Obama & Merkel – was für ein Schmierentheater!

Der Vorhang fällt nach dem letzten Akt. Die Knallchargen der zurückliegenden Jahre greifen sich an die Hände und verbeugen sich artig vor dem Publikum. Die Medien, die Politik und auch Bürger werfen ihre Rosen auf die Bühne.

Wie wunderbar. Wie herzzerreißend. Sind sie nicht ein schönes Paar, der smarte Sunnyboy aus Amerika und unsere gute Mutti aus Berlin.

Wäre nach der Vorstellung des Schmierentheaters nicht die Rede davon gewesen, dass man schließlich großartige Kunst hingelegt hätte, hätte ich nur unwillig geschnauft und wäre zur Tagesordnung übergegangen – die ist so schon schlimm genug.

Den beiden wird das auch noch attestiert und sie gratulieren sich breit lächelnd gegenseitig zu ihrer „Leistung“, der Sunnyboy und die Mutti.

Wenn man aber die zurückliegenden Akte näher beleuchtet und dabei auch mal hinter die Kulissen schielt, sieht man neben dem Auftrag der zentimeterdicken Politschminke auch die Strippen, an denen sich die Protagonisten haben zum Zappeln bringen lassen.

Der Sunnyboy ist nichts weniger als ein fotogener Lügner, dessen Werk nicht ansatzweise verdient, was ihm nun nachgeschrieben wird. Er hat in Kairo 2009 faustdick gelogen und dadurch in der gesamten Region alles nur noch schlimmer gemacht. Tausende Sehnsüchte nach der von ihm versprochenen Gerechtigkeit durch Bomben zerrissen, tausende Leben durch vollkommen verrückte Waffenlieferungen vernichtet, tausende Häuser zerrissen und zerreißen lassen. In seinem Auftrag wurden in Osteuropa Menschen in Geheimgefängnissen gefoltert, die gegen jedes geltende Recht auf der ganzen Welt von der Straße weg entführt worden waren. Er hat gar nichts unternommen, um nicht nur der Ungerechtigkeit des Krieges seiner Nation gegen den Irak zu mildern oder das zertretene Land zu heilen. Er sah seelenruhig dabei zu, wie der Metzger al-Maliki jahrelang (!) im Irak ungeliebte Sunniten gleich massenhaft hinrichtete und auch er hat nicht verstanden, dass das natürlich keinesfalls folgenlos bleiben konnte. Er hat das unwürdige Spiel der „Politik“, mit der US-Maßnahmen zur Optimierung des Profites Einzelner umgesetzt worden sind, ungerührt mitgespielt. Er ist der Drohnenprinz; hunderte, wenn nicht tausende Unbeteiligte, Unschuldige, Kinder sind in nichterklärten Vernichtungskriegen durch seine Hand umgekommen. Er hat die Brandbomben geliefert, mit denen Israel 2009 Frauen, Kinder und alles andere, was nicht schnell genug flüchten konnte, in Gaza-Stadt Dutzende von Menschen qualvoll über viele Stunden entsetzlich hat verrecken lassen. Er hat seiner Industrie durch die Aufrechterhaltung aggressiver und kriegerischer Marktöffnungspolitik Investitionen in die Zukunft erspart und dadurch erlaubt, dass veraltete, unwirtschaftliche und schädliche Waren unverändert weiter verkauft werden konnten und von den Kunden mit der Pistole am Kopf gekauft werden mussten. Er hat versucht, die Blöden in seinem Land durch markige Reden und sanfte Worte bei der Stange und davon abzuhalten, sich ernsthaft um Meinung und Information zu bemühen. Und das alles sind nur die Punkte, die mir ganz spontan und ohne großes Grübeln einfallen.

Die Mutti ist der Mehltau, der sich über Europa erstreckte und unter der Fahne des Pragmatismus auch nie eine andere Idee hatte als die, der Wirtschaft zu dienen. Unter ihrer Regentschaft bauten ihre Behörden sehr liebevoll und aufmerksam genau die rechtsradikale Szene mit Steuermitteln und Geheimdienstinformationen auf, vor der sie sich wie beabsichtigt heute „fürchten“ kann. Sechsstellige Summen flossen an Rechtsradikale und weil manche von ihnen dazu viel zu dumm waren, errichtete man für sie gleich die benötigte Infrastruktur mit. Sie lässt seit Jahren einen „Innenminister“ von der Kette, der gar nicht so laut bellen kann wie er beißen will. Dieser „Minister“ lässt neuerdings asylsuchende Afghanen zurückschicken, weil deren Heimat ja angeblich „sicher“ sei, obschon man über mehr als zehn Jahre dabei half, das Land vollkommen zu destabilisieren. Mutti jedenfalls hat ganz gern schon mal ein Abendessen mit dem Spitzenbanker Josef Ackermann von der Deutschen Bank gegeben, welches der Steuerzahler mit 50.000 € bezahlen durfte. Menschen- oder sogar Völkerrechte sind für Mutti keine „Werte“, sondern Kaufs- oder Verkaufsargumente, die je nach Bedarf gezückt werden. Verscherbelt sie Waffen in großem Umfang an den Hinrichtungs- und Verstümmelungsstaat Saudi-Arabien, kommt der Begriff Menschenrecht nicht in ihrem Sprachgebrauch vor. Die Waffen sollen, ihren eigenen Worten nach, „Freunde ertüchtigen“. Faszinierend, nicht wahr, dass ein solcher Staat ein „Freund“ sein kann. Ich jedenfalls bezeichne und betrachte die furchtbare Herrschaft in Saudi-Arabien durchaus in politischer und spiritueller Hinsicht als meinen Feind. Muttis freundschaftliches Gefühl für Verbündete verkommt, gerade den USA gegenüber, bei ihr reflexhaft zu blindem Kadavergehorsam. Sie lässt unwidersprochen zu, dass in Deutschland von den USA Leute entführt und gefoltert werden, sie spendiert mit gespielter Empörung nicht Millionen, nicht Milliarden, sondern Billiarden Datensätze, die den vollkommen durchgeknallten „Sicherheits“-Behörden der USA mit großem Entgegenkommen auf den Tisch geknallt werden. Sie hat durch ihre eigene, ganz persönliche Nichtreaktion den Aufstieg von Populisten nicht nur ermöglicht, sondern sogar ganz aktiv gefördert, weil sie eine „verständnis“-orientierte Rhetorik von ihren Ministern statt klar ablehnender und korrigierender Positionen zugelassen und nie korrigiert hat.

Das sind die Gesichter hinter all den vielen tollen Bildern, die uns einen lächelnden Sunnyboy und eine gut gelaunte Mutti zeigen (wollen). Und so ganz nebenbei vollführt man den Ritus und Kult erneut, in dem man das Vater-unser der Politik einträchtig herbetet, in dem jedes zweite Wort zwar „Menschenrecht“ heißt, aber tatsächlich „Profit für wenige!“ bedeutet.

Advertisements

Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
Dieser Beitrag wurde unter Demokratie, Deutschland, Extremismus, Faschismus, Flüchtlinge, Fliehende, Flucht, Folter, Gaza, Geschichte, Gesellschaft, Israel, Kultur, Leben, Pegida, Politik, Präsident, Presse, Rechte, Rechtsradikalismus, USA, Waffen abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.