Deutschland – Migranten und „Globalisierungsängste“

Schon gestern habe ich mich über die noch immer aufrechterhaltene Herumstocherei nach Gründen für die zunehmende Rechtslastigkeit in Deutschland aufgeregt. Weil nicht sein kann, was nicht geäußert werden darf, werden die Doofen noch immer nicht als doof bezeichnet. Man dichtet und dient ihnen "Ängste" verschiedenster Färbung an und erlaubt ihnen sogar auch noch, diese in den Mund gelegte Begründung für ihre feigen Übergriffe vor Gericht zu benutzen. So die Tage in Münster geschehen, als einer der angeklagten, jämmerlichen Doofen seine zweimaligen Brandanschläge auf ein Flüchtlingsheim mit angeblichen "Ängsten" erklären und damit natürlich eine harmlose Strafe (möglichst noch auf Bewährung) zu erreichen. Wie übrigens sehr fein zu beobachten war, fiel nirgendwo, weder vor Gericht noch in der Presse der Begriff "Terror". Weil: Rechtsradikale in Deutschland können gar keine Terroristen sein, weil sie ausschließlich nur aus Angst Brandsätze auf Kinder werfen und zu mehreren Dutzend einzelne Flüchtlinge durch Städte jagen.

Wenn nun die Bertelsmann-Stiftung zu dem Schluss kommt, dass der Rechtsruck in Deutschland vornehmlich aus Gründen der "Globalisierungsangst" stattfindet, hat man noch immer nicht begriffen:

Angst ist grundsätzlich immer nur eine Folge von Unwissenheit. Dieser kann und muss man mit Lernen, Zuhören und Nachdenken begegnen. Wer sich aufrichtig um Fakten bemüht, kann im logischen Umkehrschluss gar keine Ängste entwickeln.
Ein Mensch kann und wird Angst entwickeln, wenn es allein in einen dunklen Keller hinab muss. Er wird aber sehr schnell lernen, dass sich dort keine Monster verstecken, wenn er den Lichtschalter betätigt. Ein Mensch aber, welches um den Lichtschalter und seine Wirkung weiß, ihn dennoch nicht nutzt und massive Angst im dunklen Keller entwickelt – ist dumm. Oder er hat einen triftigen Grund dafür, sich ganz bewusst (!) für die Unwissenheit zu entscheiden und er will Angst haben.

In einigen Fällen ist diese Dummheit zumindest unbewusst beabsichtigt, weil sich viele Menschen an ihre Angst gewöhnt und gelernt haben, dass ihr Vorhandensein viele Vorteile bringt. Der Ängstliche begibt sich zielgerichtet in die Position eines Opfers und will Qual empfinden; er klammert sich an die Vorstellung, von allen nur belogen, betrogen und beiseite geschubst zu werden. Denn das verschafft ihm die Möglichkeit, ohne moralische Probleme andere Menschen, die sich als konkrete Person nie gegen ihn gestellt haben, anzugreifen, zu bedrohen, sie zu verletzen und zu beleidigen, da für ein "Opfer" Gewaltanwendung entschuldbar scheint. Die große, verblödete und braune Masse sehnt sich nach der Position des "Opfers"; sie hat jahrzehntelang gelernt, dass Minderheiten sehr erfolgreich gegen ihren Missbrauch u.a. auch mit der Begründung der Angst argumentiert und gekämpft haben.

Dummheit allerdings ist keineswegs entschuldbar, jedenfalls nicht für zurechnungsfähige, erwachsene Menschen.

Es kommt ein zweiter Aspekt hinzu: Globalisierungs-"Angst" als solche ist ein untrügliches Kennzeichen für (selbst- und bewusst gewählte!) Dummheit. Wer die Folgen weltweiter Vernetzung "fürchtet", der hat sich mit der Realität nicht befasst oder schiebt sie von sich und will unter allen Umständen einen kleinen Kindertraum leben. Seit nunmehr Jahrzehnten zeigt sich, dass die Globalisierung ohne jede Alternative ist, politisch begleitet werden muss und durch die Technik mit einem Turbo versehen wird. Es gibt genug Aufgaben, die ohne globalen Zusammenhalt für die Erde und für die Menschheit definitiv nicht mehr lösbar sind, die immer drängender werden und sich zu zahllosen Katastrophen auswachsen, die auf der ganzen Erde Millionen von Toten kosten werden. Selbst mit fortschreitender Globalisierung wird in vielen Teilen der Erde zwingend ein dramatischer Schiefstand auftauchen; viele Millionen Menschen werden allein schon aus ökologischen und klimatischen Gründen zur Flucht gezwungen sein und selbst einer durch und durch globalisierten "Weltregierung" (so es sie denn gäbe!) würde massive Schwierigkeiten haben, das daraus entstehende Leid einzudämmen.

Die Doofen da draußen, die mit gefletschten Zähnen um ihre Schweinehaxe und gegen Migranten kämpfen, sind die Zurückgebliebenen, die Verlierer. Sie sind das Mahlgut der Geschichte. Sie nähren sich seit vielen Jahrzehnten an vollen Fleischtöpfen und fürchten bloß, dass im Zuge der Flüchtlingskrise nicht genug für sie im Trog bleibt, dass sie sich überfressen können.
Nein – das sind keine "Ängste", dass ist Hass und Neid aus niedrigsten Beweggründen.

Die Doofen können nicht mit Zahlen. Zahlen könnten Ängste vernichten und deshalb empfinden sie alle Zahlen als Feind.

(Quelle: die ZEIT)

Die Studienautoren schreiben von einem "Gründungsboom" unter Migranten. So habe es 2003 noch 56.000 Gewerbegründungen von Menschen mit Migrationshintergrund und 369.000 Gründungen von Deutschen gegeben. Im vergangenen Jahr hätten hingegen 100.000 Gründer ausländische und nur 127.000 deutsche Wurzeln gehabt. Der Anteil der von Migranten gegründeten Unternehmen stieg demnach von 13 auf 44 Prozent.

Wir sehen es hier eindrucksvoll: die Flüchtlinge und Migranten allgemein zeigen sich als Motor für die deutsche Wirtschaft – und damit arbeiten sie daran, die Fleischtöpfe ("Transferleistungen") der Bundesrepublik für die Doofen voll zu machen. Voll. Und nicht leer. Und diese Zahlen zeigen ebenso völlig klar, dass immer mehr Deutsche zu Doofen werden. Das Gegreine und Geheule, Migranten würden Arbeitsplätze wegnehmen, verkommt zu blanker Zynik.
Überhaupt: ein US-amerikanischer Comedian hat es uns vor vielen Monaten über den großen Teich zugerufen:

"Denkt doch mal nach. Wenn ein Migrant, der kaum bis gar nicht lesen und schreiben kann, die Sprache nicht versteht und keine Ausbildung hat, Euch einen Arbeitsplatz wegnehmen kann – wie scheiße seid Ihr dann eigentlich?"

Doofe aber können nicht handeln. Sie können nur abwarten und maximal das leisten, wozu man sie an die Hand nimmt, was man ihnen vorsetzt oder schenkt.
Der Tag wird kommen, an welchem ein "Bio-Deutscher" seinem Arbeitgeber, einem Migranten, den Stinkefinger hinterherzeigt und murmelt: wenn du nicht gekommen wärst, hätte ich zwar nix zu fressen, aber Deutschland wäre besser dran.

Ich habs einfach nur satt. Mir steht es bis obenhin mit dieser Heuchelei, die Doofen hätten bloß "Angst" und wären angeblich "besorgte Bürger".
Ich könnte diese Eigenschaften für mich in Anspruch nehmen: ich habe eine gute Ausbildung, seit Jahrzehnten verantwortungsvolle Arbeit, zahle Steuern, ich höre hin, ich lerne, informiere mich stetig – aber ich habe keine Angst. Noch nicht einmal vor den Doofen da draußen.

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Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
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