Brexit? Kreuziget sie!

Europäische Bevölkerungen, ich wiederhole mich da sehr gern, verblöden mit zunehmender Geschwindigkeit – nun haben uns die englischen Bürger sehr eindrucksvoll  bewiesen, dass dem tatsächlich auch genauso ist. Faszinierenderweise veröffentlicht Google gerade eine Analyse, nach welcher sich enorm viele Engländer nach Abschluss des Referendums dafür interessieren, wogegen sie sich da eigentlich entschieden hatten.

Nicht wenige würden sich heute anders entscheiden – aber dafür ist es zu spät.

Weil sich überall in Europa mit all den le Pens, Wilders angesichts des „Erfolgs“ zunehmend braune Ratten aus der politischen Kanalisation ans Tageslicht trauen und für ihre Länder eigene Referenden über einen Ausstieg aus Europa fordern, gehört England nun gekreuzigt. Es hat die gesamte Last seiner Entscheidung zu tragen. Zur Warnung für alle werden hunderttausende von Arbeitsplätzen und damit Lebensgrundlagen vernichtet werden müssen, ohne das Europa die Folgen abmildert. Einen „Ausstieg light“ darf es nicht geben. Die Blöden in allen anderen Ländern Europas brauchen markige Schlagzeilen in ihren trivialen Boulevardblättern mit Fotos, die abgerissene Kinder für Essen Schlangestehen zeigen.Heruntergekommene, brachliegende Industrien müssen die Titelseiten und Nachrichten so eindrucksvoll füllen, dass die braunen Ratten sie nicht mehr fort-„diskutieren“ können. Die Errettung der englischen Bevölkerung darf und kann nur aus einem schmerzhaften Lernprozess erfolgen, der viele Jahre wirtschaftlichen Niedergangs beinhaltet und Elend mit sich bringt.

Das hat auch etwas Gutes:

Unter der Führung David Camerons in der ungebrochenen Regierungstradition eines Tony Blair entwickelte sich die englische Politik zu massivem Rechtspopulismus und blindem Gewinnstreben. Für ein paar Exportdollar hat England begonnen, selbst fundamentalste Menschenrechte zu zertreten, zu lügen, zu intrigieren. Um beispielsweise ein paar Rüstungsgeschäfte mit Ägypten abwickeln zu können, diente man dem Diktator eine „unabhängige Untersuchung“ an die beweisen sollte, dass die Muslimbrüder programmatisch den Terror in sich tragen. Die Untersuchung befand zum Leidwesen das Gegenteil – deshalb wurde ihre Publikation von Cameron einfach verboten.

England hat sich für den Weg des Niedergangs entschieden; da es eine demokratische Wahl war, trägt niemand als der englische Bürger und Wähler selbst die Verantwortung dafür – mein Mitleid sinkt gegen Null angesichts der Tatsache, dass das Interesse für mögliche Auswirkungen der Entscheidung erst nach Abschluss der Entscheidungsfindung ansteigt. Die Statistiken zeigen sehr klar und werden auch ganz unverblümt genauso analysiert: es waren die bildungsfernen Schichten Englands und die altgewordenen Starrköpfe, die England aufgrund ihres persönlichen Unvermögens die Katastrophe beschert haben. Damit ist völlig klar, dass die Intellektualität Englands darin versagt hat, die Blöden auf ihren Straßen zu konditionieren und nun fliegt ihnen eben alles um die Ohren, was sie riskiert haben. Schottland und Irland verlangen völlig zu recht sehr empört ein Ausscheren aus dem großbritannischen Verbund und sie werden ihre Unabhängigkeit betreiben, was die Lage Englands zusätzlich erschweren wird. Schottland hat sehr schnell reagiert und Nicola Sturgeon, Erste Ministerin Schottlands, kündigt ein entsprechendes Unabhängigkeitsreferendum bereits für den Fall an, dass das schottische Parlament eine dazu notwendige Verfassungsänderung akzeptiert. Das wird fraglos der Fall sein.

England sieht sich nun einem kaum zu bewältigenden Gestrüpp an Notwendigkeiten gegenüber; Nigel Farage von der UKIP bezeichnet es zwar noch als Vorteil, wird die Wahrheit aber selbst wohl genau erkennen können: der Import jedes Streichhölzchens muss ebenso neu und mühevoll mit jedem Handelspartner ausgehandelt werden wie der Export jedes einzelnen Schräubchens. Sich „mal eben“ in ein Auto zu setzen um auf einen Kurztrip nach London zu fahren, wird nicht mehr funktionieren, weil alle politischen Verhältnisse zu jedem anderen Land neu geordnet werden müssen.

Die Folgen wird die englische Bevölkerung unter sich auszumachen haben – der Rest Europas kann sich über soviel Blödheit nur wundern, hat aber die Entscheidung fraglos zu akzeptieren. Im Glauben, der eigenen Regierung damit eins auszuwischen, haben sich die Menschen selbst ins eigene Knie geschossen. So soll es sein. Mögen sie daran bluten.

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Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
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