Israel und Ägypten – Staatsterror „made in USA“

Das Ziel der USA, die gesamte Region des Nahen und Mittleren Ostens in einem Zustand der Destabilisierung festzuhalten, wird seit nunmehr Generationen verfolgt. Sowohl mit schierer, militärischer Gewalt, als auch mit mehr oder weniger subtileren Methoden wie gigantischen Geld-, Waren- und Waffenlieferungen wurden einige „Nationen“ künstlich ins Leben gerufen, anderen wurde jede Lebens- und Geschäftsmöglichkeit entzogen oder gleich weggebombt.

Und nun wundert sich die Welt über eine Bilder- und Nachrichtenflut, mit der vor vielleicht zwanzig Jahren noch niemand rechnen konnte. Bis dahin war immer alles gut gegangen und kaum jemand erfuhr von den dreckigen und widerlichen Mitteln, mit denen sich die westlichen Industrienationen gewaltsam Zugang zu Ressourcen freischossen und offenhielten. Aber seit einigen Jahren laufen die politischen Geschäfte schleppender – und der Grund dafür ist die Digitalität, der sich mittlerweile jeder Mensch sehr einfach und schnell bedienen kann. Filme und somit Beweise schießen innerhalb weniger Augenblicke vom Ortndes Geschehens direkt auf unsere Displays und sind daran nicht zu hindern.

Das ist für die Kreaturen der USA und für sie selber ein Problem. Ein anwachsendes Problem:

Israel: gewalttätiger Rassismus extremistischer „Siedler“

Das eisige Totschweigen der brutalen Gewalt, mit der Israel die Existenz Palästinas auszulöschen versucht, erzielt längst nicht mehr den gewohnten Effekt. Erst kürzlich wurde wieder einmal von einem sogenannten „price Tag“-Übergriff von einer der illegalen Siedlungen im Westjordanland bekannt. Nach dieser “ Preisschild-Terror“-Philosophie sollen Palästinenser einen blutigen Preis für ihre Erfolge bezahlen, die sie stellenweise gegen Israel auf dem eigenen Land erzielen. Sie werden von den extremistischen Bassisten dafür bestraft, dass sie sich gegen den illegalen Raub ihres Landes zur Wehr setzen. Aus der illegalen Siedlung, die die Israelis „Ytzhar“ nennen, rannten israelische Terroristen zur benachbarten Siedlung Urif und verletzten fünf Palästinenser schwer.

Man wird im offiziellen Sprachgebrauch jedoch niemals das Wort „Terror“ für den organisierten Angriff von Israelis auf Palästinenser finden. Die USA haben, übrigens auch unter Obama in keinem einzigen Fall!, jemals Schritte dagegen unternommen, obschon Israel ihr Ziehkind ist. Das Töten und Rauben wird immer nur dann möglichst milde kommentiert, wenn die Bilder allzu unangenehm wurden. So fiel dem ganzen Westen das Schweigen schon schwer, als Israel 2009 international geächtete Chemiewaffen gezielt über Gaza-Stadt gezündet wurden. Diese Waffen, wen wundert das noch, waren auch „made in USA“ und sind gezielt an Israel ausgegeben worden.

Ägypten: Spontanes Abschlachten als Regierungsstil

Und wieder findet ein Video seinen Weg auf unsere Displays und mich reizt zum Lachen, dass hier irgendjemand ganz offensichtlich versuchen will, es wieder zu löschen. Dass es plötzlich auf YouTube nicht mehr verfügbar ist, spricht Bände – hilft aber nichts. Längst wird der Film international diskutiert, längst haben amnesty international und human rights watch öffentlich und offiziell auf den Filminhalt reagiert. Und selbstverständlich ist der Film noch immer im Netz zu sehen und auch gratis zu haben. Darauf führen einige ägyptische Soldaten einige Männer und einen Jugendlichen an den Rand eines Feldes und schießen ihnen in den Kopf. Mit Kleinigkeiten wie „Gerichtsverfahren“ gibt sich der Diktator al-Sisi nicht ab. Die beraumt er nur an, wenn sie ihm wirtschaftlich erscheinen und er mit einem einzigen „Gerichtsprozess“ gleich mehrere Oppositionelle zum Tode verurteilen lassen kann. Ansonsten reicht eine Kugel. Basta.

Im Zuge des gewaltsamen Umsturzes, den der jetzige Diktator gegen den ersten, frei gewählten Präsidenten initiiert und mit Geld aus Saudi-Arabien finanziert hatte, waren Massenerschießungen völlig normal. Und jetzt verzichtet die „Regierung“ auch nicht auf dieses Mittel. Wozu auch? Angela Merkel und Donald Trump begrüßen den grausamen Diktator mit allen Ehren als Staatsmann und loben seine Vorgehensweisen ausdrücklich.

Das Ägypten heutigen Zustandes ist die Zielvorstellung des Westens, denn dort wird Terror gezüchtet und provoziert, gegen den man dann mit immer größeren Waffenmengen und lokal begrenzten Kriegen zu Felde ziehen kann. Die dortigen Bevölkerungen fragen nicht nach höherer Bildung oder steigenden Gehältern, sie organisieren sich nicht und können aufgrund der Überfall vorherrschenden Gewalt keine Solidarität zueinander aufbauen. Sie begehren nicht auf – schon weil sie über aus zufrieden damit sein müssen, nach dem Aufwachen morgens am Abend noch zu leben.

Über die wahren Gründe für die immer neuen Rufe nach Kriegen, die im Osten vom Westen (meist künstlich) erzeugt werden, konnte man die Bürgern über Jahrzehnte recht simpel täuschen. Den Höhepunkt der offiziellen Massensuggestion durch falsche und gefilterte „Nachrichten“ erlebten wir im letzten Irak-Krieg durch den von den USA eingeführten, „embedded journalism“, dem “ eingebetteten Journalismus“. Hierbei wurden kämpfenden Einheiten Journalisten zugeordnet um sicherzustellen, dass diese nur gewollte Bilder und Berichte von der Front nach Hause schickten. Das war eine sehr offene Version von Zensur. Das funktionierte aber irgendwie auch nicht und auf keinen Fall zuverlässig, den es gab noch immer eine ganze Flut sehr hässlicher Bilder.

Da haben wir von dem jüngsten Vorfall in Afghanistan noch gar nicht gesprochen, bei dem bei einem Taliban-Überfall mehr als 140 Menschen umkamen. Nur einen Steinwurf entfernt vom deutschen Militärlager, dass durch diesen Feuerüberfall in seiner gesamten Sinngebung zum wiederholten Mal ad absurdum geführt wurde.

Da schon vor dem ersten Schuss in Afghanistan aus einem westlichen Gewehr vollkommen klar war, das die den Bürgern gelieferte Erklärung für den Militäreinsatz ziemlich ärgerlicher Schwachsinn war, wurde mit politischen und wirtschaftlichen Zielen weitergeschossen. Es ging nie um „Menschenrechte“ und nie gegen „Extremismus“, sondern von vornherein nur um gezielte Destabilisierung, Rohstoffe und Pipelines.

Das heutige Afghanistan ist das, was Europa zusammen mit den USA durch die Zerstörungen errichten wollten: ein willenloser, von blutiger Gewalt durchgeschüttelter und wehrloser Krisenherd, in welchem man sich bequem eigens dazu aufgerüsteter Warlords bedienen kann, wenn die Gewalt und Depression abzugeben drohen.

Der bedrohlichste Ernstfall für uns alle im satten Westen wäre ausgebrochener Friede im Nahen und Mittleren Osten. Unsere Geld-, Rohstoff- und Warenströme, die wir von dort erhalten und die üppigen Waffenmärkte erhalten unseren Wohlstand und es wäre echt schade für uns, wenn eines Tages das Sterben und Töten dort aufhören sollte

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Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
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