Mein Punto. Kumpel im Alltag

Generell schätze ich es sehr, wenn Technik weder Zicken noch Mätzchen, sondern einfach nur ihren Dienst macht. Allerdings machen es manche Geräte ihrem Benutzer nicht leicht. Der Kaffeevollautomat in unserem Büro hätte eher in eine Beamtenstube gehört, dort hätte man ihre Wegelagerei in Bezug auf langatmige Dialoge, die in peinlicher Genauigkeit durch Eingabe und Einstellarbeiten absolviert zu werden haben, durchaus geschätzt. Der Automat spuckt nicht eher Kaffee aus, bis er ein Datum, eine Uhrzeit und den Stand der Sonne nebst dem dazu gehörenden Aszendenten des Tierkreises Hirsch und die Peilung des nächstgelegenen, Schwarzen Loches erhalten hat. Ums Verrecken nicht. Es soll schon Kollegen gegeben haben, die irgendwann nach der Feuerwehraxt an der Wand dahinter geschielt haben. Und weshalb der Automat in vollendeter Demenz die erforderlichen Daten wieder vergisst, hat mir auch noch niemand schlüssig erklären können.

Seis drum. Dagegen nimmt sich mein Kumpel im Alltag, mein Fiat Punto, wie ein Ausbund an Zuverlässigkeit aus. Seit nun mehr als sechs Jahren tut er klaglos seinen Dienst. Mit Ausnahme einer nachgebenden Sonnenblendenhalterung und seltsamer Spinnereien im Zigarettenanzünder funktioniert der Wagen tadel- und vor allem klaglos. In all diesen Jahren versagte er mir nur einmal den Dienst: da riss das Kupplungsseil. Es gab einen scharfen Ruck, der mir bis ins Gebälk fuhr. Tags drauf war alles wieder gut. Das zuständige Autohaus bekümmerte sich um den Kleinen.

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Dieser nicht unwesentliche, wenn auch unbelebte Held des Alltags hat mich heute schmunzeln gemacht. Nun sind es also 200.000 Kilometer geworden. Und das lässt mich zurückblicken auf viele problemlose Jahre ohne Ausfälle – und sozusagen gleichbleibender Freundlichkeit so ganz im Allgemeinen. Der Sitz ist nicht durchgesessen, nichts wirkt abgelatscht, der Lack glänzt – die Karre ist auf Zack!

So ganz unentgeltlich und gern mache ich hier Werbung für meinen Fiat. Warum denn auch nicht. Es muss wohl noch erlaubt sein, ein gut gelungenes Produkt zu loben!

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Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
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