Ich und das Putzmittel

Die jüngsten Vorgänge um den Kölner, der aufgrund seines Einkaufs einer „Chemikalie, die zu Reinigungszwecken dient, aber zu einem Tötungsmittel verändert werden kann“, stürzt mich in tiefe Verzweiflung, Ratlosigkeit und Versorgungsprobleme.

Denn die „Chemikalie, die zu Reinigungszwecken dient, aber zu einem Tötungsmittel verändert werden kann“, kann ja nur als Beispiel für eine ganze Reihe von womöglich Abertausenden Produkten des täglichen Bedarfs stehen, die natürlich in ähnlicher Weise zum Meucheln von Mitbürgern eingesetzt werden können.

Zugegeben: man würde mich nicht spontan für einen Araber halten. Aber wenn man mich mit Arabern zusammenstehen sieht, wirke ich unter ihnen auch wieder nicht wie ein Fremdkörper. Zudem bin ich Muslim.

Nun wissen wir, dass Muslime ganz grundsätzlich Bomben bauen, Frauen erst vergewaltigen und dann steinigen und vor allem mit Messern unschuldigen Passanten auflauern. Wir können gar nicht anders. Thilo Sarrazin hat nachgewiesen, dass Tötungssucht und Verblödung bei Arabern genetisch vorbedingt sind. Das ist bekannt.

Da ich kein gebürtiger Araber bin, reduziert sich der Effekt aufgrund meines Glaubens vermutlich nur aufs Betrügen, Sozialkassenraub und Antanzen. In diesem Zusammenhang ist vollkommen unerheblich, dass ich weder vorbestraft noch jemals Anspruchsteller von Sozialleistungen gewesen und ein erklärter Nichttänzer bin. Diese Schutzbehauptung erfüllt nur den Tatbestand der notorischen Lüge. Als Muslim und Araberfreund kann ich gar nicht anders.

Ich kann nicht mehr einkaufen.

Der Erwerb eines Tetrapaks mit Apfelmus (wir wissen, das ist auch nur ein „Stoff, der zu Ernährungszwecken dient, aber zu einem Tötungsmittel verändert werden kann“!) ist in meinem Fall ein terroristischer Akt. Ganz bestimmt ist mir ein christlicher Allergiker bekannt, der durch den Genuss von Apfelmus, das ich heimlich in seine Speise rühre, zu Tode kommen kann. Putzlappen sind in meinem Einkaufswagen tabu; die Meldung, dass ein Muslim einen solchen gekauft habe, löst sofort eine europaweite Fahndung (vielleicht mit spontanem Lynchen am Ende) aus. Immerhin kann jemand zu Tode kommen, wenn ich ihm den Lappen tief in den Hals stoße – denn ein Lappen ist auf jeden Fall eine „Textilie, die zu Reinigungszwecken dient, aber zu einem Tötungsmittel verändert werden kann“.

Ich denke, ich spreche den Bürgermeister und Polizeipräsidenten meines Orts an und beantrage eine „Apfelmus- und Putzlappenerwerbserlaubnis“. Weiterhin werde ich immer eine größere Anzahl großformatiger Visitenkarten mit aussagefähigem Lichtbild, vollständiger Adresse und kleingedruckter Vita auf der Rückseite mit mir führen. Das kann der Verkäufer vom Discounter sehr bequem zusammen mit dem Überwachungsvideo bei den Behörden abgeben.

Um Aufregungen wie die um den Kauf der „Chemikalie, die zu Reinigungszwecken dient, aber zu einem Tötungsmittel verändert werden kann“ für mich zu verhindern, beantrage ich vielleicht besser sofort den Druck vorgefertigter Haftbefehle, in die nur noch die Bezeichnung des von mir erworbenen Artikels eingefügt werden muss. Der Platz muss ausreichend bemessen werden, damit ich auch für „Kaffeeersatzheißgetränke“ und eben nicht nur für „Pril“ (Achtung! Das ist eine „Chemikalie, die zu Reinigungszwecken dient, aber zu einem Tötungsmittel verändert werden kann!) zur Rechenschaft gezogen werden kann.

Oder ich melde mich beim örtlich zuständigen Rechtsradikalenverein. Die stellen mir dann einen persönlichen Bewacher zur Seite der vor allem verhindern muss, dass ich mich in unsittlicher Weise meiner nichtmuslimischen Ehefrau nähere.

Auf jeden Fall aber denke ich, dass das Aufnähen eines grünen Halbmondes auf meine Jacken, Pullover und Hemden sehr sinnvoll ist. Den christlichen, höchstsozialen, gebildeten und kultivierten „Biodeutschen“ ist es unmöglich zuzumuten, dass sie erst nach einer halben Stunde eines entspannten Gesprächs feststellen sollen, dass ich als „Biodeutscher“, aber Muslim, ihr naturgegebener Feind und zuständiger Terrorist bin.

 

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Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
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