Israel – überall Feinde, überall Judenhass?

Israel ist kein stolzer Staat.

Mit dem Nimbus einer „schrecklichen Kindheit“ entschuldigt er sich vor den Augen der Weltgemeinschaft Scheußlichkeiten größeren Ausmaßes. Egal, welchen Israel-Bürger oder -„Freund“ man auch fragt, immer ist das arme Land nur Ziel von böswilligen Neidern, Terroristen, Judenhassern. Dies Tarnmäntelchen hat nicht nur seit langem Risse, sondern wirkt zwischenzeitlich zynisch.

Da hüpft ein schreiender und kreischender Netanyahu tatsächlich mit selbstgemalten Bildchen rotkopfig vor der UN-Versammlung und versucht im wahrsten Sinne des Wortes „Bombenstimmung“ gegen den Iran anzurichten – weil man angeblich so furchtbare Angst vor einer iranischen Atomwaffe habe und, wie ja seit Jahrzehnten sattsam bekannt, selbst nur aus einer Ansammlung der friedfertigsten, ja liebsten Leutchen bestünde, die die Welt je gesehen habe.

Die Zahl der UN-Resolutionen, die Israel mehr oder weniger offen gebrochen hat, nagt nicht nur an der Reputation der Organisation, sondern grenzt an Bösartigkeit.

Entnervt schmeißt nun der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte, Makarim Wibison, vorzeitig den Bettel hin:

Unglücklicherweise frustrierten meine Bemühungen, das Leben palästinensischer Gewaltopfer unter der israelischen Besatzung zu verbessern, auf jedem Schritt des Weges.

Bedingt durch die Tatsache, dass ihm seitens der israelischen Regierung vom ersten Tag an der Zutritt zu palästinensischen Lebensbereichen kategorisch verweigert wurde, drückt er mit aller diplomatischen Höflichkeit aus, dass er „mit größtem Bedauern“ feststellt, dass er unter diesen Umständen seinen Verpflichtungen nicht nachkommen könne – und nun entnervt hinschmeißt.

Wie bekannt, betrachtet Israel die UN immer dann als „antisemitisch durchsetzt“, als Feind, als Aggressor, wenn man ihm von dort nicht nach dem Munde redet und der Vernichtung Palästinas Hindernisse in den Weg legt. Mittlerweile sind auch alle NGO’s „böse“, die nicht fröhlich mit Israelfähnchen wedeln, fotogen im Kibbuz arbeiten oder gar Kritik an der Regierung üben. Deshalb bemüht man sich heute darum, sie vermittels neuer, restriktiver Gesetze möglichst ganz zu ersticken.

Nur, wenn eine Rede vor der UN zur Werbeplattform für Israel gemacht werden kann und keine kritischen Beiträge zu erwarten sind, gönnt Israel der UN eine etwas weniger feindselige Haltung.

Der Hintergrund Wibisons Rückzug ist natürlich völlig klar – und er selbst spart auch nicht mit höchst aussagekräftigen Andeutungen. Er beschuldigt israelische „Sicherheits“-Kräfte, möglicherweise regelrechte Hinrichtungen durchgeführt zu haben als sie versuchten, eine Welle von „lone wolf“-Attacken zu stoppen.

 

Noch deutlicher wurde Wibison angesichts des Gaza-Massakers im vergangenen Jahr; die „Wildheit der Zerstörung“ und die extremen Verluste an Zivilisten, die Israel angerichtet habe, ließe „ernste Zweifel“ daran aufkommen, ob sich Israel überhaupt an Menschenrechtskonventionen gebunden fühle.

Die israelische Regierung wird den Rückzug Wibisons recht gelassen, vermutlich achselzuckend hinnehmen. Dieser Schaden an seiner Beziehung zur UN wird das Gesamtproblem auch nicht weiter vergrößern. Immerhin hatte man es tatsächlich geschafft, die erste Berichtsversion des UN-Sonderermittlers Goldstone infolge des Gaza-Massakers von 2009 durch besonders energisches antechambrieren und intrigieren in seinen Kernaussagen gegen jede Beweislage revidieren zu lassen. Die Originalversion des ersten Goldstone-Berichts liegt jedoch vor und kann recherchiert werden. Nach meiner Kenntnis sind Passagen in dem Bericht, der auf Basis von einigen Zeugenaussagen von Befehlen an Soldaten berichtet, nach welchen bewusst und gezielt auf Kinder, Kranke, Frauen und alte Menschen geschossen zu werden hatte, vollständig eliminiert worden.

Aber Israel will nach außen immer nur Opfer sein. Es ist nur umringt von Menschen, die es nicht verstehen, die es hassen, es beneiden und grundsätzlich feindselig eingestellt sind. Das war genau die Haltung des nationalsozialistischen Deutschlands in seinen letzten wirren Kriegsjahren – als es überall nur noch „Feinde“ gab, die Deutschland angeblich abgrundtief hassten, beneideten und nur seinen Untergang wollten. Hitler hatte die Deutschen auf eine innere Haltung eingeschworen, dass es reine Verteidigung sei, auf Kinder, Frauen, Kranke und alte Menschen zu schießen – genau so sind die Verhältnisse heute in Israel.

Natürlich haben nicht alle Deutschen damals Juden auf offener Straße ins Gesicht gespuckt oder sie einfach niedergeschossen. Dass diese Dinge jedoch vorkamen, hätte der Welt frühzeitig eine Warnung sein können, dass in Deutschland etwas fundamental falsch lief und korrigiert werden müsste – nötigenfalls durch massive Einmischung von außen. Man kann im Nachhinein trefflich darüber diskutieren, inwiefern die Alliierten damals wesentlich früher zur Waffe hätten greifen müssen – ich jedenfalls bin den beteiligten Streitkräften von damals aufrichtig dankbar, dass sie es letztendlich mit Erfolg taten.

Natürlich haben nicht alle Israelis Freudentänze aufgeführt und Messer in das Foto des Babies gestoßen, dass lebendig von israelischen Siedlern verbrannt wurde. Dies ist jedoch längst kein isoliertes Vorkommnis mehr, sondern entspringt einem kranken und fürchterlichen Rassismus, der in Israel grassiert und weit bösere Symptome zeitigt.

Wieviel Zeichen braucht die Welt noch, bevor sie sich ähnlich wie damals gegen Deutschland zusammenfindet und erkennt, dass Israel dringend Hilfe auf allen Ebenen braucht, um aus seiner rassistischen Hysterie zu erwachen? Sich zu erschrecken, ein Ende zu machen und nach einem neuen Anfang zu suchen.

Soviele Israel-„Freunde“ haben mir den wohlfeilen „Antsemitismus!“-Vorwurf gemacht und mich dadurch zum Lachen gebracht. Denn all diese „Freunde“ sind keine – was ist das für ein „Freund“, der seinem Freund nicht nur dabei zusieht, wie er Schwächere zu Tode bringt, sondern ihm dazu auch noch Waffen liefert? Ist es nicht Aufgabe eines Freundes, seinen Freund von Verbrechen abzuhalten? International geächtete Waffen sind von Israels „Freunden“ geliefert worden. Vor allem eigens dazu hergestellt, große Mengen Zivilisten durch ganz langsames Verbrennen zu töten. Die Phosphorbomben, die Israel über Gaza geworfen hatte, stammten aus US-Produktion. Wer möchte sich schon vorstellen, drei bis vier Stunden lang an diesem Phosphor zu Tode zu verbrennen? Wer möchte sich vor Augen führen wie es ist, wenn Ärzte Betroffenen „sehr großzügig“ befallene Haut- und Fleischbrocken aus dem Leibe schneiden und währenddessen hilflos dabei zuschauen zu müssen, wie sich tief im Operationsfeld neue Feuerflammen bilden und ausbreiten? Sind das wirklich „Freunde“, die solche Waffen liefern? Und was ist das für ein Terrorstaat, der solche Waffen anwendet?

Das wird jetzt alle Israel-„Freunde“, die mich in ihre verrückte „Antisemitismus!“-Schublade gesteckt haben, zum Schäumen und Kreischen bringen – aber seis drum, ich trage es mit Fassung und im Wissen, hier völlig richtig zu liegen:

Ich halte mich für einen wahren Israelfreund.

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Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
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