Israel – wenn Zwiebeln Politikern beim „Trauern“ helfen müssen.

Also gut. Je mehr ich über das Thema nachdenke, desto überzeugter bin ich davon, dass ich unter keinen Umständen einen neutralen oder gar objektiven Ton beibehalten kann. Dieser Text wird mir ganz sicher zur beißenden Satire verkommen …. was möglicherweise daran liegen kann, dass die sachlichen und nüchternen Informationen viel zu schrill sind, um (von mir) anders behandelt werden zu können.

Aber von vorn. Was ist der Anlass der Überschrift?

Der israelische Wirtschaftsminister Arye Deri brach bei einer Aufzeichnung seiner Wahlrede aus Trauer über den dahingegangenen Rabbi Ovadja Josef in Tränen aus.
Zugegeben: bis hierher ist eher nichts lustig.

Man ziehe sich das folgende Video zu Rate:
https://www.youtube.com/watch?v=3QwieaWhjPo

… Und jetzt beginnt es wirklich schrill zu werden. Deri reibt sich Zwiebelsaft in die Augen, um am Mikrophon passend weinen zu können.

Aber wer eigentlich ist Arye Deri und wer ist Ovadja Josef …. ?

Rabbi Yosef ist der Gründer der ultraorthodoxen Schas-Partei, der er als maßgeblicher Vordenker bis zu seinem Tode angehört und deren Politik vornehmlich mit bestimmt hatte. Josef war ein meiner Meinung nach vollständig geisteskranker Extremist, der in seiner Raserei die im Holocaust umgebrachten Juden selbst bezichtigte, schlimme Sünder gewesen zu sein, weshalb Gott sie zur Strafe alle habe sterben lassen. Deshweiteren betrachtete er den Hurrican Katrina, der New Orleans beinahe vollständig dem Erdboden gleichgemacht hatte, als "Strafe Gottes".
Noch im Jahr 2010 lehrte Josef, dass alle Nichtjuden von Gott nur als Diener von Juden geschaffen und daher vollständig rechtlos seien. Man könne sie ganz nach Belieben töten und solle dabei allerdings Babies und Kleinkinder nicht verschonen, da aus ihnen später Feinde werden könnten.
Auch Josef folgte der in Israel durchaus verbreiteten Ansicht, dass Palästinenser Ungeziefer seien und, wie er ausführte, dass man mit Raketen auf sie schießen und sie ausrotten müsse. Jeder halbwegs normale Mensch würde höchstens Freudentränen vergießen, wenn Allah das Leben solcher gefährlich verrückten Leute beendet, noch bevor sie größeren Schaden anrichten können.

Über den Verlust eines solchen Rabbis also bracht Arye Deri unter Zuhilfenahme von Zwiebelsaft theatralisch in Tränen aus. Ich habe selbst von den schlimmsten Kreischern im Islam kaum widerwärtigere Auswürfe vernehmen müssen als von diesem Josef.

Über Deri selbst gibt es auch Interessantes zu berichten – selbst wenn es aufgrund der recht bizarren Häufung der Vorkommnisse in der gesamten Regierung Israels kaum Beachtung erfährt: Deri wurde am 03.09.2000 rechtskräftig wegen Korruption, Betrug und Amtsmissbrauch zu vier Jahren Haft verurteilt. Er dürfte damit allerdings noch zu den "Guten" zählen, da zu diesem Schuldkonto sehr häufig bei seinen Ministerkollegen noch sexueller Missbrauch und Vergewaltigung hinzugezählt wird.
Dabei ist ihm sogar noch zugute zu halten, dass er sich lange und vehement für einen Frieden mit Palästina und für eine Teilautonomie eingesetzt hatte. Für Israel selbst vertrat er allerdings auch Positionen im Rahmen der Sozialpolitik, die einige Israelis die Entstehung einer Theokratie befürchten ließ.

In was für einem bedauernswerten Zustand ist die israelische Regierung! Netanyahu hält mit letzter Mühe ein zerbrechliches Konstrukt zum Teil höchst gefährlicher Extremisten, ja ganz offensichtlich gefährlicher Geisteskranker zusammen und hält Rassisten die Stange, weil sie ihm die Macht erhalten.

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Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
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