Israel – Hund des Terrors

Für so manche Zeitgenossen, die sich in der und um die israelische Regierung herumbewegen, würden viele Menschen durchaus die Bezeichnung „Hund“ finden. Das tue ich nicht – man will die Tiere ja nicht beleidigen.

Nein nein …. ich habe das Wort „Hund“ in meiner Überschrift nur in Bezug auf eine Waffe gebraucht, die die israelischen „Sicherheits“-Behörden gegen Palästinenser einsetzen: Hunde.

Hunde des Terrors.

Der Junge im Video, mit Namen Hamzeh Abu Hashem, ist 16 Jahre alt. Wie sehr leicht erkennbar, bestand zu den hier gezeigten, wiederholten Attacken des Hundes nicht der geringste Anlass – bis auf einen: die Soldaten hatten Spaß daran. Es ist schon sehr, sehr eigenartig für einerseits mehrere, andererseits schwer bewaffnete Erwachsene, sich gemeinsam an der Angst und am Schmerz eines Jugendlichen zu erfreuen.

Es ist nicht klar zu erkennen, ob das Gebiss des Hundes nur Textilien, oder auch Haut eingerissen hat. Die Bisse in die Hüfte scheinen in Stoff zu gehen, der Biss in den rechten Unterarm könnte in die Haut gefahren sein.

Einer der Soldaten jedenfalls gibt auf hebräisch den Befehl an den Hund: „Beiß ihn!“. Das muss nicht zwingend ein ernsthaftes Kommando an den Hund gewesen sein – vielleicht sollte es den Spaß der Soldaten an der dadurch noch größeren Angst des Kindes nur anfeuern. Jedenfalls meldet die israelische Zeitung Haaretz, dass der Vater des Kindes angegeben habe, dass Hamzeh wegen Hundebissen verarztet werden musste, bevor er ins Gefängnis gebracht worden ist.

Das vorliegende Video ist beileibe kein Einzelfall. Wie ein Soldat der Bewegung „Breaking The Silence“ mitteilte, geschähe solches durchaus regelmäßig. Achiya Schatz von „BTS“ sagte:

Dieser spezielle Hund ist ein Angriffshund. Er ist zum Angriff trainiert. Hier sehen wir einen Hund, der gegen ein 16 Jahre altes Kind benutzt wird. Das ist kein Hund, der zur Zurückhaltung eingesetzt wird, sondern um zu ängstigen.

Angesichts der lapidaren wie wenig glaubwürdigen Standardaussage des Militärs in diesem Fall, eine „Untersuchung“ beginnen zu wollen, ist natürlich auch hier wieder einmal damit zu rechnen, dass niemand für den gefilmten Vorfall zur Rechenschaft gezogen wird. Die Geisteshaltung der israelischen Regierung zu Vorfällen dieser Art ist eine ganz andere – und erinnert einmal mehr an die widerwärtige Rhetorik des nationalsozialistischen Deutschlands. Der Ultranationalist Michael Ben-Ari, Mitglied der Knesset, kommentierte das hier verlinkte Video mit dem Satz:

„Die Soldaten haben dem kleinen Terroristen eine Lektion erteilt.“

Die Nazis hatten auch auf die Strahlkraft solcher und ähnlicher „Lektionen“ gesetzt. Erstaunlich, wie intensiv sie tatsächlich Vorbild waren für die Politik Israels in den letzten Jahren. Die Nazis liebten es, den „Volksschädlingen“ (Israel nennt Palästinenser ziemlich unisono „Terroristen“, was auf das gleiche herauskommt) ziemlich grausame „Lektionen“ zu erteilen.

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Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
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