Untrennbar: Rechtsradikalismus und Blödheit

Seit Jahren teste ich diese politische Formel auf ihre Zuverlässigkeit – und bisher stelle ich fest, das sie stimmt.

Rechtsradikalismus entsteht ausschließlich nur in dummgebliebenen Hirnen. Man kann aus dem, was man vorfindet, ableiten: je dümmer ein Mensch ist, desto rechtsradikaler ist er. Und je rechtsradikaler jemand ist, desto blöder ist er.

Darin liegt Hoffnung. Jahrzehntelang tobt im rechtsradikalen Blödensumpf Deutschlands ein Krieg. Kaum, dass sich eine Teilströmung darin ein gewisses Stimmenpotenzial zusammenraffen konnte, zerfällt die jeweilige Organisation sofort in internen Querelen, Kämpfen, Streitereien, Gerichtsklagen und Faustkämpfen. Es hat einige solcher Organisationen gegeben: NPD, DVU, Republikaner. Und sie alle erhielten von einzelnen Privatpersonen sowie vom Staat massive Zuwendungen. Millionensummen wanderten, Geheimdienstinformationen gingen ebenso an assoziierte, rechtsradikale (Terror-) Gruppen wie vermutlich auch Waffen und Sprengstoffe.

Nichts half.

Jede einzelne dieser Gruppierungen zerlegt sich sehr schnell selbst. Das liegt natürlich auch an der Führungsebene, die ihren dünnen Oberrand von Intellektuellen ausnahmslos mit Leuten bestückt, die außer Geldgier, Machtstreben und einer saftigen Profilneurose außer einer Strafakte nichts aufzuweisen haben. Die Liste teils widerwärtigster Vorwürfe und Anklagen gegen das rechtsradikale Führungspersonal ist lang – und erstaunlich oft enthält sie den vermuteten Straftatbestand der Kinderschänderei. In den USA und in England bestücken dreiste Lügner die Führungsriege, in Deutschland Kleinkriminelle, Kinderschänder und Betrüger. Das nährt den Verdacht, dass sie sich die Blöden nur als Mittel zum Zweck auserkoren haben, ihnen zu Macht und Geld zu verhelfen. Bisher ging die Rechnung ja auf, weil Rechtsradikale zu blöd sind, um den wahren Charakter ihrer Führer zu erkennen.
Nehmen wir einmal nur Lutz Bachmann: Körperverletzung, Einbruch, Diebstahl, Drogenhandel. Wer auf diese Weise nicht zu Reichtum kommt, der keilt halt Blöde und gibt sich als Rechtsradikaler. Privat würde sich niemand von denen, die begeistert sein Fähnchen schwingen und grölen, mit ihm abgeben.

Also stürzt nun auch die AfD ("Alles für Doofe!") lotrecht ab. Die Streitereien in ihrer "Partei"-Spitze muten beinah amüsant an; man balgt sich um Pöstchen, Richtungen, die Deutungshoheit und die Befehlsgewalt wie Blagen im Sandkasten ums Förmchen. Zurück bleibt eine verunsicherte "Basis"-Meute, die endlich ihre Fackeln für ihre neu aufzulegende Landeskristallnacht anzünden will und niemanden findet, der sie anführt.
Sie schweigen bei ihren immer dünner werdenden Demonstrationen immer verbissener, enttäuschter, wütender und verharren in ihrem Hass. Sie sehen ihre ganze Bewegung zuschanden gehen, kaum dass sie nennenswerten Eindruck hätte hinterlassen können. Ihre gesamte Präsenz in der Politik ist grotesk und lächerlich; von substanzieller, geschweige denn für die Gesellschaft wertvoller Arbeit ist weit und breit nichts zu sehen. Die AfD dreht sich, wie all ihre rechtsradikalen Vorgängerorganisationen auch, nur noch um sich selbst.
Rechtsradikale Gruppen zerstören sich selbst. Ihre grundlegende Einstellung besteht aus suizidären Ideen und Selbsthass, den sie in Zerstörung und Tötungen umwandeln wollen.

In Frankreich das gleiche Bild: Marine Le Pen wurde mit ihrem gesamten Front National energisch vom Tisch gewischt wie lästige Krümel. Die französische Gesellschaft hat die Vermutung bewiesen, dass dieser braune Sumpf für sie nur ein Vehikel war, um ernstzunehmende Parteien und Politiker an ernsthafte und produktive Arbeit zu gemahnen. Jetzt, mit dem Star Macron, verlassen die Franzosen die unappetitliche Partei FN in Scharen.

Auf diese Weise sauer eingekocht, fallen die Blöden von Rechts übereinander her: in den USA stachen zwei Ku-Klux-Klan-Anführer einen dritten nieder, weil sie erst damit prahlten und sich dann darum stritten, wer von ihnen wohl am rassischsten sei.

Es geht in modernen Gesellschaften nur um den Anteil an zumindest durchschnittlich intelligenten und ausgebildeten Menschen, der die Größe rechtsradikaler Organisationen und damit ihren Machtanteil bestimmt. Je weniger Leute lesen, schreiben, rechnen und denken können, desto kraftvoller treten AfD, FN und ähnliche Haufen auf.

That’s all.
Das ist die ganze, notwendige Erklärung für Rechtsradikale. Erschreckend trivial – dennoch geht die Formel auf!

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Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
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