Günther Öttinger hat doch Recht!

Gut, zugegeben: ich bin alles andere als ein notorischer Öttinger-Freund. Eher trifft das Gegenteil zu. Ich mag ihn nicht sonderlich – und seine Politik in der Vergangenheit gab eher Anlass zu Misstrauen als einen Eindruck von Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit.

Dennoch gilt für mich auch hier einer meiner wenigen, aber eisenharten Lebensweisheiten:

„Was Recht ist, muss auch Recht bleiben.“

Offenheit steht einem Politiker in einer Demokratie ganz grundsätzlich immer sehr gut zu Gesicht – und mit seinem Zitat in Richtung Frauke Petry hat er der Wahrheit die Ehre und sich selbst eine recht klare Position gegeben. Jetzt würde ich wirklich gern verstehen, weshalb er für sein Aufstöhnen, er würde sich entleiben müssen wenn er sich mit Petry plötzlich verheiratet fände, soviel Prügel bezieht.

Was eigentlich ist an seinem Ausspruch genau zu beanstanden? Woraus bitteschön soll Petry jetzt politischen Genuss ziehen?

Politiker sind eben auch nur Menschen und so ist es nichts als grandiose Dummheit aller, die einer Petry das vorgeschobene und behauptete Amüsement über die Öttinger’sche „Entgleisung“ abkaufen. Petry ist als Mensch im Politiker getroffen. So oder so. Auf gar keinen Fall perlt die Öttinger’sche Bemerkung an ihr ab.

Der verzweifelte Versuch, Politik emotionslos gestalten und verkopfen zu wollen, ist noch niemals gelungen. Eher im Gegenteil: alle Politiker, die tatsächlich Erfolg haben, spielen höchst geschickt auf der menschelnden Klaviatur und ziehen ganz absichtlich zumindest Teile der Politik auf die emotionale Ebene. Und auf dieser arbeiten sie selbst mit Andeutungen, Schmähungen, Herabwürdigungen. Im konkreten Zusammenhang ist Öttinger jedoch weder Wahlkampf noch Taktik zu unterstellen; ganz offensichtlich hat er lediglich gesagt, woran er persönlich glaubt – und das ist gut so.

Nach meiner Meinung verbindet sich im Grunde gar nichts Positives, Akzeptables mit der Person Petry. Sie ist auf allen Ebenen des Daseins eine ganz extrem unangenehme Person und in der Tat provoziert die Idee, sich mit ihr persönlich und außerhalb aller Offizialität ins Benehmen setzen zu sollen, auch mir selbst ein ….. hmmm … sagen wir: ganz extrem unangenehmes Gefühl (wenn man nicht von Brechreiz reden will). Ich denke auch, dass sich Petry außerhalb des Bereichs begeben hat, in welchem man noch unter Aufbietung aller innerer Kräfte keine sachliche Ebene verlassen darf. Es gäbe ja auch mit anderen, höchst widerwärtigen „Politikern“ wie Adolf Hitler, Göbbels oder auch Stalin überhaupt keine sachliche Ebene mehr zu beschützen – in einigen der genannten Fälle mäße das einzige, noch nutzbare „Argument“ gegen diese Leute recht genau 9 Millimeter. Aber bis Petry diese Region betreten hat, muss sie noch einiges mehr pöbeln, lügen, sudeln und kreischen.

Niemand muss mit Petry sachlich argumentieren. Wer aus parteitaktischen Gründen mit der Idee spielt, auf Flüchtende schießen zu lassen, hat sich aus jeder zu aktzeptierenden Ebene selbst verabschiedet, sich selbst zu einem Extremisten erklärt und darf keine andere Anrede erwarten. Sowenig, wie Petry selbst Menschlichkeit propagiert, muss ihr mit selbiger nebst gehöriger Zurückhaltung begegnet werden. Weshalb auch. Ich nehme mir persönlich das Recht und die Freiheit, einen Adolf Hitler als „widerliches Schwein“ zu bezeichnen und damit meine Meinung kundzutun. Und ich ließe mir diese Freiheit, das Recht auch nicht nehmen, mich im Stile eines Öttinger auch in Richtung einer Petry auszudrücken – denn sein Satz entspricht auch meiner eigenen Meinung.

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Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
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