Israel – schickt Terroristen nach London

 

Wieder einmal eine Meldung, die in europäischen Medien garantiert nicht erscheinen wird: in London gab es am Sonntag eine pro-israelische Demonstration in London. Das allein wäre wohl kaum eine Erwähnung wert, immerhin beackert die israelische Regierung das Feld der Medien, der allgemeinen, öffentlichen Präsenz in den letzten Jahren äußerst zielgerichtet und spart auch nicht mit Gerichtsklagen gegen missliebige Kritiker, die sich gegen Israel überall auf der Welt versammeln und organisieren.

Am Sonntag auf der Demonstration in London aber versammelten sich Menschen, die der Jewish Defence League (kurz JDL) angehören. So fand sich dort Robert De Jonge ein, ein bekannter Aktivist der JDL, der eines Angriffs auf zwei Teilnehmer eines palästinensischen Literaturfestivals in 2014 überführt worden war. De Jonge nutzt, wie füpr Terroristen üblich, einen Alias-Namen: Robert Bartholomeus. Roberta Moore war als britische Vertreterin der JDL ebenfalls anwesend; sie ist wegen des Besitzes von Waffen angezeigt worden, auch wenn das Verfahren aus mir unbekannten Gründen niedergeschlagen worden ist. Moore, in Brasilien geboren, bekundete Unterstützung für Anders Breivik, den norwegischen Massenmörder. Hier ein Link dazu: http://www.edlnews.co.uk/2012/04/18/edl-s-roberta-moore-returns-to-defend-breivik/.

Die JDL wurde in der Vergangenheit durch Übergriffe vielfältigster Art auf Palästinenser und Araber bekannt, ein Graffitti auf einer Hauswand im Westjordanland mit dem Spruch „Vergast die Araber!“ wird ihr zugeschrieben wie eine ganze Anzahl blutiger Terrorangriffe auf Palästinenser.

Die JDL folgt den schwerst rassistischen und extremen Ansichten von Rabbi Meir Kahane, dessen ultranationalistische Forderungen selbst der israelischen Regierung zuviel wurden. Kahane wurde öffentlich geächtet, auch wenn seinen Ansichten bis in die höchsten Regierungskreise durchaus viel Sympathie entgegengebracht wird. Kahane tritt für die möglichst umfassende Entfernung allen arabischen Lebens aus dem Gebiet ein, welches allgemein als „Groß-Israel“ geschaffen werden soll. Wie die Entfernung stattfindet, sei situativ zu entscheiden – so ist Kahane zu verstehen. Gewalt wird von ihm nicht nur toleriert, sondern sehr begrüßt. Er ist es, auf den die Idee in den Köpfen extremistischer Israelis zurückzuführen ist, selbstverständlich auch Babies von Arabern zu töten – denn aus ihnen könnten eines Tages Kämpfer und Rächer entstehen. Meir Kahane gründete die Organisation Kach, die als innerisraelisches Pendant zur JDL betrachtet wird. Kahanes Terrororganisation beschäftigte Victor Vancier, auch bekannt als Chaim Ben Pesach, der als Meisterbombenbauer zweifelhaften Ruhm errang; Vancier wird von der JDL UK als „Held“ bezeichnet. Hier der Link zur website der ganz offen hasserfüllten JDL UK: http://www.jdl-uk.org/2012/07/chaim-ben-pesach-jewish-hero-forbidden.html

Das FBI betrachtet die JDL seit 2001 als Terrororganisation. Das jedoch ficht die britische Regierung nicht an, sie hat auf entsprechende Anfrage jeden Kommentar zur britischen JDL und zur beschriebenen Demonstration verweigert.

Das kann weiter nicht verwundern. Britische Politik hat in der Vergangenheit bereits mit Tony Bliar als Premier letztlich nicht nur die eigene Bevölkerung massiv für den Kriegseintritt gegen Irak belogen, sondern vielfach auch im Hintergrund halb verborgen Israels Politik kritiklos und gehorsam Einfluss auf englische Politik nehmen lassen. So ist zumindest ein Fall sehr sauber durchdokumentiert, in welchem Israel durch diplomatische Kanäle direkt Einfluss auf einen Presseartikel der BBC genommen und eine Umschreibung erzwungen hat. Auch David Cameron hat gefälscht und gelogen: er hatte dem ägyptischen Diktator eine „neutrale Untersuchung“ versprochen, die der ägyptischen Muslimbruderschaft zwanghafte Nähe zum Terrorismus „nachweisen“ sollte. Das beauftragte Expertengemium kam allerdings zu einem ganz anderen als dem erwünschten Schluss – Cameron hat das missliebige Untersuchungsergebnis schlicht unterdrücken lassen. Es darf bis heute nicht veröffentlicht werden.

England hat, womöglich zum Preis von Handelsverträgen, einer US-Streicheleinheit und lukrativen Rüstungsgeschäften Israel seit vielen Jahren weitestgehendste Unterstützung zukommen lassen – da nimmt nicht Wunder, dass es kein Problem mit einer als Terrororganisation eingestuften Verbindung hat und ihr in Form der JDL UK einen Heimathafen anbietet.

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Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
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