Israel – Terror extremistischer Juden ist kein Terror

Hier kommt die Botschaft über unsere Medien (bekanntlich?) nicht an: eine unbestimmte Menge der „Messerattacken“ war keine. In zumindest einem Fall wurde per Video dokumentiert, wie eine harmlose, junge Palästinenserin von israelischen Soldaten zu Boden gezwungen und dazu aufgefordert worden war, ein ihr von einem der Soldaten mit dem Fuß zugeschobenes Messer aufzuheben, welches er zuvor auf den Boden geworfen hatte. Sie hat es nicht getan – und damit sicherlich einerseits ihr Leben gerettet und andererseits verhindert, dass man über das Foto ihrer Leiche getitelt hätte: „Der nächste Terrorangriff!“

Aber da sind ja noch (bekanntlich?) andere Terroristen unterwegs, die ja gar keine sind:

Nehmen wir Baruch Goldstein: Er stürmte  am 25. Februar 1994 eine Gebetsstätte, die von Juden und Muslimen gleichermaßen besucht wird und feuerte mit einem Maschinengewehr in die muslimische Menge. Dabei wurden 29 betende Muslime getötet und weitere 150 verletzt. War das etwa ein „Terroranschlag“?

Nein. (Zitat: Wikipedia)

Von Anhängern der Kach-Bewegung und anderen nationalreligiösen jüdischen Fanatikern wird Goldsteins Tat hingegen als „Operation Machpela“ verherrlicht und er als „Gerechter“ (hebräisch: „Zaddik“) verehrt. Der umstrittene Rabbiner Yitzchak Ginsburgh lobte Goldsteins Tat öffentlich und bezeichnete ihn als Märtyrer. Ginsburghs Buch Baruch ha-gewer hat den bewusst doppeldeutigen Titel Baruch, der Mann bzw.Gesegnet sei der Mann (Bedeutung/Übersetzung des Vornamens Baruch)

Überhaupt gar kein Angriff extremistischer Juden wird in Israel jemals „Terror“ genannt. Würde man dies tun, so ergäbe sich daraus zwangsläufig die Notwendigkeit, israelische Anti-Terror-Gesetze auch gegen Israelis oder, schlimmer noch, jüdische Israelis anzuwenden. Das hätte den Abriss des (Familien-) Hauses des Täters zur Folge.

Das darf aber nicht sein. Für den Nicht-Terroristen und feigen Massenmörder Goldstein wurde im Gegenteil ein Denkmal errichtet und auf dem steht:

„Hier ruht der Heilige Dr. Baruch Kappel Goldstein, gesegnet sei das Andenken dieses aufrichtigen und heiligen Mannes, möge der Herr sein Blut rächen, der seine Seele den Juden, der jüdischen Religion und dem jüdischen Land geweiht hat. Seine Hände sind unschuldig und sein Herz ist rein. Er wurde als Märtyrer Gottes am 14. Adar, Purim, im Jahre 5754 (1994) getötet.“

Mir will nun nicht ganz in den Kopf, weshalb die Betitelung arabisch-palästinensischer Terroristen durch die Hamas als „Märtyrer“ falsch sein soll, während ein Goldstein etwa als „heilig“ bezeichnet und die Rache des jüdischen Gottes für seine Tötung herabbeschworen werden kann. Das erschließt sich ganz sicherlich extremistischen Juden und auch extremistische Muslimen (oder „Muslimen“ eben) – Menschen jedoch haben ein massives Verständnisproblem damit.

Um einen aktuellen Fall damit in Beziehung zu setzen, befassen wir uns mit Yishai ShlisselTerror kann ganz grundsätzlich niemals Terror sein, wenn ein Israeli bzw. ein jüdischer Israeli der Täter ist. Es möge sich irgendjemand finden, der mir verständlich und nachvollziehbar erklären kann, weshalb ein Palästinenser, der mit einem Messer Juden niedersticht, ein Terrorist ist, ein Jude, der mit einem Messer Juden niedersticht, aber keinesfalls einer sein kann. Shlissel stach auf der Gay-Pride-Parade in Jerusalem ein 16-jähriges Mädchen mit einem Messer nieder und verwundete weitere Teilnehmer bzw. Zuschauer der Parade. Und das, nachdem er gerade drei Wochen nach Verbüßung einer 10-jährigen Gefängnisstrafe wegen eines ganz ähnlichen Verbrechens auf freien Fuß gesetzt worden war. Aber das war natürlich auch kein „Terror“-Akt, immerhin ist Shlissel Jude.

Shlissel wurde zu lebenslanger Strafe plus 31 Jahren und zu einer Geldstrafe von umgerechnet 478.000 € verurteilt. Er ist aber kein „Terrorist“. Wohl eben, weil er Jude ist. Israelischer Jude. Und die können gar keine Terroristen sein. Man müsste ja die Rechtschaffenheit und Objektivität israelischer Gerichte in Zweifel ziehen, wenn man den Terroristen Shlissel einen „Terroristen“ nennen würde. Goldstein jedenfalls war ja (bekanntlich?) auch keiner.

Wie wird man als israelischer Jude Terrorist? Was muss man dafür tun? Wie wir sehen, langt das feige Abschlachten von Menschen nicht aus. Da muss wohl mehr kommen.

„Ganz einfach!“ höre ich, „Der Täter muss nur offen zugeben, dass er aus einer religiösen Spinnerei heraus gehandelt hat!“.

Tut mir leid. Das reicht auch nicht:

In seinem letzten Verhör [vor dem Verfahren] sagte er, dass dies ein religiöser Krieg ist.

sagte Noam Eyal, 31, eines der Opfer Shlissels.

Die drei Täter, die den palästinensischen Jungen festgesetzt und gezwungen haben, Benzin zu trinken, bevor sie ihn angezündet haben, die waren übrigens natürlich auch keine Terroristen. Ebensowenig wie die Mörder, die im Westjordanland ein Haus angesteckt und dadurch ein dreijähriges Kind bei lebendigem Leib verbrannt haben. Keine Terroristen. Natürlich.

Als Israeli hat man es vergleichsweise gut. Da kann schon mal mit einer andauernden Kanonade durch schwere Artillerie dem Ableben eines Kameraden gedacht werden – und auch das ist natürlich kein „Terror“, wenn die Geschosse dieser Gedenksalve in ein palästinensisches Wohngebiet gelenkt werden.

Wie man es auch dreht und wendet: die israelische Regierung beschützt in enger Zusammenarbeit mit ihrem Gott ihre Bevölkerung vor unangenehmer Nachrede und lässt ganz gern mal massenhaftes Töten zu – ohne dass diese Terroristen Terroristen werden.

Aber wie sollen Muslime oder, schlimmer noch, nichtisraelische Muslime nun darauf reagieren? Sollen wir es halten wie die Autorin des blogs „Leben in Jerusalem“, die wörtlich den (Halb-) Satz schreibt:

….. Sie ließen sich in mehreren arabischen Ländern nieder, denn die Araber lieben Hitler und Gaskammern.

Sollen wir nun also sagen: Israelis haben fast mehr Spaß am hemmungslosen Abschlachten anderer als an der Lüge?

Das ist empört zurückzuweisen. Ich würde mal sagen, dass der überwältigende Anteil aller Muslime weltweit, und wir sind weit mehr als eine Milliarde, mehr Verstand hat.

 

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Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
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