Israel – es ist (noch) Hoffnung!

Irgendwie habe ich es immer gewusst und mich deshalb weit entfernt davon gehalten, jeden offiziellen, staatlichen Irrsinn, jedes Verbrechen, jedes Massaker mit „den“ Israelis, geschweige denn „den“ Juden zu assoziieren.

Und da finde ich ein Video, welches es wert ist, überall multipliziert zu werden:

Ein tolles Beispiel von un-korrumpierten Menschen, die ihre Werte ziemlich genau kennen und dafür auch en passant einstehen. Selbst dann, wenn es ihnen grad nicht auskommt, wenn es sie eigentlich nichts anginge, wenn sie sich ohne großen Gesichtsverlust hätten abwenden können, beziehen sie mutig, energisch Position.

Da montiert also jemand in einem Tankstellenshop in Israel eine versteckte Kamera und setzt einen Schauspieler als Verkäufer und eine Darstellerin als arabische Frau ein. Die Frau betritt also den Shop und möchte einen Kaffee kaufen, was der Verkäufer mit der Begründung verweigert, er würde keine Araber bedienen. Kaum jemand der Anwesenden Kunden bezieht dazu keine Stellung; es ist geradezu herzerwärmend, wie engagiert, ja stellenweise wütend Kunden, die diese Behandlung mitbekommen, auf den Verkäufer einreden, ihn nach seiner Ethik, nach dem Verstand und seiner Erziehung fragen.

Auch wenn uns schwachsinnige und extremistische Regierungen wie die eines George W. Bush damals und bis heute die eines Benjamin Netanyahu beibringen wollen, es gebe angeblich „böse Länder“, so wird dies durch permanente Wiederholung natürlich auch nicht wahrer. Israel ist natürlich ebensowenig ein „böses Land“ und es hat tatsächlich mehr mutige Bürger, die für Modernität, Vielfalt, Liberalität und Frieden einstehen als manche andere.

Inbegriffen natürlich Deutschland …. es sollte mich nicht wundern, wenn so einige von Käufern, die mitbekämen, wie ein Shopverkäufer sich weigert, einen Türken zu bedienen, Zustimmung signalisieren würden. Ich erlebe es ja selbst: noch vor wenigen Monaten fuhr ich geschäftlich mit dem ICE in Richtung Norden. Zwei zugestiegene Jugendliche, an ihrer Sprache und an ihrem Verhalten als Flüchtlinge zu erkennen, studierten ein ums andere Mal ihre Fahrkarte und waren selbst im Zweifel, ob diese wohl auch für diesen Zug gelten würde. Der Schaffner sprach sie laut und hochaggressiv im Befehlston an und befahl ihnen, die natürlich nichts davon verstanden hatten, am nächsten Bahnhof auszusteigen. Dabei stand überall zu lesen, dass das Bahnpersonal solche Fahrten von Flüchtlingen zu genehmigen hätten. Ich stellte ihn zur Rede; der Mann wich aus, vermied jeden Blickkontakt, versuchte zu relativieren …. und plötzlich schlugen sich etwa vier bis fünf Passagiere auf seine Seite und wollten mir klar machen, dass man das Pack in einem ordentlichen, deutschen Zug nicht haben wolle. Da lobe ich mir israelische Tankstellen!

Das obige Video erzählt ergreifende Geschichten, die den täglichen Wahnsinn zwischen Arabien und Israel als das zeigen, was er ist: Wahnsinn im fortgeschrittenen Stadium. Die einfachen Menschen auf der Straße wissen es zumeist besser – natürlich auch in Israel. Mir tut das Video gut und lässt mich erleichtert aufatmen; es sind die Protagonisten des Films, deren Handeln mir Hoffnung macht. Und es sind keine handverlesenen Akteure; es sind ganz einfache Menschen, die mal eben nur tanken, kurz bezahlen und sich dann zurück in ihren Tag begeben wollen. Aber dann innehalten, weil sie einem wichtigen Moment begegnen. Und sie führen diese Auseinandersetzung.

Das lässt hoffen …. so wie „entgegengesetzte“ Geschichten von „den anderen“. Da bestimmt ein palästinensischer Vater, der in seiner Bekanntschaft und Verwandtschaft einige an israelische Kugeln verloren hat, dass die Organe seines soeben verstorbenen Sohnes einem Israeli gespendet werden.

Diese Menschen sind wahre Helden für mich; es ist viel schwerer, füreinander als gegeneinander einzustehen. Nicht der Hamas-Kämpfer, der Raketen auf Unbeteiligte, Zivilisten, Kinder und einfache Menschen abfeuert und auch nicht der Soldat, der im Vorübergehen einem Wehrlosen, am Boden liegenden Menschen einfach nur so in den Kopf schießt.

 

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Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
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