Israel – Netanjahus vergiftetes Geschenk und die nächste Intifada

Wenn eine Hyäne den Tod einer Antilope bejammert, dann nur, weil sie deren Geschwister und Eltern nicht auch noch reißen konnte.

Netanjahus Rede vor der UN soll die westliche Welt anrühren, Israel als „Opfer“ internationaler Verschwörung und antisemitischen Hasses präsentieren und durch das mantrahafte Wiederholen vorgeblich gewünschter „Friedens“-Gespräche aus dieser Hyäne eine Friedenstaube basteln. Aber selbst weniger informierte Zeitgenossen stolpern in Netanjahus allzu arg bemühter „Verzweiflung“ über massive Unstimmigkeiten und nur sehr oberflächlich versteckte Aggressionen.

Wenn Netanjahu davon spricht, dass dringend Friedensgespräche geführt werden müssten und er gleichzeitig (!) Strafandrohungen gegen Palästinenser extrem eskaliert und im Westjordanland schießen lässt, dann versucht er darüberhinaus auch noch mit den zwei Worten, die er dieser Forderung folgen lässt, seine extremistischen Freunde in Israel zu besänftigen.

„ohne Vorbedingungen“

Palästina soll ohne Vorbedingungen in Friedensgespräche einwilligen. Ohne Vorbedingungen soll bedeuten, dass Palästina die Rückgabe der in den letzten Jahrzehnten gewaltsam geraubten Ländereien im Westjordanland nicht fordern soll. Netanjahu will den Status Quo einfrieren lassen.

Machen wir uns das an einem Bild klar: Nehmen wir an, Angela Merkel lässt die Bundeswehr in Frankreich einmarschieren. Sie lässt einige Dutzend Städte und Dörfer mitten im Land hermetisch abriegeln und siedelt dort deutsche Industrie an, deren Umsätze natürlich in Deutschland versteuert werden. Mitten in Frankreich baut sie „Checkpoints“ auf, so dass kaum ein Franzose mehr als fünfzig Kilometer mit seinem Auto durch Frankreich fahren kann, ohne dass er von deutschen Soldaten angehalten, provoziert, gefilzt, verhört und schikaniert wird. Merkel befindet, dass insbesondere extrem wasserbedürftige Industrie in Frankreich arbeiten muss und entzieht französischen, umliegenden Bauern durch bautechnische Maßnahmen und Brunnenbauverboten jedweden Zugang zu Wasser. Dafür aber baden deutsche Siedler deutlich für alle Franzosen erkennbar und weithin sichtbar in bestgefüllten Swimmingpools, während die französischen Bauern ihre Höfe wegen anhaltender Trockenheit aufgeben müssen. Merkel verbietet ausländischen Investoren bei mangelhaftem Wohlverhalten Berlin gegenüber, in Frankreich z.B. Sonnenkollektoren aufzubauen.

Es kommt zu Unruhen. Immer mehr Franzosen haben ein Problem damit, aus Berlin regiert zu werden. Deutsche Siedler laufen nachts unter dem Schutz der Bundeswehr in französische Dörfer, stecken Häuser an, beschmieren Kirchen und schießen wahllos auf Menschen. Sie sprayen „Deutschland – ein Volk braucht Raum!“ auf französische Häuser.

Nach vielen Jahrzehnten lässt sich die Nachrichtenmanipulation und -Blockade dank des Internets nicht mehr aufrechterhalten. Mehrere tausend tote Franzosen lassen sich nicht mehr verbergen – ein Aufstand droht. Das Ausland fühlt sich als „Freund“ Deutschlands und schweigt zur Herabwürdigung von Franzosen durch die Regierung in Berlin als „Schädlinge“ und „Schlangen“.

Nun also tritt Angela Merkel vor die UN und beklagt sich bitterlich über „antigermanische“ Umtriebe; die gegen sie geführten Klagen seien samt und sonders rassistisch. Man sei zur Eskalierung der Gewalt gegen Franzosen gezwungen, um Ruhe aufrechtzuerhalten. Frankreich ist zwischenzeitlich vollkommen herabgewirtschaftet; die Regierung in Paris existiert längst nicht mehr, Präsident Hollande führt ein isoliertes Eigenleben und arbeitet aus reiner Angst um sich selbst mit Berlin zusammen.

Merkel fordert den Franzosen wiederholt „Friedens“-Gespräche ab. Diese seien jedoch „ohne Vorbedingungen“ zu führen; es soll bei der Ansiedlung deutscher Dörfer in Frankreich bleiben, diese Siedlungen werden mit deutschem Territorium assoziiert. Die Welt schweigt dazu. Sämtliche UN-Resolutionen, nach welchen Frankreich ein souveräner Staat zu sein und über seine eigenen Grenzen und Geschicke zu bestimmen hat, verhallen ungehört. Die USA und England beliefern Deutschland mit Waffen, damit „extremistische“ Gebiete, wie etwa die Normandie, mit großangelegten Angriffen ruhiggestellt werden können. Die Normandie ist hermetisch abgeriegelt und durch deutsche Marine seeseitig beherrscht. Die Landwirtschaft ist dort beinahe vollständig zusammengebrochen, die humanitäre Lage katastrophal. Durch einen Angriff von deutschen Jagdfliegern wurde eines der letzten Kraftwerke vernichtet, Krankenhäuser liegen in Trümmern.

Einige Leute der französischen Resistance verüben Anschläge im grenznahen Bereich, sie werden niedergemetzelt und ihre Dörfer unter Artillerie- bzw. Raketenfeuer gelegt. Es kommt dabei regelmäßig zu Dutzenden von Toten.

Das gesamte Ausland schweigt. Versuche von Franzosen, dem Land Frankreich seine Souveränität zurückzugeben und Deutschland die militärischen Angriffe verbieten zu lassen, verhallen ungehört.

In Deutschland wächst wegen der französischen Resistance mittlerweile hysterischer, rassistischer Hass auf Frankreich. Französischstämmige Bürger werden nachts mit Eisenstangen zusammengeschlagen, die deutsche Polizei verzichtet auf Untersuchungen und Ermittlungen, stellenweise bleiben schwer Verletzte einfach in den Straßen liegen. Erste Stimmen werden laut, Frankreich nun endlich mit Atomwaffen zu reinigen. Man lehnt es ab, Frankreich als „Frankreich“ zu bezeichnen. Das Gebiet sei als „Germanien, Provinz Gallien“ zu bezeichnen, da es dereinst einmal von Germanen und Galliern beherrscht worden sei, wofür es Beweise gäbe.

Es kommt auf der Welt zu keinen Verurteilungen dieser Ausschreitungen. Alles bleibt ruhig. Es gibt weder Klagen vor der UN noch Zurechtweisungen Deutschlands in irgendwelcher Form.

Ohne Vorbedingungen

Angela Merkel sehnt sich in ihrer UN-Rede nach Frieden, betont den guten Willen Deutschlands und bietet nach eigener Angabe „nun wiederholt“ Friedensgespräche an. Aber ohne Vorbedingungen. Die zahllosen, deutschen Siedlungen sollen, von deutschen, englischen und amerikanischen Waffen „beschützt“, bestehen bleiben. Das Land dürfe auf keinen Fall souverän werden, solange es bewaffnete Aufstände gegen Deutschland gäbe und somit könne es weder Selbstbestimmung noch ein Recht auf Anerkennung als Staat geben. Die zahllosen „Übergriffe“ von Franzosen auf Deutsche in Gallien würden schließlich die Verlogenheit dieses Menschenschlags, die Mangelhaftigkeit ihrer Religion und ihren Unwillen zum Frieden aufzeigen.

Wegen einiger Beschädigungen von Häusern und Verletzten im grenznahen Bereich durch selbstgebastelte Raketen fliegen deutsche Kampfjets schwere Angriffe auf Paris; die Stadt wird mit zwei Dutzend Phosphorbomben eingedeckt, die Dutzende von Menschen einem qualvollen Verbrennungstod bei lebendigem Leib aussetzen. Über zweitausend Zivilisten finden bei einem Dauerbombardement von Wohngebieten in Paris den Tod.

Ohne Vorbedingungen

Wohl kaum jemand würde kein Verständnis dafür aufbringen, wenn sich in diesem Bild tausende von Franzosen nach guter, alter Schule der Resistance zusammenfänden und Rache schwörten. Ich habe die Resistance marschieren sehen, mit ihren bunten Bändern, ihrem ernsten Gesichtsausdruck inmitten des Jubels der Menschen. Es gibt sie, die Resistance – und Frankreich ist zu recht sehr, sehr stolz auf diese Helden.

In Palästina finden sich in diesen Stunden tausende von Kämpfern ein – und nennen das dann „Intifada“.

Advertisements

Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
Dieser Beitrag wurde unter Antisemitismus, Gesellschaft, Israel, Krieg, Kultur, Leben, Netanjahu, Palästina abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.