USA – Lieber Donald Trump als gar nichts zum Lachen

Okay, die Katze ist ja mittlerweile seit gut einem Jahr aus dem Sack und zwischenzeitlich regt es wohl niemanden mehr auf der Welt auf, wenn man Trump als genau den Idioten und großmäuligen Schwachkopf bezeichnet, der er tatsächlich ja auch ist.

Naturgegebenermaßen hat man Schwierigkeiten damit, gewählte Staatsmänner und -Frauen mit solchen Vokabeln zu belegen. Es fällt auch nicht unbedingt leicht (wenn auch aus ganz anderen Gründen!), Leuten wie Benjamin Netanyahu beispielsweise Charaktereigenschaften wie „Bösartigkeit“, „Verschlagenheit“, „Rassismus & Faschismus“ sowie „einen dramatischen Hang zur Lüge“ attestieren zu sollen – aber manchmal muss man einfach allen Mut zusammennehmen und Menschen genau so bezeichnen, wie sie leider nun mal tatsächlich sind.

Natürlich macht das unter anderem auch Angst; niemand will von so einem Menschen regiert werden, niemand will sich vor dem Ausland für einen Regierungschef verantworten müssen, der wie Trump, Netanyahu, Putin und Erdogan (es gibt mehr von der Sorte, aber die Genannten dürften die schlimmsten sein!) von niedrigster, menschlicher Qualität und zudem in zumindest einem Fall dazu auch noch des ganz trivialen Schwachsinnes dringend verdächtig ist. Gut, dieser Vorwurf trifft weder Netanyahu, noch Putin oder Erdogan.
Solche Regierungschefs produzieren fortwährend die Gefahr schnell eskalierender und unkontrollierbarer Konflikte – ein für Atommächte unhaltbarer Zustand. Wer sich mit der Idee wohlfühlt, dass Netanyahu und Trump die Macht über Atomraketen haben, hat nach meiner Meinung nicht mehr alle Murmeln in der Tasse. Beide sind kreischende Hysteriker, Hetzer, Lügner und neigen zu extremen Handlungen und Reden und an den Händen von einem von beiden klebt bereits das Blut Tausender. Der andere kann dafür überhaupt nicht mit seinen Worten, Ideen, Geld und Politik umgehen und faselt nur Müll, sobald er den Mund aufmacht.

Vor lauter Pragmatismus und Opportunismus bei gleichzeitig lotrecht abstürzendem Bildungsniveau soll die Bevölkerung des Westens mit der Idee umzugehen lernen, dass hinaustrompetete „Werte“, die wir zur Argumentation unserer Angriffs- und Beutekriege starten, im eigenen Innenverhältnis nicht sooooo unbedingt ernstzunehmen und nur Gegenstand von Schmierenopern sind. Denn wenn „demokratische Systeme“ die Krönung von Politmonstren wie Netanyahu und Trump ermöglichen, dann haben sie mit moralischen Werten gleich welcher Art nichts mehr zu tun und wir müssen sehr schnell über die Abschaffung einer solchen „Demokratie“ zugunsten einer Demokratie nachdenken.

Beispiel Menschen- und Völkerrrechte: die USA und Israel (als „demokratische“ Staaten) verstoßen seit Jahrzehnten massiv, wiederholt und z.T. mit bekannt wie öffentlich dargestellten, brutalen Foltermethoden, Todesstrafen, willkürlichen Entführungen und der Durchführung von Genozid und wirtschaftlich motivierten Angriffskriegen mit hunderttausenden von Opfern dagegen.
Die Diskussion um die Einführung der Todesstrafe in der Türkei und die Bewaffnung von Terrorgruppen durch Ankara in Syrien ist deshalb ganz grundsätzlich entsetzlich verlogen und nichts als reine Heuchelei – denn all diese Vorwürfe treffen die USA selbst.
Und schlimmer noch: Israel erschießt überall auf der Welt frei nach Lust und Laune jeden, der seiner brutalen Landraubpolitik entgegenarbeitet. Die USA entführen Menschen, ebenfalls überall auf der Welt, und foltern sie zur Informations- und Geständniserzwingung schwer. Es hat Fälle gegeben, in welchen Schwerverletzten jede medizinische Versorgung solange verweigert wurde, bis sie im Verhör die gewünschten Aussagen getroffen hatten.

Beispiel Regierung: Donald Trump regiert durch viele Dutzend präsidentieller Dekrete, die ohne (demokratisch gefasste) Zustimmung des Parlaments bzw. Senats in Wirkung gesetzt werden. Dass hier der Verdacht persönlicher Willkür längst zur Gewissheit geworden ist, fällt allen westlichen Politikern und Bürgern zwar durchaus auf – bleibt aber ohne überzeugende Kritik oder Gegenmaßnahmen. Trump bereichert sich persönlich an seinem Amt; Staatsgäste lädt er zur besseren Auslastung seiner eigenen Anlage gern ins eigene Haus und präsentiert den US-Bürgern anschließend für Bewirtung und Service geradezu fantastische Rechnungen.
Es ist wirklich witzig, wie sehr er sein Amt bemüht, um die komischen Fähnchen, die seine Tochter zur „Mode“ erklärt, besser verkauft zu bekommen, um ihr als Präsident ein gutes Einkommen zufließen zu lassen.
Warum das nicht ausreicht, einen amerikanischen Präsidenten aus dem Weißen Haus zu werfen, bleibt mir schleierhaft. In unserem guten, alten Europa stürzen Spitzenkandidaten schon vor der Wahl nach vergleichbaren, wenn auch wenigstens noch schamhaft versteckten Verstößen sofort darüber.

Die gesamte Aufregung über Donald Trump bezeichne ich daher als pure Heuchelei; gegen ihn wird kaum ein Vorwurf laut, der nicht schon viele westliche Staatsmänner getroffen hätte – nur die dumme Trampelhaftigkeit Trumps, der sich im Verstecken und Verleugnen solcher Winkelzüge nicht sonderlich geschickt zeigt, bringt eines dieser Manöver nach dem anderen auf unangenehme Weise ans Tageslicht. Trump legt sich Ministerien, Geheimdienste, die gesamte Presse und Polizeibehörden wie Richter übers Knie; er bedroht sie ganz offen, er beleidigt sie und stellt sie ein und feuert sie, ganz wie es ihm passt.
In Deutschland ruft ein BuPrä einmal aufgeregt und mit falschem Begehr bei einer Tageszeitung an – und ist kaum drei Tage später sein Amt los.
Trumps (außen-) politische Schweinereien sind derzeit nicht wirklich schlimmer als die aller seiner Vorgänger; selbst der ewig wie gewinnend lächelnde Sunnyboy Obama hat tausende von Menschen außergerichtlich und im Vorbeigehen von Bomben zerreißen und von Kugeln durchsieben lassen, weil sie seiner Gesamtstrategie irgendwie im Wege standen oder, wie allein in hunderten Fällen geschehen, unglücklicherweise Opfer fehlgegangener Schüsse wurden. Auch Obama hat, wenn auch sehr viel geschickter, gelogen bis zum Biegen der Balken.
Er kann aber viel eleganter als Trump sprechen, singen, tanzen, Burger essen und gibt viel bessere Fotos ab.
Obama ist besser als Trump; Obama hat seine Leichen ganz still und leise begraben (lassen) und weil uns sein fried- wie freudevolles Lächeln die Bürde des Wissens erleichtert, haben wir ihn auch so gern.

Nein – wir dürfen nicht über Trumps Tölpelhaftigkeit lachen.

Wir haben selbst vor wenigen Tagen erst einen Ministerpräsidenten (nicht) gewählt, der sich letztes Jahr noch verärgert zeigte, weil man ihm lästigerweise recht nachhaltig eine ungeheure Schweinerei bei seiner Betreuung von Studenten nachgewiesen hatte. Er hatte als Professor nämlich keine rechte Lust auf die Nacharbeit seiner eigenen Vorlesung und Klausuren wohl im Dienstwagen zwischen Suppe und Kartoffeln tabellenartig abgearbeitet, Dabei kam heraus, dass er Klausuren von Studenten, die überhaupt gar nicht anwesend gewesen waren und auch nicht mitgeschrieben hatten, mit sehr guten Noten bewertet hatte. Armin Laschet machte sich die peinlichen Nachfragen aus der Öffentlichkeit ab wie ein Stückchen Klopapier, was am Hintern klebengeblieben ist. Er knurrte zum Schluß nur noch, dass jetzt aber mal gut sein müsse und was man wohl glaube, was und wer er wohl wäre, dass man ihn mit solchen Bagatellen belästige.

Warum wir ihn „nicht“ gewählt haben?
Ganz einfach!
Seine Partei erreichte in NRW 33 Prozent aller Stimmen – bei einer Wahlbeteiligung von 65 Prozent relativiert sich das Wahlergebnis auf 22 Prozent. Das bedeutet, dass jeder fünfte Wahlberechtigte eine Entscheidung für die „C“DU gefällt hatte. Wie man ein solches Ergebnis als „demokratisch“ empfinden und in eine Regierungsbildung gießen kann, ist und bleibt mir auch für immer verschlossen.

Das ist politischer Slapstick, eine etwas dümmliche Komödie, deren Drehbuch in Hollywood mit dem Vermerk „viel zu schrill!“ abgelehnt würde.
Nehmen wir an, wir stürzen mit einem Flugzeug ab und hundert Passagiere können sich auf eine einsame Insel retten. Von diesen hundert werden fünfunddreißig in den Djungel geschickt, damit sie nach Wasser und Essbarem suchen. Kaum, dass sie außer Sichtweite sind, werden die restlichen fünfundsechzig zusammengerufen, der kleine Armin stellt sich auf einen Stein und fragt alle, ob er Häuptling sein soll. Von diesen fünfundsechzig stimmen zweiundzwanzig für ihn.

Als die fünfunddreißig mit Früchten und Wasser bepackt zurückkehren, finden sie den kleinen Armin „demokratisch sauber“ zum Häuptling gewählt vor, mit Federn geschmückt und auf einen Thron gesetzt – und sie sollen sich seinem Willen beugen. Was denken wir wohl, wie das Spiel weitergeht? Wird Armin regieren? Wohl kaum.
Nach der geltenden, freiheitlich-„demokratischen“ und rechtsstaatlichen Grundordnung Deutschlands verfüge er über eine „Mehrheit“, wird er leise murmeln, wenn er, unter beide Arme untergehakt, vom Thron geschleppt und in den Hintern getreten wird.
Aber Armin regiert.

Und, siehe da, tatsächlich aber stehen da achtundsiebzig Leute am Strand, blicken auf den Thron mit dem grinsenden und gefiederten Häuptling Armin I. darauf und von zweiundzwanzig Jüngern ergeben. Die Mehrheit der achtundsiebzig, die Minderheit also, murmelt zustimmend:

„Ihr wenigen, Ihr Minderheit, seid in der Mehrheit. Und deshalb regiert Ihr Mehrheit, die Ihr in der Minderheit seid, die Minderheit, die in der Mehrheit ist.“

Okay. Das mögen Opportunisten vehrstehen und Pragmatiker akzeptieren. Demokraten, fürchte ich, müssen ein Problem damit haben.

Armin Laschet ist ein ähnlich lustiger „Ministerpräsident“ wie Trump „Präsident“ der USA ist. Keiner von beiden wurde demokratisch, sondern nur „demokratischh“ gewählt.

Advertisements

Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
Dieser Beitrag wurde unter Demokratie, Deutschland, Gesellschaft, Kultur, Politik, Uncategorized abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.