wie wir gesehen haben, war die Geschichte Israels alles andere als glanzvoll, sondern durchzogen von Not, Mangel, Bedrängung, Kriege und Auseinandersetzungen im Innenverhältnis und mit einer sehr kurzen Dauer bestraft.

Ohne den begnadeten Flinders Petrie, einem engagierten Ägyptologen, hätten wir womöglich bis heute keinen Beweis für die bloße Existenz eines "Israel" in der Antike – mit Ausnahme der berühmten "Merenptah-Stele", die er fand, gibt es bisher keinen einzigen, unabhängigen Beweis für die Existenz des Landes. Bei dieser Bewertung sind israelische/jüdische Zeugnisse natürlich völlig ohne Belang, weil man ohne die objektive Bestätigung immer von einem imaginären Reich ausgehen könnte, welches für niemanden anderes bestanden hätte als für gläubige Juden jener Zeit.

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Ägypten – Jetzt wollen sie einen „Hohlraum“ in der Großen Pyramide gefunden haben!

Die Archäologie hat uns in den letzten Jahren Sensationen erspart.Es sind durchaus Funde gemacht worden, darunter sind auch welche, die einige Gedankenmodelle umschreiben können. Es ist schon richtig: mit dem Zuwachs neuer Technologien dringen wir konsequent immer tiefer in Erdreiche, Sandhaufen, Gerölle und Felsen ein. Analyse- und sonstige Detektionsgeräte reagieren immer feiner und fördern auch Kleinteiliges ans Tageslicht, was vielleicht vor Jahren noch übersehen worden wäre.
Die Zeiten eines Schliemanns sind lange vorbei; was wir heute unter einer "Grabung" verstehen, hat mit den goldgeilen Wühlereien der Vergangenheit nicht mehr viel zu tun.

… Vor achtzehn Jahren führte mich mein Weg das erste Mal zum Pyramidenfeld bei Kairo. Bei mir trat die ortsübliche Erschütterung des Erstbesuchers wie erwartet auch ein. Es ist ein himmelweiter Unterschied, das Bauwerk der Großen Pyramide tausendfach auf zehntausend Fotos gesehen zu haben und es dann persönlich zu sehen.
Ich darf von mir in Anspruch nehmen, damals alle relevanten Daten gekannt zu haben; die Anzahl, das Gewicht und die Gesamthöhe der aufgestapelten Steinblöcke war mir bekannt, ich wusste den Namen des Architekten, seines Auftraggebers, dessen Vor- und Nachfahren. Ich hatte mich mit einem halben Dutzend der etwas ernster zu nehmenden Bautheorien befasst – und sie eigentlich allesamt verworfen.

Es war ein milder, mit etwas mehr als 20 Grad sogar warmer Wintertag in der ersten Januarwoche, als ich ihr gegenüber trat und überwältigt war. Nun konnte ich sie anfassen und wenigstens den (etwas hilflosen) Versuch unternehmen, sie optisch und mit dem Verstand für mich zu erschließen.
Wer das Bauwerk kennt, wird milde lächeln und denken: "Das passiert allen Pyramidenanfängern."

Um langsam zum Beitragsthema zu finden muss ich noch vorausschicken, dass ich mir zuvor die "Knickpyramide" des Seneferu, seine "Rote Pyramide" und die Stufenpyramide des Djoser angesehen hatte – wenn auch mit Ausnahme der "Roten" alle nur von außen.
Wenn wir nun wissen, dass der Architekt des Khufu (eingedeutscht: "Cheops"), Hemiun, ausschließlich nur auf die "Rote" als einzig intaktem Vorgängerbau zurückgreifen konnte, wundert die große Anzahl schier revolutionärer Neuerungen in der "Großen" nicht mehr. Die Baugeschichte der drei prominenten Vorläufer war überschattet von Misserfolgen und Katastrophen; mal war der Bauwinkel viel zu steil und trotz entsprechender Korrektur brachen die Deckensteine des Innenausbaus und alle vier Außenkanten in sich zusammen, mal rutschte die gesamte Außenverkleidung herunter und hinterließ eine Ruine, die wie ein fauler Zahnstummel aussieht. Die "Rote" war die erste perfekte Pyramide mit harmonischem und intaktem äußeren wie inneren Ausbau. Aber durch sie ließ sich Hemiun für sein gewagtes Projekt nicht davon abhalten, den Bauwinkel wieder ein wenig steiler zu stellen und einen vollständig neuen Innenausbau zu projektieren.

Im Gegensatz zu vielen anderen, darunter auch Ägyptologen, habe ich nie eine Sekunde auch nur daran geglaubt, dass die untere, unvollendete Felsenkammer jemals als Grabplatz für Khufu geplant gewesen war. Die Erklärung für diese meine Verweigerung ist ganz, ganz einfach: ich halte es angesichts der sonstigen Perfektion in der Bauausführung für vollkommen ausgeschlossen, dass Hemiun einen derartigen "Bock geschossen" haben könnte.
Zugegeben: bis dato hatte man mit Ausnahme von Kupfer- und anderen Minen nur "Mastabas" errichtet und daher nur wenig Erfahrung mit dem Bau großer, unterirdischer Anlagen. Mastabas enthalten Grab- und Vorratskammern recht dicht unter der Erde und sind nur durch (Lehmziegel-) Aufbauten oben bedeckt; ihr Aussehen wie ein arabisches Fußbänkchen gab ihnen den Namen "Mastaba", was eben "Fußbank" bedeutet.
Ich halte es persönlich noch nicht einmal zwingend für gesichert, dass die untere Felsenkammer in der "Großen" überhaupt im eigentlichen Pyramidenbau begonnen wurde. Wir wissen heute, dass das Pyramidenplateau von Tunneln durchzogen ist, von denen einige z.B. in Richtung Sphinx laufen. Und wir haben Beschreibungen von Priestern, die im Rahmen ihrer Initiierung "Wanderungen durch die Totenwelt" unternommen haben, die einem Marsch durch unterirdische Tunnel mit diversen Stationen (wie z.B. Grabkammern) verblüffend ähneln. Ich halte es persönlich für möglich, dass die Felsenkammer im Nachhinein begonnen (und womöglich wegen Sauerstoffproblemen beispielsweise wieder beendet wurde).

Der Grundriss der "Großen" ist voller Harmonie, funktionaler Eleganz und Symmetrie; das dürften die Zielvorgaben für Hemiun gewesen sein.
Nur ein einziges Bauelement sticht daraus hervor: die Wandnische in der Königinnenkammer.
Sie zerstört die Harmonie und Symmetrie nachhaltig – und das muss meiner Meinung nach einen zwingenden Grund gehabt haben!
Üblicherweise wird die Pyramide in Risszeichnungen u.a. auch deswegen seitlich dargestellt, weil sich bei einer um 90 Grad gedrehten Sicht nichts mehr voneinander unterscheiden ließe. Alle bekannten Gänge und Räume sind mittig angeordnet; schnitte man die Pyramide exakt mittig von oben bis unten durch, erhielte man zwei beinahe wenn auch spiegelbildlich aufgebaute Hällften.
Nur diese Nische macht einen Unterschied. Lediglich die Räume sind ein wenig versetzt, da man sie nicht in der Mitte einer ihrer Wände betritt.
Es wurde diverse Male bereits laut darüber nachgedacht, dass diese Nische weitaus mehr gewesen sei als "nur" die Möglichkeit zur Aufnahme einer Statue oder sonstigen Gegenständen. Wäre sie nicht mehr als ein Unterbringungsort, so hätte Hemiun ZWEI eingebaut – um die Symmetrie einzuhalten.
Das aber hat er nicht getan.
Bisher hat die ägyptische Regierung bzw. Altertümerverwaltung nie Genehmigungen erteilt, an dieser Stelle eine Testbohrung in den Boden einzubringen. Allerdings wäre das meiner Meinung nach wegen der Exklusivität dieser Nische zwingend anzuraten. Womöglich befindet sich dort ein Mechanismus, der eine Ver- oder sogar Entriegelung weiterer Räume und Flure in Gang setzen könnte. Unmittelbar unter dieser Nische könnte sich ein Flur oder eine Mechanik verbergen. Oder beides.

Der von den japanischen Forschern nun gefundene "Hohlraum" wird wohl, da gebe ich Dr. Zahi Hawass recht, der immerhin einer der rennomiertesten Ägyptologen der Welt ist, eher auf die unterschiedliche Dichte des eingesetzten Bausteines schließen lassen. Grab- und Schatzkammern werden sich wohl kaum auf dieser Höhe befinden. Die Errichtung solcher Geheimkammern wäre dann auf das letzte Viertel der Bauzeit entfallen und nur schwer zu kaschieren gewesen; unter diesen Umständen hätten tausende von Bauarbeitern sowohl die Lage, als auch den beabsichtigten Inhalt der Kammern nebst ihres Verschlussmechanismus live miterlebt.
In Verbindung mit der auffälligen Nische und der Schachterkundungsfahrten durch Rudolph Gantenbrink wird man eher zu vermuten haben, dass versteckte Räume erheblich tiefer zu vermuten wären, was auch wesentlich mehr Platz im Baukörper zur Verfügung gestellt hätte.
Der nun lokalisierte "Hohlraum" befindet sich an einer Stelle, die unendliche weitere Flure und Tunnel notwendig machen würde, wenn man ihn durch eine (bis heute verdeckte) Zugangsstelle in einem der Gänge bzw. Räume erreichen wollte.
Das wäre an sich nicht völlig undenkbar; wenn wir uns die Maulwurfsgänge unterhalb der Stufenpyramide des Djoser ansehen, die größtenteils nach Abschluss der Bauarbeiten und sogar nach der Bestattung Djosers gegraben worden sind, wäre das theoretisch noch möglich.
Da Hemiun allerdings das Gesamtkonzept Pyramide vollkommen neu überarbeitet und an seine neuen, technischen Möglichkeiten angepasst hatte, wäre ein solches Improvisationsstückwerk nicht sonderlich glaubhaft. Hemiun würde in jedem Falle einen Hohlraum entweder mittig oder doppelt angelegt haben, um die Symmetrie des Bauwerks nicht zu stören.

Man hatte schon oft "endlich die Grabkammer gefunden!" – und doch blieben alle bisherigen Untersuchungen erfolglos. Bis heute lässt sich noch nicht einmal der Streit durch Befundungen beilegen, ob die "Große" überhaupt massiv aus Stein, oder im Innern durch Bruchstein und Geröll verfüllt ist. Wir wissen bis heute nicht, wie sie errichtet worden ist; wir wissen nur, wie die antiken Baumeister es NICHT getan haben – wie z.B. vermittels einer Rampe. Nach langem Zögern hat die offizielle Ägyptologie die "Rampentheorie" endlich als nicht praktikabel verworfen, allerdings keine neue, überzeugende Idee dafür zur Welt gebracht.
Heute wissen wir vieles – und nur lächerlich wenig.
Wir haben die Existenz eines unvorstellbar großen und perfekt ausgebauten Hafens nachgewiesen, in welchem die gigantischen Baumaterial- und andere Mengen für die Baustelle umgeschlagen worden sind. Wir ahnen, dass täglich dutzende von Schiffen hier entladen worden sind und wir stehen sogar mit den Füßen in einer Schifferherberge, die den Schiffsbesatzungen zum Übernachten diente. Ganze Städte sind eigens für die Pyramide errichtet und nach Beendigung der Bauarbeiten auch gezielt, kontrolliert und planvoll geschlossen und zurückgebaut worden.
Beinahe können wir für jedes Körnchen von den Steinen sagen, woher sie kamen und wo sie gebrochen worden sind. DNA-Tests und andere Vergleichsuntersuchungen zeigen uns, woher welche Arbeiter und Vorräte kamen, was gegessen und wie gearbeitet wurde.

Es gibt nur zwei Dinge, die wir nicht wissen:
Wie haben sie die Pyramide gebaut – und wo ist der Pharao?

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Rechtsradikalismus – Anhaltendes Selbstbelügen

Zunächst einmal ist es ja gut und positiv, wenn Menschen an Werten festhalten. Durchaus.

Wenn ich aber feststelle, dass aus diesen Werten Illusion geworden ist, die manchmal an Haluzinationen grenzt, bekomme ich Angst.

Natürlich bin ich absolut davon überzeugt, dass die deutsche Politik seit jetzt einigen Jahrzehnten ihre Lektion gelernt und verinnerlicht hat, dass das beständige Herbeten dieser Werte global und im Innern den Eindruck hinterlassen kann, dass sich dies Land diese Werte tatsächlich auf die Fahne geschrieben habe.

Ich habe aber meinen Erich Fromm gelesen – und seine Ideen finde ich im Berlin unserer Tage wieder:

Fromm unterschied zwischen „Propheten“ und „Priestern“.
„Propheten“ nannte er die Menschen, die eine revolutionäre, neue Idee entwickeln und diese selber und konsequent leben. Sie propagieren diese Idee, missionieren mit ihr und sind bereit, sie sogar unter Erleiden von Strafen bis hin zum Tod zu vertreten.
Ist der „Prophet“ fort und hatte seine Idee Erfolg, bleibt immer eine traurige und häufig desorientierte Anhängerschaft zurück – und dieser bedienen sich die „Priester“. Sie treten in die Machtposition ein, die der „Prophet“ vakant zurückgelassen hatte, sie schöpfen den Erfolg meist für sich persönlich ab und gerieren sich als Prediger. Sie installieren Kulte, Redewendungen und speziellen Sprachgebrauch. Die weitaus meisten „Priester“ denken nicht im Traum daran, selbst die Restriktionen zu leben, die sie dem Leben und Predigen des „Propheten“ entnommen und der Anhängerschaft als ultimatives Gesetz oktroyiert haben (vgl. das Motto: „Wasser predigen und selbst Wein saufen!“)

Jeder tatsächlich „christlich“ durchdrungene Politikansatz unserer „C“-Parteien folgt diesem Ablauf: alle christlichen Elemente sind von der modernen Politik regelrecht pervertiert, umgedeutet und soweit misshandelt worden, dass sie persönlicher Gewinnsucht und dem Machtstreben dienen – mit der Lehre des christlichen Jesus im Grunde jedoch wirklich nichts mehr zu tun haben. Wie wären denn sonst Waffenlieferungen möglich? Wie könnten Waffen in Deutschland sonst überhaupt hergestellt werden? Hätte Jesus jemals gesagt: „Bauet Waffen und richtet sie gegen Euch selbst und Eure Nachbarn!“ ?
Mit „Sozialdemokratie“ hat die „S“PD tatsächlich auch nicht mehr viel zu tun. Wären die „Sozialdemokraten“ Deutschlands Sozialdemokraten, wäre es vollkommen unmöglich, dass einer ihrer Redner für eine etwas mehr als einstündige Rede glatte 25.000 Euro einstreichen und sogar auch noch auf Befragen hinterher kleinlaut zugeben könnte, er habe nicht gewusst, dass dies einem Jahresgehalt einer Putzfrau entspräche.

Trotzdem tun die „C“DU-Politiker auf Befragen so, als sei ihnen angeblich die christliche Lehre wichtig und die „Sozialdemokraten“ recken wie ihre einstigen Propheten ihre Faust vor rotem Hintergrund hoch – während sie mit ihrer „Agenda“ den kleinen Leuten zum Wohl ihres eigentlichen Erzfeindes, den Konzernen, neben ihrem grad noch auskömmlichen Einkommen auch noch ihre Sparguthaben aus der Tasche ziehen.

Wenn Fromm diese Charakteristika an „Propheten“ und „Priestern“ darlegt, um die Distanzen und Differenzen zwischen den vorgeblich identischen Glaubensinhalten beider aufzuzeigen, muss man sich gleichzeitig um die Befindlichkeit derer kümmern, die durch Prophetie und Priestertum „bei der Stange“ gehalten werden sollen – und da beginne ich mich zu erschrecken:

Viel zu viele Menschen glauben tatsächlich immer noch, Deutschland verträte Menschen- und Völkerrechte. Sie gehen derart in die Irre, dass sie sich in den vorgefertigten und servierten Denkmustern bewegen und offenbar nicht in der Lage dazu sind, hinter die Tempelvorhänge der „Priester“ zu blicken.

Ich zitiere hier mal Jamie Schearer-Udeh, Vorstandsvorsitzende des Europäischen Netzwerks für Menschen afrikanischer Abstammung (ENPAD), die auf ZEIT-Online schreibt.

„Das rasante Wachstum der AfD zeigt aber noch etwas anderes: Die Mär vom Rassismus am rechten Rand ist nicht haltbar. Die zukünftigen AfD-Abgeordneten sind Ingenieure, Staatsanwälte, Anwälte und Richter.“

Ein sehr tragischer Irrtum, ein fatales Missverständnis! Ich selbst brauchte Jahre um zu verstehen, dass das deutsche Akademikertum mit Intellekt nichts zu tun hat. Ein Ingenieur verfügt heute definitiv nicht über mehr Verständnis, Einsicht und Überblick, er sitzt oft genug ganz praktisch neben seinem Kollegen im Blaumann auf der Bank und liest BILD. Ich selber erlebe jeden einzelnen Tag den Niedergang der Intellektualität in diesen Kreisen; unsere Akademiker sind scheuklappenbesetzte Fachidioten, die sich gleich ihrer Umwelt zunehmend aus herausfordernden Fragen der Politik nicht nur heraushalten, sondern sie als „lästig“ empfinden.
Ich habe seit Jahren mit vertrauteren Personen aus diesem Kreis schon direkt darüber gesprochen – und sie winken alle ab, selbst die, die sich tatsächlich (noch) bemühen. Ein vollendetes, noch dazu naturwissenschaftlich geprägtes Studium schützt vor Blödheit nicht. Ich habe so manchen Doktor Dinge sagen hören, die mir die Haare zu Berge stehen ließen, weil sie vor Unkenntnis, Gleichgültigkeit und Dummheit nur so strotzten.
Der „rechte Rand“, den Schearer-Udeh anspricht, beinhaltet diese Klientel längst!

Ihre schiefstehende Wahrnehmung der tatsächlichen Verhältnisse in Deutschland zieht sich quer durch ihre Gedanken:

„Eine einfache Art, rassistische Politik zu untergraben und Widerstand zu leisten, ist, jenen Raum zu geben, die normalerweise an den Rand gedrückt werden: Menschen mit Behinderung, Menschen mit Migrationshintergrund, Frauen* of Colour oder LSBTIQ-Personen sind nur wenige Beispiele. Dafür braucht es keine Medien oder Politiker, das können wir alle. „

Es mag sein, dass sie einfach zu jung ist und nicht über praktische Erfahrung mit Deutschland verfügt, die sich über viele Entwicklungsschritte erstreckt. Aber was sie sagt, ist leider katastrophaler Unsinn und dieses Denken kann und wird auch in Zukunft großen Schaden anrichten. Seit Jahrzehnten versuchen sich insgesamt wohl Millionen von Ausländern und Migranten bemerkbar zu machen; sie winken und rufen, sie malen Plakate, halten Demonstrationen ab, geben Interviews, sie zeigen sich, sie öffnen ihre Moscheen, Herzen und Wohnungen, sie laden zum Essen ein …. und blicken auf kalte Schultern.
Gerade vorgestern war ein „Tag der offenen Moschee“ und ich bin jedesmal gerührt, mit wieviel Arbeit, Geld, Freundlichkeit und Energie Tausende von Muslimen jedes Jahr alles dafür vorbereiten und herrichten. Ich blicke in ihre glänzenden Augen, sehe ihre Fröhlichkeit und ihre Erwartung über die dicken Besucherströme. Sie werden regelmäßig enttäuscht.
Es mag ja sein, dass sich irgendein Politiker irgendwann einmal der Idee annimmt, all diesen Menschen „einen Raum zu geben“, er wird jedoch keinen finden, den er geben könnte.

Unsere Medien haben längst realisiert, dass sich mit Schreck- und Spukgeschichten über all die „Fremden“ wesentlich mehr Auflage und Geld machen lässt und sie wissen auch, dass gerade DAS genau DIE Geschichten sind, die der Konsument zur Bestätigung seiner Ressentiments auch aufnimmt, während er alle anderen Erzählungen und Erklärungen zumeist mit Ignoranz straft. Weder in den Köpfen der Menschen noch in den Redaktionen würde man den Raum zur Verfügung stellen, den Schearer-Udeh anbieten will.

Betroffen machen mich Annahmen, die bereits im Grundsatz falsch sind:

„Weiterhin handelt Deutschland im eigenen Interesse, wenn es die Abwanderung von Menschen mit Rassismuserfahrung verhindert.“

Das genaue Gegenteil ist der Fall! Eine umsatz- und verkaufsorientierte Gesellschaft wie die unsere BRAUCHT den Rassismus zur Realisierung einer ökonomisch optimierten Einkaufs- und Verkaufspolitik. Da es keine objektiv und wertegestützte Möglichkeit gibt, z.B. Energieträger wie Öl im Einkauf zu optimieren, findet Deutschland eben durch die Entzündung von Konflikten Wege, die Einkaufspreise zu drücken. Da sich hierbei gleichzeitig (!) in rascher Folge Bedarfsträger von Hight-Tech-Produkten für neuer und effizienter Waffensysteme herausbilden, konstruiert man eine für Wirtschaftler schlichtweg geniale Profitausweitung.
Dazu bedarf es einer eigenen Bevölkerung, die möglichst keine oder wenig Skrupel hat, diesem Weg auch zu folgen. Rassistische (Herrenmenschen-) Vorstellungen sind da äußerst hilfreich und wurden auch durch die aufmerksame und regelrecht liebevolle Pflege des NSU durch die Regierung angeregt, gefüttert und initiiert.

„Nicht alle haben aber die Möglichkeit, auszuwandern – und viele wollen es auch nicht, denn Deutschland ist seit Generationen ihr Zuhause. Diese Menschen sollten wir fördern, damit sie dieselben Chancen haben wie alle anderen.“

Um Himmels Willen!
Es mehren sich zu Recht die Stimmen, die 2017 mit 1938 vergleichen und falls die Betroffenen, Gejagten, Geringgeschätzten den gleichen Fehler machen sollten wie die Juden ihn damals in Deutschland gemacht haben, droht ihnen hier noch viel Leid!
Viele Hunderttausend schwankten damals und entschieden sich voller Vertrauen für die vermutete Integrität ihrer jahrhundertealten Heimat. Tausende von ihnen kämpften Schulter an Schulter mit nichtjüdischen Kameraden im Ersten Weltkrieg, nicht wenige von ihnen erhielten Orden für ihre Tapferkeit, die sie ihrem Kaiser erwiesen haben.
„Das werden sie nicht tun!“ dachten sie – womöglich, bis man die Tür zur Gaskammer für sie öffnete und sie zum Sterben hineinjagte.

„Schließlich sollten unsere Gesetzgeber einen angemessenen Rahmen für eine vielfältige Gesellschaft schaffen.“

Was ist das?
Dummheit? Blindheit? Substanzloses Vollvertrauen?
Sieht sie denn nicht, WAS der Gesetzgeber tatsächlich tut? Dass er mit seinem „Schleier- bzw. Burkaverbot“ das Messer des Rassismus wetzt?

„Es braucht in den kommenden Jahren also eine Verschiebung des Bewusstseins. Anstatt die AfD in den Fokus zu rücken, sollten wir die Potenziale in der Gesellschaft ausschöpfen. Allen Menschen zuhören und jene einbeziehen, die derzeit kaum gehört werden. „

Meiner Meinung nach muss niemand die AfD („Alles für Doofe!“) in einen Fokus rücken. Diese Position ist für diesen Haufen betoniert. Ein Krümel wird sich nie dem Abwärtsstrudel in einem Wasserbecken entziehen können und, den Kräften des Niedergangs folgend, immer in Richtung Abgrund bewegen. Das ist sein Fokus.
Und das „Potenzial“ in der Gesellschaft ist das abstürzende Wasser, das durch den Syphon hinein in die Kanalisation stürzt.

Schearer-Udeh ist ein Opfer unserer „Priester“. Sie wirkt und drückt sich aus wie eine gebildete Frau und deshalb finde ich ihr Irren tragisch. Ihre Absicht ist lauter, so wie ich sie wahrnehme und da ihr Text dies transportiert steht zu befürchten, dass ihrem Irren Menschen vertrauen und sogar auch noch folgen könnten.
Meine Mutter klagt seit mehr als fünfzig Jahren „positives Denken“ bei mir ein und ist in diesem ganzen, halben Jahrhundert damit glücklos geblieben. Deshalb bin ich gedanklich viele Kilometer weit davon entfernt, den meisten dieser „Priester“ auch nur Lauterkeit zu unterstellen und nicht etwa, wovon ich überzeugt bin, eiskaltes Gewinnstreben.

Dieser tiefsitzende Argwohn gegen alles „Deutsche“ und die Furcht davor, es als etwas Erstrebenswertes, Lauteres, Helles und Wertvolles wahrgenommen aufzufinden, mag damit zusammenhängen, dass von meiner Familie nur sehr wenige den letzten, großen Selbstbetrug und Irrtum vor 70 Jahrhen überlebt haben.

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Demokratie – und „Demokratie“

Nicht erst seit der letzten Bundestagswahl habe ich in Bezug auf das Wort "Demokratie" ein Störgefühl entwickelt, ohne es jedoch genau verorten zu können.

Irgendetwas stimmt da nicht.

Nein nein … am politischen Betreiben der Demokratie scheint tatsächlich kein Getriebeschaden erkennbar. Alles gut. Seitens unserer Regierung wäre nun keine Anstrengung erkennbar, Wahlen entweder zu verbieten, zu fälschen, Wähler von ihrem Urnengang abzuhalten oder für die Abgabe einer gewünschten Stimme zu bezahlen (oder anders herum: für die Abgabe einer "falschen" Stimme zu verhaften).
Es zeigt sich auch kein Verdacht, zu schweigen von ernsten Vorwürfen, gegen Russland. Nein – Wladimir Putin hat keinen aktiven Einfluss auf den Verlauf der Wahl genommen.

Dennoch erhebt sich der Bundespräsident Walter Steinmeier und schreibt uns mit seiner Rede eine Lektion ins Hausaufgabenbuch – mit der Überschrift: "Wir müssen die Demokratie beschützen!"

Da stimmt was nicht, da haben wir eine Schieflage.

Bevor man allerdings den Fehler macht, aufgrund eines unappetitlichen Wahlausganges gleich die Demokratie in Gefahr zu verorten, muss man die Kurve meines Erachtens sauber ausfahren und mit der Bestandsaufnahme weitermachen. Sonst kommt man nie dahinter, was eigentlich falsch läuft im Staate Deutschland.

Also zurück:
Wir haben in Deutschland mit der reinen Technik des Wahlvorganges kein Problem; auch wenn ich auf dem Land beobachte, dass einige Wahlbüros erkennbar mit (Lokal-) Politikern, kaum aber von "normalen Bürgern" besetzt sind, kann im Großen und Ganzen von einer sauber verlaufenen Wahl als solcher ausgegangen werden. Das Verfahren im Hinterzimmer, das zwischen der Öffnung der Urnen und der Feststellung des jeweiligen Ergebnisses vollzogen wird, setzt viel auf Vertrauen und kann kaum stärker kontrolliert werden. Ich gehe jedoch keineswegs davon aus, dass hier Manipulation größeren Ausmaßes passiert, die das Gesamtergebnis signifikant verbiegen könnte.
Ich war selbst einige Male Wahlhelfer und kann mich eigentlich über die Abläufe im Wahlbüro nicht beklagen.

Im Vorfeld hat es meiner Meinung nach im Wahlkampf ganz massive Meinungsmanipulationsversuche gegeben, die letztlich auch zum Erfolg führten. Jedenfalls für einige wenige. Man schwafelte ergebnis- wie sinnlos ein kleines Bisschen über die Rente, "vergaß" die Außen- und Sicherheitspolitik vollständig und konzentrierte sich dann auf die Türkei. Merkel hatte in allen Talkshows und sonstigen Gesprächsrunden sichtbar um Fassung und gesetzte Wort, vermutlich auch um Ahnung und Meinung zu diversen Themen gerungen; sie zeigte sich, vorsichtig ausgedrückt, uninformiert, wenn sie von Bürgern auf relevante Themen angesprochen wurde, die eine Bundestagswahl im Grunde erst ausmachen. Sie war auf grundlegende Fragen nach der Wohlfahrt der Bürger nicht vorbereitet und hatte sich ganz offensichtlich auf die großen Aufregerthemen konzentriert. Und eines davon hieß eben Recep Tayyib Erdogan. Man erklärte an allen politischen Fronten Erdogan kurzerhand zum "Diktator" und spielte ihm dabei reichlich in die Hände. Erdogan erlebte kaum je soviel Aufmerksamkeit von Deutschland wie in dieser ureigensten, innersten und sensibelsten Angelegenheit im Staat.
Das war nicht nur armselig.
Das Gekreische in Ankaras Richtung, man möge sich mit Kommentaren und sonstigen Einflussversuchen zur deutschen Wahl zurückhalten und dies sei eine unerträgliche Einmischung, hatte von Anfang an nur für die Blöden im Land Substanz. Immerhin hatte man nur wenige Monate zuvor in Berlin nichts unversucht gelassen, um das Referendum in Ankara möglichst massiv zu beeinflussen. Man akzeptierte nicht nur, dass türkischstämmige Wähler im Kampf um die Erhebung oder Vernichtung Erdogans in Deutschland übereinander herfielen, sondern gab ihnen sogar auch noch ganz konkrete Anweisungen mit auf den Weg, wie ein angeblich "anständiger" Türke abzustimmen habe – mit "Nein!" selbstverständlich.

Damit wäre der gesamte Wahlkampf im Wesentlichen abgehandelt.

Der "Jud Süß" der deutschen Politik heißt heute Cem Özdemir. Er, der türkischstämmige Mitbürger, findet im Leben keinen anderen Sinn mehr als das beständige Suchen nach immer neuen Manipulations-, Vorwurfs- und Anklagemustern gegen die Türkei. Er kann gar nichts anderes und es steht zu bezweifeln, ob er je etwas anderes gekonnt hatte. Für ihn besteht die Welt ausschließlich nur noch aus einer brutalen, grausamen und mittelalterlichen Türkei und dem strahlenden Heilslicht am Horizont mit Namen Deutschland. Alle, die in seinen Swing nicht einschwingen, sind eben einfach nur doofe Deutsche oder doofe Türken. Deshalb hören sich all seine Reden und Statements auch an, als doziere der angesäuerte Herr Oberstudienrat vor Grundschülern. Über den Rest ist Schweigen; all die Lindners, Seehofers und Schulzes in der deutschen Politik überholen sich gegenseitig auf ihrem Rennen zum Abgrund, in welchem ungeahnte Stimmenmengen als Schatz im Schlamm liegen.
"Stimmen stinken nicht!" scheinen sie zu denken und bedienen sich schamlos und recht offen am ultrarechten Rand.

All das aber ist keineswegs ein "Untergang" der Demokratie!

Gleichen wir unsere innerdeutschen Zustände doch mal mit der reinen Lehre ab – dafür zitiere ich Wikipedia:

"Demokratie (von altgriechisch δημοκρατία, deutsch ‚Herrschaft des Staatsvolkes‘; von δῆμος dēmosStaatsvolk“ und altgriechisch κρατός kratós „Gewalt“, „Macht“, „Herrschaft“) bezeichnet Herrschaftsformen, politische Ordnungen oder politische Systeme, in denen Macht und Regierung vom Volk ausgehen. Dieses wird, entweder unmittelbar oder durch Auswahl entscheidungstragender Repräsentanten, an allen Entscheidungen, die die Allgemeinheit verbindlich betreffen, beteiligt."

Wo hätten wir also jetzt ein Problem, Herr Steinmeier?

Der dramatische Rechtsruck im Land war zu keinem Zeitpunkt undemokratisch. In jedem einzelnen Fall, in dem die AfD ("Alles für Doofe!") in ein Parlament einzog, wurde die Zusammensetzung eben dieses Parlamentes demokratisch vollkommen sauber herbeigeführt. Auch wenn die AfD einst einmal die Regierung und den Kanzler stellen sollte, wird es keinen Funktionsfehler unserer Demokratie gegeben haben!

Was kann ein Buttermesser dafür, wenn es statt in eine Butter in ein Herz gestoßen wird?
Was kann die Demokratie dafür, wenn die stimmabgebende Bevölkerung dumpf und doof im Kopf geworden ist?

Die gehabte und neue Bundesregierung, nicht ganz zufällig personell in Teilen identisch, hat durch ihre eigene Politik in den letzten zehn Jahren selbst dafür gesorgt, dass sich die Bevölkerung an ihre rechtsradikalen Inhalte erinnert. Sie hat ganz absichtsvoll rechtsgerichteten Terror nicht nur ermöglicht, sondern geradezu initiiert. Offenbar hielt sie es für eine gute Idee, sich selbst einen Feind zu schaffen, den sie vermutungsweise ganz leicht steuern, lenken, wachsen und niedergehen lassen kann. Ein paar Bömbchen hier, der eine oder andere, zwanglos geworfene Molotowcocktail da, zusammengeschlagene, niedergestochene Ausländer schienen eine zeitlang eine angenehme Kulisse zu sein, vor der man Raubbau von Rechten, Freiheiten und Privatsphäre betreiben konnte. Und man sonnte sich sogar auch noch im Licht der verzweifelten Forderungen von Bürgerseite her, genau das auch zu tun.
Rechtsradikale und rassistische Politik als solche vereinfacht das Einmauern nach außen, die Diskreditierung derjenigen, deren Resourcen man ausbeutet und Städte verbrennt.
Die Bundesregierung braucht Rechtsradikalität, damit weder die Bevölkerung, noch die Soldaten ein Störgefühl dabei haben, die rechtmäßigen Besitzern von ihren Rohstoffquellen wegzuschießen. Es darf sich nicht um Menschen, es muss sich um "rückständige Islamisten" drehen. Ein ganzes, dem Erdboden gleichgemachtes Dorf mit vielen toten Kindern wird ganz einfach zu einem "Terrornest" erklärt und selbst Zehnjährige wurden nach ihrem Umbringen mal eben zu "Terroristen" umgewidmet.

All diese hetzerischen Schreihälse wie Özdemir, Seehofer, Sarrazin, Gauland sollen und wollen diesen Trend aufrechterhalten und sie haben einige Stufen zum Erfolg durchaus schon bezwungen. Wenn ein Seehofer und die halbe "C"DU nur wenige Tage nach der Wahl ganz offen, ungeniert und schamlos davon reden, ganz bewusst nun einen großen Schritt nach rechts vollführen zu wollen, ist das die direkte Bestätigung meiner Darstellung.
Der wirtschaftliche Erfolg Deutschlands und somit die Bezahlung unserer Politiker durch Lobbyisten hängt unmittelbar davon ab, wie wenig Moral, Menschenrecht und Gerechtigkeit außenpolitisch angewendet werden muss.
Demzufolge musste ein Mechanismus entworfen werden, der es erlaubt, immer alles an jeden verkaufen zu können und Märkte neu zu schaffen. Das gelingt z.B. durch das Offenhalten der Wunde Syrien. Durch die direkte (!) Bewaffnung und Bezahlung blutsaufender Diktatoren wie den Ägypter al-Sisi und vor alllem durch konsequentes und eisiges Totschweigen von Verbrechen, die unsere Verbündete vor den Augen der ganzen Welt begehen wie z.B. in Israel.

Adolf Hitler ging einen sehr ähnlichen Weg: erst durch seine "Entdeckung" der Juden erschuf er sich künstlich ein Monster, mit aller Schuld beladen und das er bequem vernichten konnte. Ihm blieb nur noch zu tun, das latent seit Jahrhunderten existierende Muster der Fremdenfeindlichkeit, Missgunst und des Neides für sich zu aktivieren. Er fokussierte dies Bedürfnis nach Verfolgung und Vernichtung von Minderheiten auf die Juden. Juden horteten angeblich zusammengestohlenes Kapital, beeinflussten das Zusammenleben der Kulturen und seien nichts mehr als Schädlinge. Ergo galt es, alle Macht, Resourcen und Gebiete gewaltsam den Juden zu entreißen, die angeblich all das unter ihre Herrschaft bringen wollten.
Heute sind es eben die Muslime.

Unsere Demokratie trägt daran keine Schuld.
Sie ist nur ein Gedankenmodell mit tauglicher Umsetzung – sie ist für das Ergebnis dessen, was bei einer Volksbefragung herauskommt, natürlich nicht verantwortlich.

Soviel muss uns klar sein. Ganz klar, weil wir sonst den üblichen Rattenfängern wie Steinmeier auf den Leim gehen und das Problem, das wir haben, mit unserer Unzulänglichkeit dadurch vergrößern, dass wir nun an der Demokratie herumschrauben.
Es wäre blöd, ein Buttermesser krummzubiegen, damit es in kein Herz mehr gestoßen werden kann … denn dann taugt es für die Butter auch nicht mehr.

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Unabhängigkeit und das Ende der Menschheitsentwicklung

Jeder und alles kann sich unendlich weiter entwickeln.So die Theorie.
Wir drücken also in vielleicht ein- oder dreitausend Jahren zusammen mit unseren Milchkuhhälbern die Schulbank, Delphine arbeiten als Universitätsprofessoren und wir Menschen leben alle in einem irdischen Friedens- und Wohlstandsparadies, hüpfen mit Blumen im Haar lachend über Wiesen und niemand hat ein Problem mit irgendjemand anderem.

Wer diese Zeilen als verrenkt empfindet, hat ein bodenständiges Verständnis von unserer Welt und und Menschen entwickelt.
Denn irgendwann gerät einfach jede Entwicklung an ihr (im Grunde vordefiniertes) Ende – und jenseits aller Optionen setzt dann ganz trivial nur das Absterben ein.
Arten, die sich neuen Wirklichkeiten nicht schnell genug anpassen können und Arten, deren Körper- und insbesondere Hirnaufbau nicht zur Erledigung komplexer gewordener Aufgabenstellungen hinreichen, gehen unter. Oder sie suchen sich Refugien, in welchen sie weiterexistieren können oder sie eliminieren Störeinflüsse, die sie nicht bewältigen können.

Dieser Moment ist für den Menschen offenbar erreicht.
Alle körperlichen und geistigen Merkmale, die uns Allah geschenkt und mit denen er uns zur Krone der Schöpfung gemacht hat, haben ihre Leistungsgrenze jetzt erreicht – und ohne die geistige Kraft aufzuwenden und auszuschöpfen, mit dieser gehobenen Ausstattung auch eine Zukunft zu meistern, werden und müssen die Menschen in einem gigantischen Chaos zwangsläufig untergehen.

Die Wahlergebnisse in Europa, den USA und die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens wie der Kurden sind machtvolle Indizien (beinah empirische Beweise!), dass dem Menschen als solchem nun auch das Stündlein geschlagen hat – er ist breitflächig an das Ende seiner Entwicklungsmöglichkeiten gelangt.
Diese Unabhängigkeitsbestrebungen sind, wie die generelle und kritiklose Ablehnung von Fremden und der Globalisierung auch, ein Kennzeichen dieses Entwicklungsstillstandes, wenn man nicht gar von Rückschritten sprechen will. Die Menschen verleihen ihrer unausrottbaren Sucht nach kleinteiliger, eifersüchtiger und ignoranter Identifikation mit immer kleineren Gruppen und Grüppchen Ausdruck. Sie versagen damit in ihrer Entwicklungsmöglichkeit, die sie in Form eines hochentwickelten Gehirnes eigentlich hätten – und somit zeigen sie sich unfähig zur Fortexistenz. Das gleiche gilt selbstverständlich für alles, was extrem rechtsgerichtet und fremdenfeindlich eingestellt ist. Und das sind allein in Deutschland mindestens etwa 13 Prozent.
Es geschieht aber nichts, was uns nicht durch den Qur’an längst angekündigt worden wäre.

In den Zeiten des Internets fließen in kürzester Zeit immer mehr Informationen rund um den Erdball; niemand aus der Ersten Welt kann ohne zu lügen behaupten, von diesen Informationen gänzlich abgeschnitten zu sein. Wir sehen heute wenige Stunden nach einem Ereignis vollständige und häufig genug grausame und brutale Bilder, Filme von den Auswirkungen unseres eigenen Versagens und bestärken uns gegenseitig in der Selbstlüge, man könne ja nichts dagegen unternehmen. Die "zivilisierten" Menschen sind keinen Deut weiter oder höher entwickelt als die vorgeblich "unzivilisierten", sie haben lediglich Strategien dazu entwickelt, den aus Unrecht und Brutalität gezogenen Reichtum frei von allen Störgefühlen genießen zu können. Obschon sie selbstverständlich wissen, dass sie selbst und höchstpersönlich daran mitwirken, dass sich die Menschen gegenseitig abschlachten, halten sie sich keineswegs für schuldig.

Unabhängigkeitsbestrebungen folgen der gleichen Melodie, schreiben aber etwas andere Verse.

Die Kurden verfallen einem kruden wie grotesken Vorstellungsgeflecht von einer eigenen Nation, weil sie bedeutende Bestandteile irakischen Öls in ihre Taschen fließen lassen wollen. Bestünde die fragliche, irakische Region aus nichts als Wüste, Steinen und Sand, käme kein Kurde je auf die Idee, einen eigenen Staat haben zu wollen, der ihnen letztlich nur Not, Hunger, Kälte und ewige Armut bescheren würde. Das ganze Gefasele von einer "nationalen Identität" halte ich für durchgehend verlogen und geheuchelt. Das Angebot von Erdogan, eine solche Identität straffrei und in Frieden samt eigener Sprache leben zu können, haben sie brüsk abgelehnt. Darum ging es ihnen auch nie.
Katalonien wird als reichste Region Spaniens betrachtet – und auch hier ist Gier der einzige Antrieb zum Streben nach Unabhängigkeit. Man möchte als Region viel mehr vom wirtschaftlichen Gewinn profitieren und die insgesamt dann bedeutend bedürftigere Mutternation Spanien dafür darben lassen. Das Wohl Spaniens ist den Katalonen vollkommen gleichgültig, wenn sie dafür nur ein paar Euro monatlich mehr im Portemonnaie haben.

Unsere "Demokratie" ist längst zur Farce geworden – auch wenn ich der handelnden Politik dabei die Stange halten muss, denn sie trägt nur wenig Schuld an diesem Desaster:
Die Hauptschuld trägt jeder einzelne Bürger selbst. Er selbst ist es, der all die Rechte und Freiheiten, für die wenige Generationen zuvor noch Tausende und Hunderttausende in den Straßen und auf Schlachtfeldern gestorben sind, achtlos zugunsten lustvollen Konsums und Zeitvertreibs fortwirft. Nirgendwo hielt eine Angela Merkel einen halben Wähler von der Abgabe seiner Stimme ab. Niemals hat einer unserer Berliner Politiker Wahlen insgesamt zu "unanständig" oder "undemokratisch" erklärt, bisher wurden trotz intensiver Prüfungen keine Wahlmanipulationen festgestellt, keiner wurde für eine Meinung verhaftet und niemand wurde für sein Pfeifen und Brüllen auf einer Wahlkundgebung niedergeknüppelt. Bisher hält unser Land alle Mindeststandards für eine "umgesetzte, arbeitende Demokratie" durchaus ein – es nutzt aber nichts, weil sich der potenziell verantwortliche Wähler ganz einfach verweigert.
Erst kürzlich las ich von einem Philosophen die bittere Anklage gegen uns Deutsche, wir seien einer "Bequemlichkeitsverblödung" anheimgefallen, was der Wahrheit entspricht.

Annahme von Lerneffekten und daraus resultierendem Wissen wird in Deutschland aktiv und unter Anstrengungen vermieden, oft geschieht dies in aggressiver Form.
Mir kommt das vor wie eine Brutkolonie von Albatrossen auf Bird Island. Dort werden einmal pro Woche alle Rattenfallen kontrolliert weil Biologen eine Verseuchung der Insel durch Ratten verhindern will. Die riesigen Vögel würden, so sagen sie, ganz ungerührt eine Ratte beim Annhähern und Fortstehlen von ihren Eiern betrachten, weil sie nie Ratten gekannt haben und kein Wissen darüber haben, dass sie durch die Schädlinge ausgerottet werden könnten.
So verhält sich der "erfolgreiche" Wähler in einem europäischen Staat: jahrzehntelang ignorierte er fehlerhafte Entwicklungen und weigerte sich, dagegen einzuschreiten. Er vermied die Aneignung von Wissen und blieb in voller Absicht (!) unpolitisch. Heute sieht er ungerührt zu, wie die braunen Ratten seine Substanz auffressen und weil er sich nie wirksam mit Grundsätzen befasst hat, verwandelt er sich sogar selbst zu einer Ratte und frisst seinerseits am Grundstein der Demokratie.
Er verblödet kraft eigener Entscheidung.

Natürlich verfügen wir über alle notwendigen Untersuchungen, Erkenntnisse und Weisheiten um völlig klar sagen zu können, dass nur die Zusammenschaltung von Menschen Krisen bewältigen kann und nur eine zunehmende Zersplitterung von Gemeinschaften derartige Krisen heraufbeschwört. Selbstverständlich wissen wir Menschen seit Jahrtausenden (!), dass eine Gemeinschaft, die sich über möglichst viele Individuen erstreckt und einem gemeinsam definierten Ziel folgt, Erfolg haben wird. Und deshalb ist es selbstverständlich vollendeter Schwachsinn, freiwillig in immer kleinere Boote umzusteigen.
Es sei denn, man rechnet mit persönlichem Erfolg auf Kosten anderer, mit Machtzuwächsen, größeren Pfründen.

Jetzt ist eine Zeit angebrochen, die wohl nur noch Muslime im Vertrauen auf die Wirksamkeit des Qur’an und auf die Existenz Allahs überstehen können, denn jetzt sind menschliche Qualitäten gefordert, die der Islam verlangt und ausbildet. Schon immer setzte Islam auf die "Ummah", auf die weltumspannende Vereinigung aller Muslime, deren einzige und grundlegende Regeln auf ein gemeinsames Verständnis fußen. Alle womöglich trennenden Aspekte wie Hautfarbe, Sprache, Herkunft sind wortwörtlich wie (natürlich!) absichtsvoll im Qur’an ausgeschaltet, gelten als Sünde und werden als Fehler, Vergehen und Problem geschildert.
Da, wo wir Muslime dies (noch) nicht so umgesetzt haben, haben wir Muslime und nicht etwa der Islam versagt – wir haben jedoch den strategischen Vorteil, darum zu wissen und uns dessen sehr bewusst zu sein.
Wir Muslime finden es ausformuliert, gepredigt und geschrieben.
Machen wir uns Muslime bereit für das, was da kommen wird.
Im Gegensatz zu allen anderen werden wir ein Licht haben, wenn es für alle anderen dunkel wird.

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Cassini-Huygens – und ein Nilkrokodil

Als die ganze Welt damals den Atem anhielt, war ich immerhin längst Schüler. Ich saß im Kreise von verwandten Kindern im Schneidersitz auf dem Teppich und war umringt von den Eltern, die wie wir auch gebannt und schweigend auf den Fernseher starrten. Und dann schnarrte es aus dem TV: „Dies ist ein kleiner Schritt für mich und ein großer für die Menschheit.“. Der Mensch hatte tatsächlich den Mond betreten.

Die Faszination für die Raumfahrt hat mich nie wieder losgelassen.

Einige Jahre später starteten die Voyager-Missionen und eine von ihnen trug neben einer echt goldenen Schallplatte viele Informationen über uns Menschen und unsere interstellare Kontaktadresse mit sich. Wiederum einige Jahre später startete die Sonde „Cassini-Huygens“ mit dem Ziel Saturn.

Aber was immer der Mensch mit all seiner Technik versuchte, wohin immer er Raketen startete – der Himmel schwieg.

Heute morgen sah ich auf arte eine Dokumentation, die sich mit dem Nilkrokodil befasste. Ich habe die Heimat der Tiere bereist und auch einige von ihnen sowohl mumifiziert als auch lebendig gesehen. Seit Jahrtausenden gilt es als bösartig, verschlagen und grausam und in der Tat sind sie zumindest ausgewachsen furchteinflößend. Sechs Meter lang, unter Wasser bis zu 32 Kmh und an Land immerhin noch 12 Kmh schnell, eine halbe Tonne schwer und mit einer beinah undurchdringlichen Panzerung besetzt.

Voyager, die Sonde mit unserer goldenen Botschaft, schießt seit nunmehr vierzig Jahren durch das Weltall. Sie passierte bereits einige Planeten, Monde und zahllose andere Himmelskörper und soll nun, nachdem der letzte Funkkontakt abgebrochen ist, unser Sonnensystem verlassen. Die Sonde bildete zusammen mit Cassini-Huygens und der zwischenzeitlich ebenfalls abgewickelten New-Horizon-Mission Taschenlampenstrahlen eines Menschen, der sich plötzlich in einer gigantischen und absolut dunklen Höhle wiederfindet.

Wer mit einer Feluke hoch oben im ägyptischen Süden über den Nil fährt, der sucht unwillkürlich vier verräterische Höcker, die in bestimmter Anordnung nur knapp über die Wasseroberfläche ragen – es ist nie unmöglich, dabei erfolgreich zu sein. Man zieht unwillkürlich jeden Finger aus dem Wasser wenn man weiß, dass neuntausend hochfeine Druckrezeptoren an den gewaltigen Kiefern der Krokodile auf weite Entfernung jedes Wasserkräuseln „hören“. Wer einmal ein Krokodil beim mehrere Meter hohen Sprung aus dem Wasser beobachtet hat, fühlt sich dann in kleinen Booten nicht sicher.

Gestern schickte das Jet Propulsion Laboratory von der NASA ihre mehrere Milliarden Dollar teure Cassini-Sonde auf einen Selbstmordkurs; da ihr Brennstoff völlig verbraucht war und sie dennoch vierzig Kilo hochstrahlenden Plutoniums an Bord hatte, musste sie sicher entsorgt werden. Das Plutonium wäre stark genug, jede Welt entsetzlich zu vergiften und so sollte sie sicher auf Saturn verbrennen. Dort wurde das Plutonium beim Absturz verbrannt. Zuvor kreiste die Sonde viele Male um Saturn, seine Ringe und seine Monde. Neben den bekannten wurden viele neue entdeckt und die Monde Titan und Enceladus lieferten erstaunliche Bilder und wissenschaftliche Daten.

Die Rückenpanzerung eines Nilkrokodils ist nicht etwa einfach nur Hornmasse. Sie ist durchzogen von einer feinen Maserung von Kapillargefäßen; aufgetaucht wärmen sie das aus dem Körper aufsteigende Blut auf eine perfekte Temperatur von 32 Grad. Das ist exakt die benötigte Wärme, mit der das Krokodil seine Muskulatur perfekt ansprechen und in einen Angriff mit maximaler Kraft und Geschwindigkeit umwandeln kann. Das macht die Tiere so gefährlich; selbst wenn sie an Land das Bild träger, schläfriger Echsen abgeben, sind sie innerhalb eines Sekundenbruchteiles hochgeschnellt. Ihr Angriff ist buchstäblich unwiderstehlich: ihr hohes Gewicht entwickelt die Kraft einer vorschnellenden Abrissbirne, ihre Kieferkräfte zählen zu den höchsten im Tierreich, ihre Panzerung macht sie unempfindlich und sie können ihre Ohren und Augen im Moment des Zuschlagens mit Panzerung abdecken und ins Innere des Schädels zurückziehen.

Viele der Welten, die alle Apollos, beide Voyagers, Cassini-Huygens und New Horizon untersucht haben, wären zumindest theoretisch dazu in der Lage, Leben zu tragen und wiederum viele von diesen besitzen Aminosäuren, Wasser, Kohlenstoffe und viele andere Materialien mehr, aus denen Leben besteht. So mancher Wissenschaftler saß angesichts der neuen Datenfülle da und konnte nicht fassen, dass er alles Erdenkliche, Unerwartete, Verblüffende entdeckt hatte – aber nie Leben. Mittlerweile haben wir einen ganzen Fahzeugpark auf den Mars verfrachtet, der jahrhundertelang Furcht und freudige Erwartung unter uns Menschen genährt hatte, weil er so lebensfreudig erschien. Ja. Es gibt dort Wasser. Aber soviel Sand auch durch die Röhrchen unserer Maschinen rann und analysiert wurde, es fand sich nie Leben. Kein Fossil zeigte uns, dass es dort wenigstens mal welches dort gegeben haben könnte.

Noch nicht einmal eine ruhige, unbewegte Wasseroberfläche taugt als Indiz, dass kein Krokodil genau unter einem sein könnte. Sie schöpfen mit einem einzigen Atemzug genug Luft, um sich eine halbe Stunde lang unter voller Angriffsfähigkeit unter Wasser zu halten, während sie unablässig auf Beute lauern. Intinktiv koppeln sie beispielsweise die Lunge vom Blutkreislauf ab, um den im Blut gelösten Sauerstoff vollständig den Muskeln zur Verfügung stellen zu können. Im Bedarfsfall aktivieren sie gewaltige Muskelpakete in ihrem Schwanz und verwandeln sich zu einem Torpedo. Die Ring- und Längsmuskeln darin führen zur Maximierung der Geschwindigkeit eine exakt abgemessene Sinusbewegung aus.

Cassini hatte den mitgeführten Lander mit Namen Huygens auf dem Saturnmond Titan abgesetzt. Bei Temperaturen von minus 180 Grad waren dort auf Fotos Seen auszumachen und man vermutet, dass es sich dabei um Methan handelt, das sich bei diesen Temperaturen wie Wasser verhält. Ein anderer Saturnmond, Enceladus, scheint beinahe nur aus Eis zu bestehen und in Form von Geysiren stößt er gewaltige Mengen davon ins All. Aber sowohl Titan als auch Enceladus sind tote Welten.

Unser Mond ist auch tot.

Insgesamt sind wohl tausende von Teleskopen auf der ganzen Welt auf hunderttausend Ziele im Weltall gerichtet. Seit hrzehnten lauern sie; riesige Antennenschüsseln strahlen Radiobotschaften und Millionen von Spektralanalysen liegen uns vor. Aber da ist nichts. Da ist niemand. Alles ist tot. Unsere wildesten Träume und Ideen zerstieben wie Schnee vor der Sonne. Kein Verdacht erhärtet sich … alles ist tot. „Ätsch!“, scheint uns das Leben eine lange Nase zu drehen, „Ätsch! Ihr seid auf dem Holzweg. Hört tauf zu träumen!“. Gerade in den letzten Jahren häuften sich Entdeckungen von Planeten in einer habitablen Zone, die den Verdacht auf flüssige Wassermengen zulassen. Aber da zeigt sich uns kein Leben – und in einer Zone, die in erträglichen Entfernungen lägen und mit unserer Technik wenigstens theoretisch erreichbar wären, schon mal überhaupt nicht. Man kann fast die knirschenden Zähne oder das Weinen der Wissenschaftler sehen, die so unglaubliche Lebensmengen im All unterstellen wollen. Da ist ….. nichts.

Das Nilkrokodil aber lebt. Es ist ein optimiertes Lebensrezept und wirkt seit Millionen von Jahren. Milliarden hochspezialisierter Körperzellen stimmen das Lied derir Einzigartigkeit und des Erfolges an. Es pflügte schon durch Flüsse, Seen und Ozeane, als es noch keine Menschen gegeben hatte.

So faszinierend all diese Blecheimer auch sind, die das Optimale dessen darstellen, was Menschen nur mit ihrer Intelligenz vermögen – sie zeigen uns doch nur eines: alles ist tot. Die Erde ist es nicht.

Und wieder wird der Heilige Qur’an wahr, der uns an sovielen Stellen mit beinah verzweifeltem Unterton mahnt: „Dies alles sind Zeichen. Wollt ihr nicht verstehen?

Nein. Es steht nirgendwo im Qur’an, dass Allah außer uns nichts und niemanden erschaffen hat. Aber ich lerne an Cassini-Huygens, all den vielen anderen Blecheimern und dem Nilkrokodil, wie wertvoll Allahs Schöfpung ist. Wie bedeutsam und groß, wie unwiderstehlich, perfekt und wunderschön Er unser Zuhause geschaffen hat – und wie einzigartig das Leben ist.

Wir sind allein. Und sind es doch nicht.

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