Allerhand! AfD-Gauland ist kein Deutscher!

wer hätte das gedacht?

Jan Fleischhauer vom SPIEGEL hat sich den Äußerungen Gaulands genähert und diese analysiert. Da es besonders auffällt, wieviel Energie Gauland auf die Definition von „Deutschsein“ verwendet, entsteht allein dadurch bereits ein Anfangsverdacht.

Es verhält sich wie ein Mörder, der nach Volksweisheit bekanntlich immer wieder zum Tatort zurückkehrt und auch Psychologen argwöhnen schon lange, dass man sich von Fehlern anderer ganz besonders gestört fühlt, wenn man sie selbst hat. Dabei ist die Frage, wer eigentlich ein „Deutscher“ ist, auf Boden und Basis des Grundgesetzes ganz eindeutig geregelt: nämlich gar nicht. Wer immer einen Personalausweis der Bundesrepublik in Händen hält – ist einer. Das ist vollkommen logisch und bedarf keines zweiten Nachdenkens. So wie alle anderen Länder der Welt auch, hängt die Zugehörigkeit zur Bundesrepublik Deutschland definitiv von keinem anderen Aspekt ab.

Wie könnte es das auch. Würde man neben der schieren Staatszugehörigkeit, die ja eben durch den deutschen Pass bestätigt wird, auch andere Aspekte gelten lassen, dann stünde man ja bekanntlich mit beiden Beinen fest auf dem rassistischen Nationalsozialismus. Fragen nach Herkunft, Religion, Hautfarbe oder kultureller Zugehörigkeit sind keine, nach welchen innerhalb der deutschen Bevölkerung unterschieden und gegebenenfalls ein Ausschluss von der Staatsangehörigkeit ausgesprochen werden müsste.

Gauland aber hatte den Satz gesagt:

„Indem ich einen deutschen Pass habe, bin ich noch kein Deutscher.“

Wir sind pausenlos von der AfD („Alles für Doofe!“) informiert worden, dass sich diese „Partei“ zum Grundgesetz bekennt; da dies aber keine Restriktionen kennt, welcher Passinhaber tatsächlich deutsch wäre, ist der Inhalt des Gauland’schen Satzes also zwingend woanders zu verorten. Natürlich wissen wir es alle: Deutschland ist ein freiheitliches Land und kennt keine Einschränkungen, Klassen, Restriktionen, Herabwürdigungen, die die deutsche Bevölkerung in eine „ganz doll arische“, eine „etwas deutschere“, eine „etwas weniger deutsche“ oder gar eine „höllisch undeutsche!“ Staatsangehörigkeit aufteilen würde. Das einzige Kriterium ist: der (natürlich rechtmäßige) Besitz eines (natürlich echten und gültigen) Personalausweises.

Mit der Staatszugehörigkeit von Alexander Gauland stimmt also etwas nicht. Entweder ist sein Pass tatsächlich gefälscht, oder er hat ihn nach Erreichen des Gültigkeitsendes konsequent seit vielleicht Jahrzehnten ganz bewusst nie erneuert. Nun muss man Gauland zugute halten, dass er selten bis nie irgendetwas weiß und sich an einfachste Sachverhalte nur mit liebevoller Hilfe von außen überhaupt erinnern kann. So stellte er seinen Ausfall gegen Boateng zunächst entrüstet in Abrede und musste nach sanfter Erinnerung durch andere öffentlich einräumen, dass er sich da wohl geirrt haben musste. Womöglich ist seine latente Amnesie auch für den Verfall seiner Staatsangehörigkeit verantwortlich: wenn er sich zuverlässig an seinen eigenen Namen erinnern will, kann er auf das permanente Zurverfügunghalten seines Passes natürlich nicht verzichten – wie sollte er ihn da also erneuern, zeitweilig also auf ihn verzichten können?

Für sehr viel plausibler halte ich die Idee, dass Gauland mit einem gefälschten Ausweispapier über abenteuerliche Wege nach Deutschland migriert ist. Er könnte gut Chilene sein; viele Nazis sind damals auf dem „Rattenpfad“ nach Chile geflüchtet und haben dort im Versteck Familien gegründet. Das würde erklären, weshalb er als Nachfahre von und Fan der Nazis einerseits keinen echte, deutschen Pass hält oder, falls dem doch so sein sollte, den Wert seiner eigenen Staatszugehörigkeit nachhaltig in Frage stellt. Nicht ganz auszuschließen wäre auch eine tatsächlich ganz andere Hautfarbe, ein Bekenntnis zum Islam und eine geheime Entsendung von Daesh („IS“) – denn nicht wenige von ihnen verwerfen ihre Staatsangehörigkeit als bedeutungslos und rechnen sich selbst ausschließlich nur der Terrorbande zu. Hier würde ich mir wünschen, dass sich Gauland beim nächsten Auftritt testweise öffentlich das Gesicht waschen und eine Durchsuchung seiner persönlichen Dinge vornehmen lässt (ein Notar sollte schon dabei sein). Mich würde gar nicht wundern, man fände einen Krummdolch, eine schwarze Hautfarbe, einen Qur’an im Jackett und einen Gebetsteppich unterm Hemde vorm Bauch – er ist nämlich auffallend dick.

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Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
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