Israel – Soldaten töten ohne jede Bedrohung Kinder = Freispruch!

Schon 2015 haben sich die konkreten, zu Israels größtem Unbehagen bestens (!) per Video dokumentierten Erschießungen ereignet.Die Armee hatte noch versucht, Schlimmeres zu verhindern und hatte den Besitzer des Ladens, dessen außen angebrachte Überwachungskamera beide Tötungen aufgezeichnet hatte, an Leib und Leben bedroht und die Herausgabe des Filmes verlangt. Vergeblich. Zu diesem Zeitpunkt waren die Aufzeichnungen bereits gesichert.

Was war passiert? Und warum ist dies heute (noch) relevant?

Hier ist der Film, der von Israel unterdrückt werden sollte, in voller Länge zu sehen:
https://youtu.be/CaibEqx2m_k

Desweiteren ist die videotechnische Untersuchung des in London beheimateten, rennomierten Institutes „Forensic Architecture“ hochinteressant, die die Aufnahmen der Überwachungskamera mit den Aufzeichnungen von CNN synchronieren, die gleichzeitig von einem Trupp israelischer Soldaten gemacht wurden, die sich in unmittelbarer Nähe befunden hatten:
https://www.youtube.com/watch?v=u0nG5Q9ZuE8

Beide Filme zeigen eines vollkommen klar erkennbar und über jeden Zweifel erhaben, dass es sich hierbei um absichtsvolle Erschießungen handelt – die Jugendlichen sollten beseitigt werden.

In Filmsekunde 52 des ersten Films sieht man einen Jugendlichen, der seines Weges geht. Er hat weder irgendeine Waffe, noch sonst irgendetwas in den Händen; er rennt nicht, also liegt keine Flucht vor – man könnte sogar sagen, er schlenderte. In der besagten Filmsekunde scheint er zu stolpern und schlägt hin. Tatsächlich aber starb er in diesem Moment, von einer Kugel in den Rücken (!) getroffen.
Selbstverständlich hatte Israel sofort jede Schuld am Tod dieses Jugendlichen bestritten, wie auch die an dem zweiten Toten, der an beinahe gleicher Stelle etwas mehr als einer Stunde später unter ähnlichen Umständen erschossen worden war.

Eine erste, forensische Untersuchung hatte Kugeln aus den Leichen zutage gefördert, die ausschließlich nur vom israelischen Militär eingesetzt werden. Plötzlich brach das offiziell-israelische und leider best bekannte „Wir-waren-das-nicht!“-Lamento vollständig ab. Da die Katze vermittels des Films aus dem Sack war, setzte Israel dafür seine zweite Taktik an: versanden lassen. Es zog sich eine „Untersuchung“ an, die deutlich mehr als ein ganzes Jahr brauchte.
Erst das Londoner Institut beschleunigte das Verfahren und verwies mit wissenschaftlich sauber erbrachter Beweisführung die Beteuerungen und Behauptungen des israelischen Militärs ins Märchenreich. Forensic Architecture konnte eindrucksvoll beweisen, dass die Jugendlichen absichtsvoll aus großer Entfernung erschossen worden sind, obschon sie klar erkennbar für niemanden eine Bedrohung darstellten. Es handelte sich hier keineswegs um eine „verirrte Kugel“, nicht um einen „Irrtum“, mithin keinesfalls um ein „Unglück“. Im Gegenteil: schießtechnisch war die Hinrichtung beider Jugendlicher durchaus eine respektable Leistung, die unter keinen Umständen ohne große Konzentration und Tötungswillen hätte gelingen können.

Allerdings war für die betroffene Truppeneinheit, der der Todesschütze angehörte, die Benutzung von Gummigeschossen befohlen. Der Täter unter den Soldaten hatte zwar die Zusatzausrüstung dafür auf seine Gewehrmündung aufgebracht, dennoch statt der klar ersichtlich und sehr deutlich rot markierten Spezialmunition scharfe Patronen geladen und damit durch den Gummigeschossaufsatz gefeuert; der Verdacht steht im Raum, dass er dadurch absichtsvoll die mögliche Identifikation seiner Kugeln verhindern wollte.

Heute scheint der israelischen Armee die Zeit reif dafür zu sein, den Beschuldigten in aller Stille freizulassen. Lediglich der Vorwurf der „Fahrlässigkeit“ infolge der zwei (!) getöteten Jugendlichen wird aufrechterhalten. Ob überhaupt eine Strafe ausgesprochen wird, ist wohl schwer zu bezweifeln. In anderen Fällen werden Mörder unter den Soldaten, die (ebenfalls per Video dokumentiert) erkennbar Wehrlosen ohne jede Not und Bedrohungslage sozusagen en passant in den Kopf geschossen haben, ganz öffentlich als „Helden“ verehrt und es wird allen Ernstes verlangt, ihnen Orden zu verleihen – und sie selbstverständlich sofort in Freiheit zu entlassen.

Der Todesschütze im obigen Film ist als Ben Dery identifiziert worden. Dery wird ganz sicherlich davonkommen. Ähnlich wie der Soldat Elor Azarya, der im März diesen Jahres einem schwer verletzten Palästinenser, der hilflos am Boden lag, einfach in den Kopf geschossen hatte, wird man seitens israelischer Behörden recht geräuschlos alle belastenden Punkte gegen ihn unter den Tisch fallen lassen und ihn freilassen. Wir können uns das Klima des tödlichen Hasses von Israel auf Palästinenser und ihre Kinder kaum vorstellen; vermutlich sind viele von uns gerade deshalb geneigt, lieber den israelischen Beteuerungen, alles sei ganz harmlos und die Palästinenser würden lügen.

Wir hätten uns schon seit Jahren an den Gedanken, dass Israel Palästinenser als Ungeziefer betrachtet und dort, wo es kann, möglichst geräuschlos beseitigt, gewöhnen und entsprechend reagieren müssen. Aber das tun wir nicht. Wir wollen uns von der Wahrheit das hübsche, von unserer eigenen Regierung bunt angemalte Bild von Israel nicht kaputtmachen lassen, nicht wahr?

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Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
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