Israel – der Landraub wird brutaler

Zwischenzeitlich werden sogar die „befreundeten“ Nationen unruhig und sehen anwachsende Probleme, den brutalen, unverhohlenen und rücksichtslosen Landraub Israels kommentarlos hinzunehmen. Nicht nur Kerry als US-Außenminister, sondern viele andere kritisieren Israel dafür mehr oder weniger offen und harsch.

Israel setzt seit vielen Jahren ganz einfach nur auf Zerstörung. Das geht ganz einfach. Soldaten und Bauarbeiter rücken vor und reißen palästinensische Höfe und Häuser ab, wenn sie auf interessantem Land stehen und wenn diese Zerstörungsaktionen vor Ort möglichst viel Verlust, Hoffnungslosigkeit und Leid produzieren.

In der letzten Woche allein riss Israel in den südlichen Hebron-Bergen in einer einzigen Aktion 40 Häuser ab. Die nun obdachlosen Palästinenser müssen nun sehen, wo und wie sie unterkommen, denn selbstverständlich leistet Israel weder irgendeine Wiedergutmachung, noch eine plausible Erklärung für die Abrisse. Es dreht sich ganz einfach nur um die Zerstörung der Lebensgrundlage von Palästinensern – sonst nichts.

„Begleitende Maßnahmen“, die den Eigentümern des Landes das Leben dort unmöglich machen sollen, bestehen aus dem gezielten Entzug von Wasser. Israel hat seit vielen Jahren 80 Prozent des gesamten Wassers geraubt, das im Westjordanland (mit dem Jordan als eine der Quellen) insgesamt zur Verfügung steht. Vielfach wird Palästinensern verboten, sich parallel zur bestehenden Wasserversorgung durch Brunnenbohrung etwa eigenes Wasser zu besorgen. Natürlich gibt es dafür ebenfalls keine plausible Erklärung – auch hier dreht es sich einzig und allein um das besonders gepflegte Wohlergehen der israelischen Siedler, die illegal im Westjordanland leben und die Swimming-Pools zu befüllen haben und andererseits um die maximale Ausweitung von Hoffnungslosigkeit unter palästinensischen Bauern, denen die Feldfrüchte unweit der vollen, israelischen Swimming-Pools verdorren und Landwirtschaft unmöglich gemacht wird.

In der Region Tubas im Jordantal, ganz klar viele, viele Kilometer entfernt von jeder israelischen Grenze, vernichtete Israel am vergangenen Mittwoch ein weiteres Dutzend Gebäude, darunter Wohnhäuser und Tierheime. In den Orten Jiftlik, Fasayil al-Wusta, Ein Kurzliya und al-Mkassar sind nun 71 Menschen obdachlos.

In Fasayil al-Wusta und Ein Kurzliya hatte Israel einigen der dort lebenden Familien in den letzten Jahren gleich viermal hintereinander die gesamte Existenz vernichtet. Bisher allerdings ziemlich ergebnislos, kaum eine dieser und ähnlicher Aktionen Israels hatte bisher auch nur ansatzweise den erhofften Erfolg – auch nicht bei langfristiger Betrachtung. Eben genau dieser Umstand erklärt die wachsende Wut in Israel, den ansteigenden Rassismus und der genozidäre Vernichtungswille, mit dem Israel gerade im Verlauf der zurückliegenden zehn Jahre unter anderem durch großtechnisch angelegte Massaker den Widerstandswillen derer brechen will, die einfach nur von ihrem Eigentum nicht weichen wollen. Libanon, zweimal riesige Massaker im Gaza-Streifen … all das hat bisher nur Israel weltweit in schwere Schieflage gebracht und auch wenn es tausende Frauen und Kinder getötet hat, ist es seinem kranken „Groß-Israel“ Traum, das ausschließlich nur von Juden bewohnt wird, keinen einzigen Millimeter näher gekommen.

Bevor Israel dies Gebiet zu seinem eigenen erklären kann, wird es untergegangen sein. Den arabischen Widerstand mag es brechen können, aber niemals den palästinensischen.

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Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
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