Glosse: Deutschland – Deine „Angst“ ist ein Heidenspaß!

Nein, ich kann seit geraumer Zeit das ganze „Angst“-Geplärre von Leuten, die von jedem Fitzelchen Intellektualität verschont geblieben sind, natürlich nicht mehr ernst nehmen. Dies zu tun, gar „Gespräche“ oder gar „Dialoge“ mit diesen Subjekten aufnehmen zu wollen hieße, den eigenen Verstand zu beleidigen. Man kann, man darf und man sollte auf keinen Fall versuchen, diese Leute zu beschwichtigen oder mit ihnen zu reden. Sie lassen sich nicht emporheben – sie versuchen lediglich, einen zu sich herunterzuziehen.

Die Szene derer, die ihre „Angst“ so liebevoll und aufmerksam pflegen, damit ihre Umwelt missionieren wollen, damit es ihnen so schlecht gehen möge wie allen anderen auch sowie diejenigen, die ihr kleines, politisches Süppchen darauf kochen, bringt in immer steiler ansteigender Zahl immer krassere, unterhaltsamere Stilblüten hervor.

Was man ja „schon immer gewusst“ haben will und anhand von Gerüchten, die häufig genug substanzlos sind, nun „endlich sehen“ könne, ist wahrlich faszinierend. Also ich finde es zuweilen ganz besonders unterhaltsam.

Die Mehrheit der Muslime, die nach Europa einwandern, verwandeln sich mit der Einreise leider nicht in Anhänger westlicher Werte, sondern beharren sogar noch stärker auf ihre mitgebrachte Ideologie.

Huuuiii ….. das ist mal so ein Ding! Alle Achtung, sage ich da, alle Achtung. Es gibt zwar für diese Behauptung keine einzige Datenzeile aus irgendeiner, auch nur halbwegs glaubwürdigen, geschweige denn verlässlichen Quelle – aber eine flott gemachte Behauptung macht sich im medialen Kontext des Gesamtthemas immer gut.

Überall in der Islamischen Welt ist der Islamismus auf dem Vormarsch.

Noch so eine haltlose Behauptung. Der Verfasser hatte vielleicht den Nahen Osten im Blick, die restliche, gute Milliarde Menschen islamischen Glaubens auf der Welt aber grad mal „vergessen“. Aber was solls und wen scheren schon Fakten. Ich erinnere mich noch gut an die Slogans „die gelbe Gefahr!“, mit der man sich vor China ängstigen wollte, während man sich noch vor der „roten Gefahr“ fürchtete, die in Gestalt einer brutalen und grimmig marschierenden, Roten Armee der damaligen UdSSR daherkam. Und nie daherkam. Ebensowenig wie die „gelbe“ Gefahr übrigens. Daraus zog man damals wenigstens vorübergehend die dringend benötigte „Angst“.

Immer ist alles im „Vormarsch“ ….. uuuiiuiiiiuiii ….. das kann ja nicht gutgehen! Schon allein, weil sich irgendwann die drei Heere vor Deutschlands Grenzen treffen und sich bekriegen werden – sonst liefen wir ja Gefahr, in Bälde ein chinesisch-kommunistisches Land mit islamischer Staatsreligion zu werden.

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht irgendwo im deutschsprachigen Raum eine Tragödie mit muslimischem Hintergrund passiert.

Da ist es nur gut, dass niemand im „deutschsprachigen“ Raum jemals eine Tragödie erlebt oder verursacht. Wenn ein innerlich verletzter Mann eine Frau tötet, die ihn verlassen hat oder will, dann ist das natürlich verständlich … und ganz grundsätzlich natürlich nie ein „Ehrenmord“. Denn den, das wissen wir ja, den können nur Muslime. Man könnte daraus folgern, dass Nichtmuslime gar keine Ehre hätten, die verletzt werden könnte – aber das überstiege sogar die Grenzen dieser Glosse. Wenn eine deutsche Frau ihr Kind oder ihre Kinder tötet und verscharrt, dann hat die Ärmste halt nur „Angst“ gehabt – wovor auch immer. Wenn ein Muslim sein Kind tötet, dann ist es natürlich immer nur ein „barbarischer Akt“. Logisch. Unsere „Angst“ ist nämlich so heilig wie der Sonntagsnachmittagskaffee.

Ein ganz besonders „ängstlicher“ Mitbürger kommentierte den obigen, zitierten Satz im blog mit:

… das sind einfach Völker, die auf einen eigenen Planeten gehören – mit unserer Zivilisation haben die keine Kompatibilität!!!
Alles Geschwätz von Integration wird mit solchen Meldungen glänzend ad absurdum geführt! Wir möchten uns mit diesen Völkern nicht vermischen!

Er besitzt natürlich die wesentlich reinere, höherwertige Rasse. Ich stelle ihn mir grad so vor: ein blauäugiger, blonder, bemuskelter und hochgewachsener Recke Hitler’schen Zuschnitts: stark und gutaussehend, aber beklagenswert doof. Arier sind die mit dem rückgezüchteten Hirn. Hier erhöbe sich keinesfalls die Frage, womit er sich „mischen“ wolle, sondern eher, wie man seine „Vermischung“ mit irgendwas oder -wem bloß verhindern kann.

Ach ja …. eines dürfen wir als typisch deutsches Kulturgut nicht unterbelichtet belassen: die Verfolgungs-„Angst“ infolge Verrat!

Im Mekka Deutschland hat man schließlich für alles Verständnis, sofern es sich gegen die Werte der einheimischen Bevölkerung richtet.

Natürlich! Die gesamte Bundesregierung ist durch und durch islamistisch und hat Spaß daran, das „Abendland“ dem Untergang entgegenzuführen! Aber hallo! Sie weiden sich an der Qual der armen Verfolgten, der Drangsalierten, die sich als letztes, aufrechtes Häuflein mit hochgehaltener Fahne den dunklen Horden fremdländischer Vergewaltiger entgegenstellen. Mir kommen die Tränen.

Merkel wird nicht eher Ruhe geben, bis auch die letzte Oma ihr Kopftuch nun mit neuer Agenda trägt und vor dem Standbild des Kalifen auf die Knie fällt. Tausende von BDM-Mädels werden von frechen Flüchtlingen unter dem Schutz der Polizei massenvergewaltigt und Merkel klatscht den Takt zur Penetration. Wunderbar – was man daraus für „Ängste“ machen kann!

Dies Deutschland hat überhaupt gar keine „deutsche Geschichte“ – das wird von denjenigen, die vehement „Deutsche Traditionen!“ und „Deutsches Volksgut!“ hochhalten wollen, entweder nicht gesehen oder verschwiegen. Es gab bis weit in die Mitte des vorletzten Jahrhunderts hinein nur einen Haufen ungewaschener, kriegerischer Stämme und Despoten und jeder Marktfleck hatte seine eigenen Traditionen und Gebräuche, Münzen, Grenzen und Herrscher – nur eines hatten sie nie: eine gemeinsame Kultur.

Höchstens vielleicht die Kultur der „Angst!“. Deshalb schlachtete man in Aachen vor ungefähr 800 Jahren bereits die ersten paar Tausend Juden ab – sozusagen als „Auftaktveranstaltung der ‚christlich-jüdischen‘ Tradition“. Man fürchtete sich vor den Schweden, vor den Franzosen, vor den Russen, vor den Österreichern, vor den Preußen, vor den Bajuwaren – vermutlich auch vor Regen, Sonnenauf- und Sonnenuntergang.

Heute wollen uns also die Heere des Islams angreifen und niederwerfen. Mal schauen, wer dies als nächster versucht. Hatten wir eigentlich schon mal Angst vor Nigerianern? Oder vor Suppenliebhabern? Möchten wir uns vielleicht zur Abwechslung mal vor Luxemburg fürchten? Oder vor einer Invasion vom feindlichen Helgoland „Angst“ haben?

Wen hätten wir da sonst noch so im Angebot? Einen aus den eigenen Reihen vielleicht …. hmmmm ….. Paris konnte schon neidisch machen mit dem selbstgemachten Terror. Möchten wir vielleicht mal hessische Bücherfreunde hassen? Oder württembergische Atheisten? Solche „Ängste“ würde sicherlich auch eine Kirche finanzieren, die tun sich heute wegen des ärgerlich jovialen Papstes etwas schwer mit dem Ausbau von „Ängsten“. Kaum hat man eine zusammen, kommt der verkrachte Argentinier mit seinem lustigweißen Häubchen, lächelt und auf einmal ist die ganze schöne „Angst“ wieder weg.

So gehts ja nun auch nicht.

Man will sich schon in Ruhe fürchten wollen.

Advertisements

Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
Dieser Beitrag wurde unter Aberglaube, Angst, Atheist, Christen, Deutschland, Flüchtlinge, Geschichte, Gesellschaft, Glaube, Islam, Juden, Krieg, Kultur, Kunst, Leben, Naher Osten, Terror, Uncategorized abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.