Deutschland – Deine NPD

Nun, so wie das Bundesverfassungsgericht geurteilt hat, bleibt uns dieser Bodensatz von unangenehmen und geradezu peinlichen Rechtsradikalen also erhalten.

Man mag mir verzeihen. Aber soeben fällt mir im Zusammenhang mit der Bewertung dieser Entscheidung durch einige sehr kluge und weise Leute eine echt fragwürdige und bizarre Gedankenverbindung aus der Medizin ein, Schuld daran trägt womöglich mein Hang zur Satire:

Vor Kurzem las ich in einem Feuilleton, dass sich Frauen über Ausfluss im Grunde genommen freuen sollten; er wiese auf eine durchaus gesunde Scheidenflora hin. Da, wo er fehle, solle man als Frau zügig eine Untersuchung vornehmen lassen.
Nun handelt es sich hierbei ähnlich wie bei der NPD um ein sehr unangenehmes Phänomen, welches im Alltag für Aufwand, zuweilen schlechte Gerüche und Flecken sorgt – genauso wie die NPD in unserem bundesdeutschen, politischen Organismus.

Im Wesentlichen handelt es sich beim Ausfluss um abgestorbene Zellen des eigenen Körpers, deren Abstoßung also zu einer ehr normalen Körperreaktionen zählt.

Ich entschuldige mich sehr aufrichtig bei meinen Lesern (eigentlich ist es mir tatsächlich etwas peinlich!) – aber beim zweiten Nachdenken finde ich, das ein natürliches Ekelgefühl sowohl die NPD als in gleichem Maße wie den Ausfluss umfassen sollte. Die Analogie ist einfach perfekt und so sollte sich ein politisch denkender und aufgeklärter Mensch ihr gedanklich nähern.

Stehen wir zur NPD! Ihre Verfallen- und Verrücktheit spricht für ein weiträumiges Absterben ihres Hirns (soweit eines vorhanden war oder ist). Und das macht nunmal politisch schlechte Gerüche und erzeugt Ekel. Aber wenn sich unsere Gesellschaft dieses Politausflusses entledigt, dann zeugt nicht nur dessen Entstehen und Existenz, sondern auch dessen Entsorgung von einer guten Gesundheit.

Diese Veröffentlichung im bewussten Feuilleton hat ihre Existenzberechtigung; es handelte sich hierbei keineswegs um ein billiges Boulevardblättchen, sondern um eines der renommiertesten Nachrichtenmagazine Deutschlands – wenn nicht Europas. Also hatte deren Redaktion befunden, dass hier nicht unerheblicher Informationsbedarf für Frauen bestanden hatte und wagte sich an das von Grinsen begleitete und von Ekel geprägte Gesundheitsthema.

Dadurch wird jedoch der Ausfluss als solcher keineswegs zu einem Parfum. Man würde es weder zielgerichtet herstellen noch auf Flaschen ziehen wollen. Im Grunde fiele mir für dies sehr natürliche „Produkt“ kein Einsatzzweck ein und als Wirtschaftler sähe ich enorme Absatzprobleme, wenn man es verkaufen wollte. Wer würde sowas schon haben wollen?
Auch eine NPD ist da; sie existiert, sie riecht schlecht und man muss sich ihrer dann schämen, wenn sich das Hygienebedürfnis der deutschen Bevölkerung nicht darum kümmern würde. Niemand braucht sie. Man würde sie weder kultivieren, noch produzieren wollen. Ihr Dasein aber spricht – und da wird der politische Kreis rund! – tatsächlich von dem Vorhandensein eines halbwegs gesunden Demokratiekörpers, der nunmal mit unter anderem auch höchst widerwärtigen und ekelerregenden Substanzen umgehen muss, die sein Betrieb erzeugt.

Schauen wir also hin. Der Bundesverunsicherungsminister de Maiziere („die Misere“) verspricht uns eine regelmäßige Untersuchung des Politausflusses NPD. Er wird ihn wohl immer dann entfernen, wenn er auftritt und sein Geruch die Luft im Europazimmer verpestet.

Im Grunde ist es sehr einfach: solange die Demokratie Deutschlands existiert und halbwegs funktioniert, solange wird es Ausflüsse geben müssen, die nach rechts und links stinken. Wir müssen das nur aushalten. Intervention wird erst notwendig, wenn er überhand nimmt und dann wird die Botschaft auch sehr klar sein – weil der ganze Körper aus den Fugen gerät, krank ist und abzusterben droht.

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Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
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