Eine Polemik: Deutschland – Steine auf Deutsches Rotes Kreuz

SPIEGEL-Online schreibt heute:

Sechs Jugendliche haben in der Nacht zu Sonntag an einer Flüchtlingsunterkunft in Halberstadt Steine auf Helfer des Deutschen Roten Kreuzes geworfen. Dabei wurde eine 20-jährige Helferin an der Wange getroffen und leicht verletzt, teilte die Polizei mit. Zudem sei mehrfach „Ausländer raus“ skandiert worden.

Viel mehr, denke ich, muss man über unser Deutschland heutiger Tage eigentlich gar nicht mehr wissen um zu verstehen, weshalb das Bild Deutschlands und seiner Bewohner in der internationalen Wahrnehmung konsequent immer weiter absinkt.

Hier muss man im Grunde genommen innehalten und sich kontemplativ der Frage stellen, was eigentlich passiert ist, dass deutsche Bürger Steine auf Hilfskräfte werfen, denen sie möglicherweise selbst einmal ihr Leben zu verdanken haben. Wir müssen uns wahrhaftig fragen, ob unser Gesellschaftssystem nicht ähnlich verbraucht und von vornherein falsch angelegt war wie das des Kommunismus etwa. Denn soviel steht fest: wenn dies Nachkriegs-Deutschland, das Auschwitz-Deutschland, das führergläubige, dumme wie hasserfüllte Deutschland der Vergangenheit durch eines abgelöst worden ist, in dem es wieder schick ist, Fremde und Gäste anzugreifen, anzupöbeln, abzustechen, zu beleidigen und ihnen das Dach über dem Kopf anzuzünden, dann ist irgendetwas gewaltig schiefgegangen in diesem Land. Dann ist es Ausdruck gefährlicher, politischer Dummheit, nach wie vor Forderungen nach einer „Willkommenskultur“ durch die Medien zu posaunen –  weil es nichts mehr als Pfeifen im dunklen Walde ist.

Es liegt vermutlich, würde ich annehmen, an der gefährlichen Mixtur aus Demokratie und Geld. Diese beiden Dinge vertragen sich nicht.

Der Bedürftige, der Notleidende, der Verfolgte und Entrechtete wird immer bereit dazu sein, jedem in seinem Umfeld möglichst alle Rechte zuzuerkennen, weil er selbst sie vermisst. Dadurch entsteht Solidarität – und die kann sich im modernen Zusammenleben etwa durch Demonstrationen und sonstige Protestaktionen zeigen.

Es sei denn, hier wird ähnlich effektiv ein Keil zwischen die Menschen geschlagen, wie es die Bundesregierung verstanden hatte zu tun. Über einen Zeitraum vieler Jahre wurden Probleme, die Zuwanderer, Ausländer, Gäste und Flüchtlinge mitbrachten, grundsätzlich immer sehr laut und vernehmlich in Berlin diskutiert. Man gönnt sich auch auf Bundesebene lautgeführte Gespräche über die Annahme, ob es nicht vielleicht doch ein (arabisches) „Verblödungsgen“ gibt und die „Islamkonferenz“ unter derr Führung des Innenministers verweigert Verhandlungen über solche Themen und will viel lieber offen und aggressiv „diskutieren“, wie die Gäste sich zuverlässig selbst aushorchen und „Extremisten“ an den Staat auszuliefern haben.

Kein Zweifel: bislang erzielte die Bundesregierung dadurch massive Erfolge und verhinderte sehr zuverlässig, dass statt ihrer andere Elemente unserer Gesellschaft als Sündenböcke erkannt und verfolgt werden. Ich gehe fest davon aus, dass dies ausformulierte Strategie der Bundesregierung ist: „Dividere et Impere!“ – „Teile und herrsche!“ eben. Man gebe dem Volk ein Feindbild und suggeriere, dass die bezeichnete Minorität Probleme mit sich bringe, die nicht ins eigene Gepräge passe und wieviel Transferleistungen an diese fällig würde – und schon ist man vor Aufständen, Unruhen, brennenden Barrikaden und somit hässlicher Fotos und Berichte gegen sich selbst sicher. All dies wird lediglich durch Sagen und Nichtssagen erreicht; Probleme der Gäste werden laut diskutiert, die, die man selbst bereitet, eben nicht. Das reicht.

Parallel dazu hat man die Vorzüge der breitflächigen, US-amerikanischen Bildungsnot erkannt und in Deutschland zwischenzeitlich durch konsequentes Zurückfahren von Bildung erreicht. In der Konsequenz fällt heute bereits auf, dass manche Bundesbürger nicht mehr wissen, wer Außenminister ist, wie die Sitzverteilung im Bundestag ist – oder was im Grundgesetz steht. Der Bürger wird zunehmend blöder und dadurch anfällig für extremistische Äußerungen, wie sie zuweilen von der Regierung selbst in die Medien durchgesteuert werden.

Das Feld ist bereitet.

Wer sich das nationalsozialistische Deutschland anschaut und sich den Beginn dessen näher vor Augen führt, was später dann zur industriell effizienten Vernichtung von Menschen geführt hatte, dem stockt der Atem – denn die gleichen Anzeichen sind wieder da. Die Juden und Muslime Deutschlands erfahren ein sprunghaftes Ansteigen von Anschlägen, während die Regierung und die „Sicherheits“-Behörden auch weiterhin ganz konsequent blind auf dem rechten Auge bleiben.

Demokratische, humanistische Werte sind sturmreif geschossen. Es existiert kaum noch irgendwo irgendein Störgefühl, wenn eine „biodeutsche“ Beziehungstat als solche bezeichnet wird, eine von Muslimen begangene aber immer ein „Ehrenmord“ ist – selbst wenn der „biodeutsche“ Täter klar und öffentlich zu Protokoll gibt, dass seine „Ehre“ verletzt worden sei, wodurch er sich zu der Tat getrieben fühlte.

Kinder verlieren das Wort „Muslim“. Sie reden nur noch von „Islamisten“ – wie viele ihrer Eltern mittlerweile auch. Ich ernte immer Ärger, wenn ich im Gespräch einen „Biodeutschen“ höflich darauf hinweise, dass ich beileibe kein „Islamist“, sondern „nur“ ein „Muslim“ bin. Man legt mir das als Korinthenkackerei aus – wohl weil der Begriff so inflationär gebraucht wird, dass in seiner Benutzung kein Problem mehr gesehen wird. Nichtmuslime verstehen, dass „Islamist“ sich zu „Muslim“ verhält wie „Wagen“ zu „Auto“.

Wenn Bürger heute Steine auf Hilfskräfte werfen, dann ist dies Land wirklich am Ende. Es setzt auf eine angeblich „demokratisch“ gewählte Bundeskanzlerin, die, netto gerechnet, kaum jede vierte Stimme der Wähler auf sich vereinigt. Wenn sich also Anno 2017 bei der nächsten Bundestagswahl nur noch ein Altenheim zur Wahlurne schleppt und Merkel dies mit ausreichend hübschen Fotos, Kugelschreibern und hanebüchenem Unsinn vollgekippt hat, dann erreicht sie wie üblich von gefühlt 24 abgegebenen Stimme vermutlich 15 – und ist damit von den bundesdeutschen Wählern sauber „demokratisch“ gewählt.

Na prima.

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Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
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