EILMELDUNG: Vereinigte Arabische Emirate bestrafen „Sympathie für Qatar“ mit 15 Jahren Haft

Quelle:http://www.middleeasteye.net/news/uae-outlaws-support-qatar-social-media-1039717510

In Kurzfassung übersetzt:

Der Oberste Ankläger der Vereinigten Arabischen Emirate (UAE), Hamad Saif Al Shamsi, bezeichnete das "Zeigen von Sympathie für Qatar" in Bezug auf die soeben erfolgte Totalisolierung als "Verbrechen".

Auf der UAE-Website Albayan drohte al-Shamsi jedem eine Haftstrafe von 15 Jahren bei Zuwiderhandlung an.

Was man hierzu unbedingt wissen muss – und was Donald Trump (natürlich) nicht versteht:

Die UAE zeigen mit diesem Schritt ihre Angst vor ihrer eigenen Bevölkerung sehr eindrucksvoll; sie sind sich der Loyalität und Solidarität ihrer Bürger nicht sicher und vermuten sicherlich zu Recht, dass der fadenscheinige Winkelzug von Saudi-Arabien, Bahrein und den UAE auf heftige Kritik stößt.
In der Tat schrammt die offizielle Erklärung Saudi-Arabiens für die Isolierung Qatars weitaus mehr als hart an einer Beleidigung der ganzen Welt entlang; es dürfte wohl niemanden auf der Welt geben, der daran zweifelt, dass der Hauptinvestor und -Initiator weltweiten, islamistischen Terrors Saudi-Arabien selbst ist. Die von Ryadh gegen Qatar ausgestoßenen Tiraden sind vollkommen substanzlos und nichts als ein überaus schlecht gewählter Vorwand, die qatarische Reformbereitschaft zu zerdrücken, die in die ganze Region ausstrahlen könnte. Es gibt hier zwei Lesarten: die Zuschreibung der angeblichen "Terrorunterstützung" kann bedeuten:

"Wir erzählen Euch irgendeinen blöden Scheiß und zeigen Euch damit, wie hilflos, willfährig und dumm Ihr seid und was wir uns alles erlauben und herausnehmen können, bevor Ihr zuckt!"

oder:

"Wir, die Saudis, wir dürfen und bekommen immer alles. Wir haben es nicht nötig, uns angestrengt irgendeine Begründung auszudenken. Wenn wir al-Qaida zusammen mit den USA erschaffen haben, war das ok, weil wir das waren. Wenn wir Qatar zertreten, dann können wir das natürlich auch."

Donald Trump hat sich zum Preis eines Goldkettchens nicht nur zum international anerkannten Affen, sondern auch zu einem extrem blöden, hilflosen Popanz machen lassen, der sich von den saudischen Politikern und Potentaten willig vorführen lassen hat.
Die Worte, die er anschließend twitterte und mündlich stammelte, hat er (vermutlich für eine Extrastunde Fernsehen und einen Pudding am Abend) brav von seinen saudischen Souffleuren auswendig gelernt. Jeder, der nur halbwegs klar bei Verstand ist, bemerkt das sofort. In seinen "Ausführungen", wenn man seine Auswürfe so bezeichnen möchte, kommt das Wort Qatar in Bezug auf Terror kristallklar erkennbar so vor, wie es sich seine saudischen Vorgesetzten vorgestellt hatten.

Dieser Schritt der UAE selbst ist politisch mehr als ungeschickt und fügt der politischen Bombe, die auf allen arabischen Straßen tickt, nur noch einen weiteren Zünder hinzu. Offener hätte kaum eine Regierung je ausdrücken können, dass es ihr um das Tottreten anderer Meinung, um die Unterdrückung und Ausbeutung ihrer Bevölkerungen getan ist.
Niemand weiß, wieviel nun noch zum Ausbruch einer gigantischen Explosion von Enttäuschung, Demütigung, Entmündigung und Verzweiflung fehlt. Experten und Analysten betrachten die Vorgänge um Qatar als extrem bedrohlich.

Das eigentliche "Verbrechen" Qatars ist ein Dialog.
Nur Golfdespoten mag es natürlich und verständlich erscheinen, dass Dialoge schlimmer sind als Kriege und nur Golfdespoten fürchten sich vor dem Iran, der so oder so über kurz oder lang zu einer regionalen Großmacht wird. Im Verbund mit der Türkei, die gestern hastig entschieden hat, noch hastiger ihr eigenes Truppenkontingent in Qatar ganz erheblich auszubauen und unter der latenten Drohung von Unruhen in den Golfstaaten sehen sich die Machthaber tatsächlich bedroht.
Die Musik spielt demnächst in einem anderen Theater; die Ölvorkommen sichern nur noch für vergleichsweise wenige Jahre den bekannt märchenhaften Reichtum und nur noch für wenige Dekaden das nackte, wirtschaftliche Überleben. Und in diesen Jahren wollen die Herrscherfamilien noch soviel Geld und Macht wie irgend möglich zusammenraffen – es steht zu befürchten, dass sie dafür auch völlig ungerührt tausende Menschen aus ihren eigenen Bevölkerungen töten.

Saudi-Arabien ist bereit, alles zu tun, um seine Vormachtstellung zu sichern. Es entrechtet dafür seine eigene Bevölkerung, führt in seiner Nachbarschaft Vernichtungskriege, rückt mit Panzern gegen Demonstranten vor, stürzt Regierungen und setzt sie nach Gusto ein. Ohne mit der Wimper zu zucken, würden sie alles hergeben und jeden töten, der sich zwischen sie und der Macht stellen könnte.

Die Androhung der UAE, Kritik gegen die Politik gegen Qatar schwerst zu bestrafen, ist ein erschreckendes Armutszeugnis der Despoten. Ein Zeichen von Angst.
Vor den eigenen Leuten.

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Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
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