Frankreich – Schutz von Gotteshäusern

Keine Frage: der Anschlag auf eine katholische Kirche und die Ermordung des Pfarrers sind vollkommen indiskutable Scheußlichkeiten. Ich wiederhole mich hier gern: auch hierfür hielte ich die Todesstrafe für angemessen; da es eine Ermordung in Zusammenhang mit einem terroristischen Anschlag gegeben hatte, hat m.E. die Gesellschaft ein Recht auf Vergeltung. Und durch die Tötung der Attentäter wurde ein wenig Gerechtigkeit in die Welt gebracht, auch wenn sie das Leid der Angehörigen und Kirchenbesucher nicht wettmacht.

Wir sehen auch hier wieder, dass sich Verrückte einer Religion bedienen, um ihren Wahnsinn mit angedichtetem Sinn zu bereichern – und auch das wiederhole ich: wäre der Spielplatz für europäische Ölsäufer und Waffenverkäufer buddhistisch dominiert, so hätten wir heute eben buddhistischen Terror.

Da aber konsequent und ausschließlich nur Bilder von lächelnden Buddhisten, friedvoll meditierenden Mönchen und alles kombiniert mit Blumen in unseren Gedanken und Medien auftauchen, wäre das Störgefühl, solche Mönche mit Sturmgewehren losschlagen zu sehen, schon massiv. Deshalb schaffen es auch die wenigen Meldungen, die es überhaupt noch gibt, auch weder auf unseren Tisch, noch in unsere Gedanken, dass es Buddhisten sind, die im Fernen Osten organisiert, gezielt, brutal und frei von Verfolgung Muslime abschlachten. In einem Kampf von Tibetern gegen Chinesen schlugen tatsächlich Mönche mit Sturmgewehren los.

Es ist nicht ganz von der Hand zu weisen, dass das französische Beispiel Schule macht und noch einige Verrückte mehr dazu verführt, sich nun Kirchen als Anschlagziele auszusuchen. Nun muss aber niemand meinen, dass dies eine Domäne von Muslimen wäre, Gotteshäuser Andersgläubiger anzugreifen.

(Zitat: Die Welt)

Im ersten Halbjahr gab es 23 Angriffe auf islamische Einrichtungen.

Das war allerdings nur das halbe Jahr. Etliche dieser Angriffe haben auch billigend Todesopfer in Kauf genommen, auch wenn es in der überwältigenden Anzahl aller Anschläge offensichtlich nur um die Zerstörung und Besudelung von Moscheen und islamischen Einrichtungen ging. Allerdings machen die Flammen einer Brandbombe üblicherweise keinen Umweg um Räumlichkeiten in einem Haus, in welchem sich Menschen aufhalten. Seit vielen Jahren werden Moscheen beschmiert, mit Kadavern und Brandsätzen beworfen, mit scharfer Munition und Leuchtraketen beschossen. Man kann nicht unbedingt sagen, dass deutsche bzw. europäische Sicherheitsbehörden darum ein großes Hallo machen. Das ist grundsätzlich nie ein Terrorakt – sondern immer nur Sachbeschädigung. Es wäre interessant einmal zu beobachten was wohl passiert, wenn eine handvoll Muslime nachts eine katholische Kirche mit größeren Mengen Schweineblut und abgetrennten Viehköpfen drapieren oder brennende Benzinflaschen durch die Fenster jagen würde. Das sind so die üblichen, gewöhnten Übergriffe.

Wie oft Muslime in Deutschland wegen ihres Glaubens angegriffen werden, ist allerdings nicht bekannt. Hierzu gibt es keine offiziellen Zahlen. Straftaten mit islamfeindlichem Hintergrund werden in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) bisher nicht gesondert erfasst.

„Nicht gesondert erfasst.“ – das ist so nicht richtig. Die Polizei hat bereits häufiger viel Arbeit und Druck darauf verwendet, klar erkennbare und mit Zeugenaussagen unterlegte Übergriffe auf Muslime nicht als solche erfassen zu müssen. So stürzte eine Frau vor einem halben Jahr an einer Bushaltestelle zu Boden, nachdem sie von einigen Schlägern zusammengeprügelt worden war. Ihre Strafanzeige sollte erst überhaupt nicht aufgenommen werden, vielmehr befragten die Beamten sie, warum sie soviel tränke, nur um sturzbesoffen zusammenzubrechen. Nachdem sich Zeugen zum Vorfall einfanden, beschied die Polizei denn doch, dass es wohl eine Schlägerei gegeben habe – allerdings sollte das Opfer künftig darauf verzichten, friedliche Mitbürger auf offener Straße so furchtbar zu beleidigen.

Heute ist es ein „Angriff“, wenn eine Frau die ausgeschriebene Stelle nicht bekommt, weil sie eine Frau ist. Allerdings ist es weit verbreitet und völlig üblich, Menschen mit exotisch klingenden Nachnamen keine Wohnungen, Tagungsräume oder ähnliches zu vermieten, geschweige denn eine ausgeschriebene Stelle zu geben. Ob der Vielzahl, Selbstverständlichkeit und Gewöhnlichkeit dieser Fälle wird hierüber kaum (noch) Klage geführt.

Wer nun auf die Idee kommt, insbesondere Kirchen müssten nun vor Muslimen geschützt werden, ist auf die breitflächige Meinungsmanipulation hereingefallen. Da davon ausgegangen werden kann, dass keine „political correctness“ irgendein Medium der Presse je davon abgehalten hätte, muslimische bzw. terroristische Angriffe auf Kirchen zu verschweigen kann festgestellt werden, dass es solche in ganz Europa noch gar nicht gab.

Moscheen allerdings sind für viele Täter so wie Synagogen sehr beliebte Anschlagsziele; die Besudelungen oder Zerstörungen, die nicht selten durch bloße Zufälle keine Todesopfer gefordert hatten, gehen inzwischen in die Hunderte. Heute glaubt jeder verblödete Rechtsradikale, das Leben eines Juden oder Muslimen gehöre ihm und sei nichts wert; durch das eisenharte Schweigen aller Innenministerien und Polizeibehörden hierzu wird daraus eine stillschweigende Akzeptanz. Erst das gezielte Schweigen der Regierung ließ eine AfD („Alles für Doofe!“) überhaupt entstehen; die Einsicht, dass diverse Hetzereien, Übergriffe, Beleidigungen kommentarlos hingenommen oder von verräterischen Halbsätzen sogar noch verstärkt wurden brachte die Blöden zu der Hoffnung, nun könnten sie ihren Schwachsinn ungehindert in die Welt posaunen. Wie ich an einigen Trolls, die sich hier auf meinem blog immer wieder mal melden, gut erkennen kann bilden sie sich mittlerweile sogar ein, sie hätten eine „Meinung“ und es gäbe Menschen, die ihren Wahn für wichtig hielten und sich dafür auch noch interessieren würden. Die Sprüche mancher Politiker tun das ihrige noch dazu, wobei wenigstens noch die Juden als Lieblingsopfer vieler Deutscher und Europäer in Israel einen versammelten, aufmerksamen und lautstarken Vertreter haben. Fast möchte man als Muslim neidisch werden. Übergriffe auf Juden und Synagogen geschehen mindestens so häufig wie auf Muslime und Moscheen, aber wenigstens berichten die Medien darüber.

 

 

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Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
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