Israel – ein verbranntes Kind reicht nicht.

Der tödliche Angriff vor wenigen Monaten im Westjordanland von extremistischen Siedlern auf ein palästinensisches Haus in der Nacht forderte bekanntlich zunächst den Tod eines 18 Monate alten Kindes. Es verbrannte bei lebendigem Leib.

Die Täter hatten, wie ihnen durch Flugblätter aus der Szene empfohlen worden war, vermutlich die Türen von außen verkeilt und anschließend Brandsätze durch die geschlossenen Fenster geworfen.

Offizielle Stellen Israels hatten sich beeilt zu betonen, dass es sich dabei um ein paar wenige Extremisten gehandelt hätte, die man nun jagen wolle. Kaum erwähnenswert ist dabei natürlich, dass auch nach mehreren Monaten für keinen der Verdächtigen angeblich „genug Beweismaterial“ erhoben und dadurch auch kein Verfahren eröffnet werden konnte. Das ist jedoch völlig üblich so. Während bei vagem Anfangsverdacht von israelischen „Sicherheits“-Behörden ganze palästinensische Siedlungen unter Razzien gelegt, großformatige Untersuchungen angestrengt und natürlich auch jedesmal Urteile gesprochen werden, reichte Israel bei diesem Fall „mit umgekehrtem Vorzeichen“ die eine oder andere Hausdurchsuchung und die eine oder andere Befragung.

Auch in diesem Fall wird es so enden:

Im Ort Beitillu im Westjordanland gingen israelische Siedler ganz ähnlich vor; sie hatten am Dienstag in der vergangenen Woche lediglich Tränengasgranaten statt Brandsätze verwendet. Sie schlichen sich nachts an das Wohnhaus und schleuderten drei dieser Granaten durch ein geschlossenes Fenster. Anschließend, das ist offenbar ganz wichtig für solche Israelis, beschmierten sie die Hauswand mit dem Wort „Rache“ (in anderen Fällen wird schon mal „Vergast die Araber!“ an die Wand geschmiert).

Hussein al-Najjar, der Familienvater der Opfer, entdeckte neben dem Wort „Rache“ noch den hebräischen Schriftzug „Grüße von den Gefangenen von Zion“ – was sich aller Wahrscheinlichkeit auf die Untersuchungshaft der Verdächtigen bezieht, die den tödlichen Brandanschlag auf die Dawabsheh-Familie begangen hatte.

Allein im Jahr 2015 (!) hat es im Westjordanland 220 Attacken dieser und ähnlicher Art von israelischen Hetzern (genannt „Siedler“) auf die Eigentümer des Landes gegeben – meines Wissens nach kamen zwar alle zur Anzeige, es resultierte jedoch kein einziger Urteilsspruch daraus.

Der britische Minister Sir Gerald Kaufman steht in regelmäßigem Kontakt zu Freunden und Bekannten in Jerusalem. Er ist der definitiv einzige, britische Politiker, der die Wahrheit nicht nur nicht unterdrückt.

Mehr als die Hälfte der ‚Messerattacken‘ sind definitiv gefälscht. Von der anderen Hälfte sind einige wahr, von anderen wiederum lässt sich nichts Genaues sagen, seit sie Palästinenser hinrichten und niemand deshalb Fragen stellt.

Natürlich stellt niemand Fragen – er könnte ja Antworten bekommen. Deshalb fragt die Regierung Kaufmanns ebenso wie die von Merkel, Hollande und Obama lieber gar nicht nach. Denn solange keine Fragen gestellt werden, muss man auch keine Antworten diskutieren. Es interessiert keinen der genannten Politiker, dass Israel sogar ganz offensichtlich zur Beweismittelunterdrückung und -Vernichtung Leichen stiehlt. Manchmal in Form von Einsatzkommandos sogar mit Gewalt.

Wenn ein israelischer Soldat einen äthiopischen Juden, einen jüdischen Israeli, irgendeinen Araber oder auch einen US-Bürger, der bloß wie ein Araber aussieht niederschießt oder blutig foltert, fragt lieber keiner der „Freunde“ Israels nach. Sobald man den lakonischen Satz aus Israel serviert bekommt: „War halt ’n Messerangriff.“, will niemand mehr Untersuchungen, geschweige denn Beweise sehen. Noch nicht einmal dann, wenn Videoaufnahmen die Lüge beweisen.

Der Familie al-Najjar aus Beitillu wird natürlich auch keine Gerechtigkeit widerfahren. Warum sollte sich auch eine israelische Regierung, die sich den Genozid an Palästinensern auf die Fahne geschrieben hat, plötzlich ändern. Sie hat mit den Folgen der drei Tränengasgranaten umzugehen und auf keinen Fall von oder durch Israel irgendeine Hilfe zu erwarten.

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Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
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