Israel – Frankreich wendet sich ab.

Einer der ersten, relevanten und entscheidungs- wie auftrittsstarken Staaten der Welt reagiert angesichts der ungebrochen fortgesetzten Verbrechen der israelischen Regierung. Außenminister Laurent Fabius hat der Regierung Israels ein schmerzhaftes wie harsches Ultimatum gestellt, weil sein Land die jüngste Herabwürdigung des UN-Generalsekretärs durch Netanyahu nicht kommentarlos hinnehmen will. Netanyahu hatte auf die Kritik Ban Kee-Moons einen seiner recht dümmlichen, aber aggressiven Sprüche losgelassen.

Der Bann ist nun definitiv gebrochen und der internationale Sprachgebrauch gegen Israel hat sich ganz wesentlich verschärft. Das Rennen der extremistischen Regierung gegen die Zeit, bei welchem sie durch den jetzt stark intensivierten Siedlungsbau jedes mögliche Palästina im Vorfeld bereits vernichten wollte, wird verlorengehen.

Paris hat Israel ganz unverhohlen und unmissverständlich für den Fall, dass jetzt kurzfristig angesetzte Friedensverhandlungen zwischen Israel und Palästina fruchtlos bleiben sollte, die sehr kurzfristige, offizielle Anerkennung Palästinas als Staat angedroht.

Dabei sieht die Planung Israels ganz anders aus; die rechtsextreme Faschistin Ayelet Shaked, deren Vergleich von arabischen Palästinensern mit Tieren, die es zu vernichten gälte, international beinahe ungehört verhallte, hat unlängst noch bei einem Interview die Implementierung der „Zwei-Staaten-Lösung“ ganz einfach abgelehnt – obschon diese Grundlage der UN-Position zur Existenz Israels darstellt und von der gesamten Weltgemeinschaft eingefordert wird. Man solle, so Shaked, ganz einfach große Teile des Westjordanlands annektieren und den (vermutlich uninteressanten) Rest dem Königreich Jordanien vor die Füße werfen. Recht unverhohlen will sie Israel die fruchtbaren und produktiven Landstriche Palästinas einverleiben.

Zu internationalen Protesten, gerade auch hinsichtlich ihres „NGO-Gesetzes“, mit welchem sie unliebsame und kritische Stimmen von außen ersticken will, sagt sie ganz lapidar:

„Es ist nicht angemessen, dass sich ein Land so in die internen Angelegenheiten Israels einmischt.“

Na also. Was andere in Richtung Israels tun, ist grundsätzlich und per Definition falsch und verwerflich, es sei denn, es handelt sich um große Summen und Solidaritätsbekundeungen. Zweifel und Kritik an der israelischen Regierung provozieren lautes Gekreische, „Antisemitismus!“-Schreien und Beleidigungen. Wenn sich Israell mit harten, verdeckten, militärischen Operationen in das Leben anderer Staaten einmischt, ganz nach Belieben überall auf der Welt Menschen tötet, dann muss das halt akzeptiert werden. Shaked will ihr extremistisches Israel gegen Kritik aus dem gesamten Ausland immunisieren und der Welt klarstellen, dass ihr Land sich ganz grundsätzlich nicht um Bedürfnisse schert, die dem fortgesetzten und brutalen Landraub entgegenstehen.

Das kreischerische, hysterische und rassistische Israel geht auf das Ende seiner Karriere zu; es wird das Rennen gegen die Zeit, gegen den Umschwung der globalen, öffentlichen Meinung nicht (mehr) gewinnen können.

Die Drohung Frankreichs ist der Beginn einer international sich fortpflanzenden Serie von immer härter werdender Kritik – die letztlich auch in mehr oder weniger wirkungsvollen Reaktionen münden wird. Nichts davon könnte Israel augenblicklich brauchen; der Haushalt wankt in ruinöse Bereiche, Israel kann kaum seine Bedürftigen ernähren und setzt sie irrwitzigen Preisspiralen in der Verteuerung auch täglich benötigter Produkte aus. Die Massaker der letzten Jahre haben zusammen mit dem Mauerbau und anderen, militärischen Anstrengungen große Löcher in den Haushalt gerissen. Für diese Angriffe sind tausende von Reservisten von ihren Werkbänken geholt und ausgerüstet worden. Statt durch ihre zivile Arbeit Steuergelder für die Staatskasse zu erwirtschaften, musste das israelische Militär Unsummen für ihre Inmarschsetzung aufwenden. Die Boycott-Aktion „BDS“ tut, auch wenn sich israelhörige Extremisten darüber sehr angestrengt (und arg aufgesetzt wirkend) vorgeblich amüsieren, ihr Übriges und hat bereits einige, millionenschwere Investments außerisraelischer Firmen im Westjordanland förmlich pulverisiert. Dadurch „kippt“ der wirtschaftliche Erfolg, den Israel aus diesen Firmen in ihren illegalen Ansiedlungen im Westjordanland dringend benötigt, in eine zusätzliche Belastung. Israel, das haben seine Gegner zu ihrem Vorteil erkannt, hat eine sehr empfindliche Achillesferse: die Wirtschaft. Im Gegensatz zu ihrem waffenstrotzenden Selbstbewusstsein ist es ein wirtschaftlicher Zwerg, den solche und ähnliche Nadelstiche zumindest langfristig ins Wanken bringen – und mit ziemlicher Sicherheit zu inneren Unruhen derer führen werden, die ohnehin gegen die Kriege stehen und heute schon an der unteren Kante der Einkommensverteilung stehen.

Die anwachsenden Schwierigkeiten auf allen Ebenen des Daseins zusammen mit ansteigender, wirtschaftlicher Not macht aus Israel einen Druckkochtopf. Nun ist also Frankreich angetreten, Israel darüberhinaus das Fürchten zu lehren. Mit einem Ausscheren Frankreichs aus der Phalanx der Totschweiger, Ersticker, Verweigerer und sonstigen Kumpels konnte Netanyahu nicht rechnen.

Mit dem Niedergang seiner Macht, den furchtbaren Einträgen in die Geschichtsbücher und die kommende Verdammung seiner Regierung aber kann er schon jetzt rechnen. Seine Zeit ist ebenso vorüber wie die seiner kreischenden Knallchargen wie Shaked etwa. Es geht schneller als ich befürchtet hatte – in ein paar wenigen Jahren wird sich Israel unter dem anwachsenden Druck zu einem normalen, verhandlungsfähigen, vernünftigen und beruhigten Staat an der Seite eines ausgegründeten Palästina wandeln.

Dann können endlich all die Gräber geschlossen werden, die in den Herzen der Menschen zu Hunderttausenden noch offenstehen.

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Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
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Eine Antwort zu Israel – Frankreich wendet sich ab.

  1. echsenwut schreibt:

    Mein kleines Tröllchen hat sich wieder gemeldet. Keine Ahnung, welche Auswürfe er mir diesmal wieder gönnen wollte, ich lese seinen Dreck ja nicht. Wichtig ist nur, DASS er meine Beiträge offenbar sehr aufmerksam liest, auch wenn er sie nicht aushält. Aber das wird er noch lernen und eines nicht allzu fernen Tages zähneknirschend eingestehen müssen, dass ich mit allem Recht behalten haben werde.
    By the way …. auch wenn Besoffenheit zu Ihrer Szene gehört, Tröllchen …. Sie sollten wirklich weniger trinken, wenn Sie schreiben. Vielleicht kriegen Sie ja nüchtern mal etwas Sinnvolles zusammen.

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