Islam-„Gesetz“ in Deutschland?

Gemessen an der Stimmung im Land scheint ein solches Gesetz, dass Pflichten und Rechte von Muslimen minutiös regelt, nicht nur unumgänglich, sondern längst überfällig zu sein.

Immerhin hatten die in diesen Dingen höchst engagierten und energischen Nazis solche Gesetze gegen Juden nur wenige Jahre nach ihrer Machtergreifung gemacht – und großen Erfolg damit. Daraus hat Österreich und die deutsche Bundesregierung gelernt und verstanden, dass allein die Formulierung derartiger Gesetze die Stimmung eines Generalverdachts gegen eine Minderheit wirksam verstärkt.

Es scheint daher verwunderlich, dass sich die Politik immerhin bis jetzt ziert, auch diese Politik neu zu beleben. Das Feld dafür ist längst bereitet: gerade ein Thomas de Maiziere hat sich bemüht, die "Islamkonferenz" mit seinen stereotypen Forderungen und Vorwürfen im Vorfeld bis hin zum Bruch stark zu belasten. In den zurückliegenden Jahren hat er soviel fragwürdige Diskussionen über die wenigen, tatsächlich extremen und bedenklichen Muslime angestrengt, dass die Öffentlichkeit deshalb assoziiert, dass Islam immer nur mit Gewalt verbunden sei.
Niemand (!), auch die "Sozial"-Demokraten nicht, hat sich je zu einem auch nur halblauten Murmeln hinreißen lassen, dass man ein paar hundert Extremisten unter gut fünf Millionen Muslimen, die unauffällig und friedlich hier im Land ihrem geregelten Tageswerk nachgehen, nicht überbewerten sollte.
Etliche tausend gewaltbereite, dümmliche Rechtsterroristen, die beinah mindestens einmal im Monat Migranten töten, ihre Häuser abfackeln, in Rotten gegen Flüchtlingsheime ziehen, spielen in der öffentlichen Wahrnehmung kaum ein Rolle; da beeilt man sich eher, auch seitens der Justiz ebenfalls völlig überzogen Milde walten zu lassen und bestimmte Vokabeln zu vermeiden. Während muslimische Bombenwerfer sofort "Terroristen" sind, diskutiert man wochenlang nach Anschlägen von Rechtsradikalen, ob man hier von "Terror" reden könne – oder ob es sich nicht vielleicht doch nur um "besorgte Bürger" handelt, deren Ressentiments man ja verstehen müsse.

Auffällig ist, dass das in Österreich bereits existierende Islam-"Gesetz" eine Verpflichtung für Muslime enthält, sich zur österreichischen Lebensweise und zum Demokratieverständnis bekennen müsse. Das wird in Europa sonst niemandem abverlangt – sondern stillschweigend vorausgesetzt. Selbst fragwürdige Gruppierungen mit klar erkennbarem, gesellschafts- und politikfeindlichem Ansatz erfahren solchen Generalverdacht grundsätzlich nicht.
Wozu auch? Es läuft ja alles nach Plan.
Die Öffentlichkeit wird durch hysterische Nachrichten korrumpiert und ist daher aufgrund ihrer geistigen Tieferlegung nicht mehr in der Lage dazu, diese kritisch zu begleiten. Der öffentliche Sprachgebrauch hat sich, das halte ich für ein sehr machtvolles Indiz, nachhaltig verbogen: es passiert mir immer öfter, dass man mich ganz arglos einen "Islamisten" nennt, weil das Wort "Muslim" kaum noch öffentlich benutzt wird. Wenn ich dann höflich entgegne, ich sei kein "Islamist", sondern ein Muslim, passiert es ebenfalls immer öfter, dass man mir ärgerlich zu verstehen geben will, dass das eine doch das andere sei und man zwischen beiden Worten keinen Unterschied erkenne. Ich entgegne diesen Leuten dann immer, dass man sich nicht wundern müsse was wohl passiert, wenn ein Kind von seinen Eltern immer nur hört, dass der Nachbar ein Arschloch sei. Wenn dieser eines Tages an der Tür klingelt und das Kind öffnet, wird es völlig arglos in die Küche rufen: "Mama, da ist das Arschloch."

Juden wurden ebenfalls durch den ohnehin in der "abendländischen Kultur" latent seit Jahrhunderten verankerten Antisemitismus in den Anfangsjahren der Naziherrschaft als "mögliche Gefahr", als "anders", als "wahrscheinlich feindlich" wahrgenommen und daher war es der Riege um Hitler ein Leichtes, sie vollends zu "Parasiten", zu "Schädlingen" zu erklären und ihre Vernichtung einzufordern. Diese Stimmung Muslimen gegenüber steht kurz vor der Vollendung.
Während man im Dritten Reich "vergessen" hatte, dass hunderttausende von Juden als Patrioten für den Kaiser in den Krieg gezogen und gestorben waren, so "vergisst" man heute genauso gern, dass diese fünf Millionen Muslime in Deutschland einen erheblichen Faktor für die Produktivität unserer Wirtschaft, für den Dienstleistungssektor und für die internationale Verständigung darstellen. Man müsste sie einfach mal fragen statt belehren und würde ganz sicherlich eine große Menge kluger Hinweise von ihnen hören.
Gut – wir haben heute eine andere Zeit. Heute gibt es qualitativ als sehr gut bezeichnete, wissenschaftlich sauber erstellte Studien, dass es seit vielen Jahren unter muslimischen Migranten eine bemerkenswerte Entwicklung gibt: einerseits steigt die Bildungsaffinität, begleitet von entsprechenden Erfolgen in der Anzahl und Qualität der Abschlüsse, andererseits die Zustimmung zum Land als solchem. Würde man diese Entwicklung registrieren und mit vorsichtiger Politik verstärken, verschwände jedes überhaupt noch existierende Integrationsproblem recht kurzfristig ins Nichts.
Hier in Deutschland wurde aber seit Jahrzehnten eine andere Kultur Muslimen gegenüber implementiert: nur, wenn es allzu schlimm kommt und eine der "Volks"-Parteien bei einer bevorstehenden Wahl Verluste wittert, latscht sie fotogen einmal quer durch eine Moschee und schüttelt einem Imam klick-klick-klick vor vielen Kameras lächelnd die Hand – denn es handelt sich ja immerhin zwei Millionen wahlberechtigte Muslime, die man mit solchen Fotos keilen könnte. Die Tinte unter dem Wahlergebnis ist noch nicht ganz trocken, da "vergisst" die Politik die Muslime als "deutsche Demokraten" wieder und überholt sich sofort wieder gegenseitig mit immer neuen Forderungen, Vorwürfen an die muslimische Adresse. Wenn die Muslime kurz vor der Wahl noch wichtig und Freunde waren, so sind sie danach wieder eine Gefahr. So einfach ist das. Ich habe wegen eines solchen Politikerbesuchs in einer Moschee der Gemeinde schon empfohlen, solches nie wieder zu tun und den Gebetsraum nach Beendigung des Besuchs besonders aufmerksam und gründlich zu reinigen.

Wenn die deutsche und politische Öffentlichkeit ein Interesse daran hätte, dann würde man in nur wenigen Jahren von einer "Bevölkerung aus einem Guss" reden, weil keine andere Ethnie, keine andere, hier lebende Kultur irgendwie hervorstäche. Weil aber der durchschnittliche, dumme Deutsche einen Sündenbock für jedes Unglück sucht und braucht, keine komplexeren Sachverhalte (mehr) versteht und sich nur allzu leicht selbst von Halbschlauen beeinflussen lässt, kann und wird ein solches Verständnis nie greifen können. Gestern waren es die Juden, dann vorübergehend einmal die "Zigeuner", die "Ithaker" und nun werden halt Muslimen der Eselshut aufgesetzt und ums Dorf gejagt. Morgen, wenn wieder genug von ihnen zerstört, verstört, getötet und beleidigt worden sind, einige Denkmäler errichtet, mit Blumen versehen worden sind und man wieder Katzenjammer wegen der eigenen Dummheit propagiert, dann werden eben Russen, hosentragende Frauen, Schwule, Kaffeetrinker, Surfer oder Tätowierte für den gleichen Zweck herhalten müssen.

Und es wird wieder genau das gleiche sein: man wird sie öffentlich über einige Jahre als Täter bezichtigen, in ihren Besonderheiten herumpuhlen, ihre Leistungen "vergessen", einen Generalverdacht formulieren – und dann "Gesetze" machen, die die erst selbst künstlich gemachte Position dieser neuen Minderheit zu betonieren.

Ich bin echt gespannt, was als nächstes kommt.
Man wird sich ein Äquivalent zum aufgenähten Judenstern ausdenken; vielleicht einen Sichtvermerk auf dem Ausweis oder etwas in der Art. Restriktionen in Zusammenhang mit der Kleidung gibt es ja bereits und auch die dazu passenden Auswüchse, so dass Musliminnen an Stränden von Polizei dazu GEZWUNGEN werden, sich auszuziehen. Vielleicht wird man auf die Idee kommen, Muslime regional zu konzentrieren; die Nazi-Idee mit den Ghettos scheint diesen Kreisen sicherlich viel zu attraktiv, als dass sie dauerhaft auf eine Neubelebung verzichten würden.

Ein deutsches Islam-"Gesetz" sollte m.E. in Nürnberg formuliert und verabschiedet werden – dann muss sich der Deutsche hinsichtlich der "Nürnberger Rassegesetze" nicht umgewöhnen. Er hat es schon schwer genug, sich nach Jahrhunderten blutiger Judenverfolgung heute auf Muslime konzentrieren zu sollen.

Es bleibt spannend.

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Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
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