Trump nach Deutschland!

Die Welt ist um eine brandneue und heiße Attraktion reicher – und die heißt Donald Trump.

Sicher, sicher …. täppische Zirkusbären sind ebensowenig neu wie schlechte Clowns, aber die Unterhaltsamkeit beider bündelt sich in einem clownesken, tanzenden Dickbären. Manche Dinge und Menschen sind so schlecht, dass sie schon wieder interessant werden.

Man mag Benjamin Netanyahu ähnliches konstatieren, begeht damit aber einen rationalen Fehler: die Aggressivität Netanyahus ist aufgesetzt. Ich glaube persönlich nicht, dass er tatsächlich ein jüdischer Extremist ist; ich denke, seine Handlungen und seine Sprache sind das Werk der jüdischen Extremisten, auf die er politisch angewiesen ist, wenn er seine Macht erhalten will.

Es hätte lustig werden können, den verkappten mit dem echten, schlechten Zirkusbären gemeinsam durch die Manege rutschen zu sehen. Aber es war ein Netanyahu, der ganz plötzlich und unvermutet soetwas wie eine menschliche Seele zeigt – und sich von der Trompete Trump absetzt: er hat die Auswürfe Trumps gegen Muslime zurückgewiesen und scharf kritisiert. Aller Glosse und Satire zum Trotz bemerke ich dazu, dass das für mich eine sehr spannende Lektion war. Vielleicht reduziert sich die Gelegenheit, den Vorhang vor der Netanyahu’schen Seele ein wenig zu lupfen, auf solche seltenen Gelegenheiten.

Der US-Dickbär Trump zuckt zurück, beleidigt. Irgendwie war er sich ganz bestimmt ganz sicher gewesen, ausgerechnet von diesem Israeli Rückendeckung zu erhalten. Trump sagte daraufhin seine Israelreise ab – und der potenzielle Gastgeber ist darob sicherlich höchst erleichtert gewesen.

Nach Israel will der Dickbär nicht.

Und England will ihn auch nicht; zwischenzeitlich hat man eine halbe Million (!) Unterschriften unter der Petition, die der Regierung ein Einreiseverbot für die Tröte Trump abverlangen will. Er kann sich ganz sicher sein, dass seine Ankunft und sein Aufenthalt in England von einer nicht mehr überschaubaren Zahl fotogener, wütender Demonstranten und höchst unschönen Szenen überschattet würde.

Nach England kann der Dickbär also auch nicht.

Holen wir ihn doch nach Deutschland! Wir haben vor einiger Zeit den peinlichen „Comedian“ oder selbsternannten „Kabarettisten“ Harald Schmidt vom Bildschirm gejagt; seine Scherze wurden allzu schal, billig, schreierisch und einfach nur blöd. Aber damit ist ein Vakuum für wirklich schlechte Unterhaltung in Deutschland entstanden, ein Ziel für faule Eier fehlt, sozusagen. Es gibt auch so noch jede Menge schlechter Comedians in Deutschland, wenn man Pocher, Böhmermann, Seehofer und Otto in einem Atemzug nennen darf. Aber solche von so tiefem Rang wie Trump haben wir seit dem Fortgang von Schmidt nicht mehr.

Allerdings muss bei Trumps Einreise einiges vorbereitet werden: ein Check auf Tollwut und Syphilis (Wahnsinn kann ein Symptom davon sein!), ein Käfig, ein Stellplatz in einem Zirkus und ein Schild dafür, auf dem steht: „Nicht necken, nicht füttern.“

Ich glaube fast, ich würde sogar ein Ticket kaufen.

 

 

 

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Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
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