Qatar – und der Irre aus den USA

Ein Kleinkind findet Streichhölzer lustig. Es wird sie auch lustig finden, wenn es mitten in einem Raum sitzt, in dem löcherige Benzinfässer herumstehen. Vorübergehend.

Jetzt werden ganz neue Verdachtsmomente gegen das Kleinkind Donald Trump laut, der sich über sein angezündetes Streichholz in Saudi-Arabien ganz wahnsinnig freut.

Und dieser Verdacht geht so:

Im Jahr 2010 reiste Trump zusammen mit Tochter Ivanka nach Qatar und unterbreitete dort der staatlichen Investitionsgesellschaft QIA ein (für ihn) äußerst lukratives Angebot zur Errichtung eines Immobilienfonds. Die qatarischen Verhandlungspartner von QIA, Hussein al-Abdullah und Sheikh Hamid bin-Jassem al-Thani, zeigten sich über die Art und Weise, in welcher Trump den Fonds anpries, "geschockt", ließen ihn jedoch höflich seine Präsentation zuende bringen, bedankten sich artig, begleitete Trump hinaus – und lehnten im Nachhinein überzeugt ab.

Jahre später reiste Trumps Tochter Ivanka zusammen mit Ehemann Jared Kushner wieder nach Qatar; diesmal sollte ein Immobilienhandel über ein Objekt in den USA abgeschlossen werden, allerdings zogen sich die Verhandlungen bis wenige Monate vor Amtsübernahme der Präsidentschaft hin. Wahrscheinlich sind sie ergebnislos verlaufen.

Insider sehen in diesen Vorgängen die wahre Motivation von Donald Trump, Qatar unter Zuhilfenahme von unaussprechlich blöden Vorwürfen den Golfstaaten regelrecht ausgeliefert zu haben.
Mittlerweile weiß selbst jedes Kind in Europa und dem Westen allgemein, dass für Qatar in ganz erheblich geringerem Maße gilt, was allen anderen Golfstaaten erheblich vorzuwerfen ist: das beinah wahllose Verstreuen von ungeheuren Waffenmengen, halb offen geführte Niederwerfungs- und Angriffskriege, Finanzierung der entsetzlichsten Terrororganisationen, die für hunderte von Toten verantwortlich zeichnen.

Trump ist ein unfähiger Idiot.
Wie ein US-Unternehmer unlängst frotzelte, würde er noch nicht einmal als kleiner, schmieriger Autohändler Erfolg haben, denn so einem kauft man gar nichts ab. Da ist was dran; ganz objektiv betrachtet, würde ich gegen einen Typen wie Trump reflexhaft ein tiefsitzendes Misstrauen entwickeln, wenn er mir irgendetwas anbieten sollte.
Er ist ein bekannter Bankrotteur, bewiesenermaßen ein Lügner, ein unerträgliches Großmaul und ein Dummkopf. So erscheint es durchaus nachvollziehbar, dass er minderwertige Rachegefühle für entgangenen (Privat-) Gewinn zum Anlass nahm, sich viele Jahre später an Qatar zu rächen.
In seiner vollendeten Dummheit hatte er natürlich überhaupt nicht begriffen, dass ausgerechnet Qatar im Zenit des US-Interesse steht, denn immerhin sind dort viele tausend US-Soldaten stationiert und ihr Verbündeter, Deutschland, hat mehr als 60 Leopard-Kampfpanzer dorthin verkauft.

Trumps ganze Politik ist ausschließlich nur auf seinen persönlichen Zugewinn ausgerichtet, mit den gesamten USA unter dem Arm realisiert er Einnahmen, die er ohne die Präsidentschaft nicht würde erreichen können. Nicht ganz zufällig kippt das auch Kontrolleuren, Behörden und der Presse in den USA auf und ebenso nicht ganz zufällig ist das auch Inhalt der gerichtlichen Klage gegen Trump wegen unzulässiger Vermischung von Amts- und Eigengeschäften.
Es wäre Trump ein Leichtes und würde ihm keinen Seufzer abnötigen, ganze Länder in Brand zu stecken, wenn er daran ein paar Dollar verdienen könnte. Ebenso würde er ganz ungerührt Krieg gegen ein Qatar ausbrechen lassen, das ihm ein Geschäft vermasselt hatte.

Bisher (!) steht die oben geschilderte Motivation Trumps, Qatar beschädigen zu wollen, nur im Range einer Annahme und für gewöhnlich pflege ich solche nicht ernst zu nehmen, sondern nach Beweisen zu fragen. Ein zugegebenermaßen gerissener, schlitzohriger, aber als äußerst gewissenhaft und genau arbeitend bekannter Journalist namens Clayton Swisher hat nun seinen Finger gehoben und glaubt, für das dargelegte Szenario überzeugende Beweise in Händen zu halten.
Swisher ist nicht irgendwer.
Ihm war es gelungen, der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) ein als "geheim" eingestuftes Papier abzuluchsen und zu veröffentlichen, welches für Aufruhr in ganz Arabien gesorgt hatte. Es enthielt das kleinlaute Zugeständnis der Westbank-Palästinenser unter der Führung von Mahmoud Abbas, dass es für die damals vertriebenen Palästinenser wohl nie zu der immer versprochenen Rückkehr nach Israel kommen würde oder könnte. Das Papier beerdigte letztendlich jede Hoffnung für die Vertriebenen, jemals zu ihrem Recht zu kommen.
Es ist also überaus wahrscheinlich, dass Swisher auch jetzt ausreichend belastbare Beweise dafür in Händen hält, dass sich Trump in Saudi-Arabien lediglich an Qatar rächen wollte und so für Spannungen gesorgt hatte, die um Haaresbreite in einen umfänglichen Krieg in der Region hätten münden können.

Es liegt in einem demokratischen Staat in Händen der Bürger, ihren Anführer frei zu wählen. Wenn sie es denn getan haben, so werden sie sich (leider?) international mit ihm assoziieren lassen müssen. Auf rein privater Ebene mag man einem einzelnen US-Bürger noch die Ablehnung dieses Präsidenten glauben – offiziell im Kreise aller anderen Staaten der Welt geht und gilt dies natürlich nicht!
Es liegt ganz allein in der Verantwortung der US-Bürger, wie die USA jetzt und künftig wahrgenommen werden – ob als einen Riesenhaufen Verrückter oder als failed state, diese Entscheidung liegt beim Volk allein. Wir, die Welt, müssen damit umgehen lernen.

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Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
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