So geht extremistisch-jüdische Propaganda!

Es ist wirklich erstaunlich: es existiert tatsächlich eine große Anzahl von Menschen, die sich im Hinblick auf das Judentum und Israel auf eine absolut irrationale Art und Weise fanatisch zeigen. Einem Muslimen, der den Anblick aufgehetzter und aggressiver, geistig viel zu kurz springender Geschwister beinahe gewöhnt ist, ist dies eine ganz erstaunliche Entdeckung.

Erst mal hält man sie nicht für wahr – bis man sie zum zwanzigsten, dreißigsten, vierzigsten Mal wiederholt hat.

Mich erschüttert das. Nicht nur, weil ich als Kind eine durch und durch abendländische, ja sogar konservativ-katholische Prägung in der westfälischen Provinz erfuhr und die deutsche Schuld intensiv empfunden hatte, sondern auch, weil ich die sonstige Friedfertigkeit und Fröhlichkeit des Judentums zu kennen glaubte. Glaubte.

Religiosität finde ich in Menschen grundsätzlich immer dann anziehend, eben wenn sie sich auf der Basis eines gefestigten Innenausbaus souverän fühlt und deshalb friedfertig und fröhlich sein kann. Deshalb gibt es für mich zumindest in der Theorie auch einen positiven wie produktiven Nationalismus – denn auch der kann auf festen Beinen eines patriotischen Gefühls stehen, der weder Angst um sich noch Hass gegen andere braucht, sondern neugierig und aufmerksam mit anderen Lebensrezepten umgeht.

Nun habe ich ein extremistisch-jüdisches blog gefunden, das gegen alles, was weder jüdisch noch israelisch ist, Gift und Galle verspritzt. Dies tut sein Autor gegen jeden Verstand, er schießt weit über jedes Ziel hinaus, an welchem Dialoge noch möglich wären.

Die täglichen muslimischen Gebete nehmen bis heute Bezug auf Juden und Christen.

„Weise uns den Geraden Weg. Den Weg derer, denen Du Deine Gnade erwiesen hat, nicht derer, die Deine Wut verdienten (wie die Juden), oder derer, die vom Weg abkamen (wie die Christen).“

Dieses Gebet eröffnet außerdem den Koran. Und es demonstriert deutlich mehr Feindseligkeit gegenüber den Juden als gegenüber den Christen. Wie der Koran selbst, der aus einer Zeit stammt, als die Muslime sich mit Juden im Krieg befanden, aber noch nicht signifikant mit den Christen.

Was der Autor hier geschrieben hat, ist eine Lüge. Eine derart dreiste, freche und beleidigende Lüge, dass man sich an den Kopf fassen muss. Sie steht auf Augenhöhe mit dem Schwachsinn, der häufig von extremistisch verblendeten Muslimen gegen Juden in Form der Behauptung ausgestoßen wird, Juden benötigten angeblich das Blut von Christenkindern, um Brot damit zu backen. Die Bösartigkeit in diesen Behauptungen ist nur noch mit dem nationalsozialistischen Denken zu vergleichen, Juden würden nichts als arische Damen begatten und ihren „schlechten Samen“ verbreiten wollen – sonst hätten sie nichts im Sinn.

Die massive Lüge besteht zum einen in der haltlosen Behauptung, das gemeinte Gebet enthielte überhaupt Worte wie „Juden“ oder „Christen“, was definitiv nicht der Fall ist. Die einfachste Recherche, die kaum fünf Minuten Arbeit kostet, fördert das tatsächliche Gebet zutage. Die zweite Lüge besteht darin, einen völlig verblödeten „Übersetzer“ zitieren zu müssen, der “ …. derer, die vom Weg abkamen …“ im Gebet gefunden haben will. Diese Übersetzung glaubt und nutzt innerhalb der gesamten, muslimischen Gemeinschaft niemand. Weil sie objektiv falsch ist. Das Originalgebet enthält an der Stelle die Wendung „… derer, die irregeleitet sind.“

Der vernagelte Judaist, der Autor des zitierten blogs (dessen Namen ich hier nicht nenne), geht sogar noch weiter und spinnt eine komplette, bösartige wie durch und durch  verlogene Gutenacht-Geschichte für Verrückte und Islamophobe um seine völlig wahrheitsfremde „Übersetzung“ des muslimischen Gebets:

Muslime meiden allerdings den Gebrauch dieser Übersetzung gegenüber Nichtmuslimen; eine muslimische Seite erklärt: „Ich empfehle dringend, dass man eine alternative Übersetzung der Bedeutung nutzt; das Werk von Hilali & Khan ist die am wenigstens angemessene für Dawah-Arbeit; sie kommt bei Nichmuslimen als extrem bigott an…

Seltsam, dass solche Schwachsinnigkeiten kritiklos geschrieben und von ihrem Publikum ohne jedes Störgefühl übernommen werden können! Kaum, dass sich irgendwo ein muslimischer Spinner auf ein Ölfass stellt und ähnlich haltlose Behauptungen und Lügen über Juden und Nichtmuslime daherplappert, beginnt das Schreien und Kreischen von Judaisten wie diesem hier.

Und so steigert sich dies blog immer weiter und hebt den ebenso merkwürdigen wie schlechten Mohammed Amin al-Husseini auf sein Tablett. Dieser Irre hatte sich im Zweiten Weltkrieg mit Hitler getroffen und aus Enttäuschung über das britische Vorgehen in Jerusalem gleich diesem die völlige Vernichtung von Juden gefordert. Das Monstrum al-Husseini wird von dem Blogautoren für seine „Theorien“ in Bezug auf Islam und Muslime benutzt – so als würden Muslime hingehen und die islamophoben und rassistischen Kreischereien eines Avigdor Liebermanns, immerhin Minister im israelischen Kabinett, zum Beweis für die Niedrigkeit des Judentums, für das Verwerfliche an der Tora, für das Entsetzen nehmen, das zu verteilen alle Juden der Welt angetreten sein sollen.

Die extremistisch-jüdische Seite schweigt allerdings eisern zu solchen Verirrungen in den eigenen Reihen. Wenn man sie energisch und konsequent darauf anspricht, dann beantwortet sie das mit der pauschalen „Antisemitismus!“-Schreierei. Da wird dann plötzlich Stillschweigen bewahrt, wenn man den Namen Rabbi Meir Kahane erwähnt. Ein Benjamin Netanyahu hat den Kult des verräterischen Schweigens persönlich gepflegt, als er vor etwa einem Jahr von Journalisten auf die jüdisch/israelische „Break The Silence“-Bewegung von Soldaten angesprochen wurde und geantwortet hatte: „Break The Silence? Wer soll das sein? Die kenne ich nicht.“

Menschen, Israelis, Juden schütteln den Kopf darüber und empfinden das Leid der Schuld, die ihr Land damit auf sich lädt. Sie stehen ähnlich fassungslos wie ich und alle positiven Muslime mit mir vor blogs wie dem von mir zitierten und sie wissen, dass es Schreihälse wie diese sind, die Gewalt, Kriegen, Zerstörungen und dem Hass den Weg ebnen.

Advertisements

Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
Dieser Beitrag wurde unter Aberglaube, Antisemitismus, Christen, Christentum, Deutschland, Extremismus, Faschismus, Geschichte, Gesellschaft, Glaube, Islam, Jude, Juden, Judentum, Kirche, Krieg, Kultur, Muslim, Muslime, Netanyahu, Philosophie, Presse, Rechtsradikalismus, Religion, Terror abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.