Israel – wenn die „Freunde“ wechseln …..

Benjamin Netanyahu wird jeder erdenkliche Schreck in die Glieder gefahren sein und womöglich dämmert ihm langsam, dass es aus ist. Jetzt mischt ein Spieler mit, der für seine Unverfrorenheit, seine Gerissenheit und Durchsetzungsstärke bekannt und in der ganzen Region gefürchtet ist: Wladimir Putin.Der hat schon seit vielen Jahren erkannt, wo er dem Westen gefahrlos und mit großer Erfolgsaussicht in die Flanken beißen und ihn vor sich hertreiben kann wie einen Bären durch die Manege. Nachdem auch ziemlich klar geworden ist, dass Putin aus den USA in Person Trumps einen täppischen Idioten gemacht hat, der nur allzu willig jedem Zug an seinem Nasenring gehorcht, wird seine Einmischung in die Palästinafrage ein bequemes Heimspiel für ihn werden.
Das Feld ist zurechtgeschossen und vorbereitet; es werden ein paar wenige "Gespräche" mit der israelischen Führung ausreichen, um das Land zu einer sehr scharfen Kehrtwende zu "überreden".

Putin hat es in der Hand. Mit einem kleinen Lächeln kann er in, gegen und für Israel ein politisches und militärisches Höllenfeuer entfachen und es läge ganz an ihm, die Hitze und Zerstörungskraft zu steigern oder abzumildern. Sein Süppchen dort ist zusammengerührt; er verfügt über reichlich Militär in der unmittelbaren Nachbarschaft, er weiß die USA in einem absolut desolaten Zustand, hat sich deren Häuptling eingekauft und kann mit dem Zankapfel Palästina in der Hand den gesamten Golf aufmischen.
Denn dort grassiert momentan nur eine einzige Angst: dass die Menschen auf den Straßen aufwachen, Solidarität entwickeln, sich gegen die eigenen Regierungen stellen und Umstürze beginnen könnten.
Putin hat den Moment klug gewählt.
Für ihn dürfte als Fiebermesser gelten, dass es trotz der Drohung, Abweichler von der Boykottlinie gegen Qatar mit 15 Jahren Gefängnis zu bestrafen, dennoch zu solchen Protesten kommt.
Es ist vorbei.
Es würde ohne Russland quälend langsam, über viele Jahre erstreckt, trotzdem zu diesen Aufständen und Umstürzen kommen. Die Büchse der Pandora wurde für die Despoten am Golf in Ägypten mit der ersten, freien und geheimen Wahl des Präsidenten, Dr. Mohammed Mursi, geöffnet und ist nicht mehr zu schließen, auch tausende von Toten später nicht. Demokratie in Arabien ist möglich – das ist die Botschaft.

Und nun beschert Wladimir Putin den Menschen am Golf eine neue Vision: Gerechtigkeit und Sühne für das Leid der Palästinenser ist möglich. Es kann einen eigenen Palästinenserstaat geben und die Dominanz der USA ist ein für alle Mal Geschichte. Wer sich heute auf die USA verlässt, ist morgen der Verlierer.

Momentan entstehen durch die Schwäche und den Wahnsinn der USA politische Luftlöcher und es formieren sich ganz neue Allianzen und mit ihnen Optionen. Die Achse Ankara-Moskau hätte sich ohne einen Trump nicht so massiv ausformen lassen und der Bildung der nächsten Achse Ramallah-Moskau, die vom neuen Superstar Erdogan gleich nebenan gestützt wird, haben die USA ebenfalls nichts entgegenzusetzen. Keine Vision, kein Deal, keinen Plan, keine Idee – und dieser kranke und abstürzende Stern USA verhält sich wie ein Eisberg auf Reise in den Süden: er wird kleiner und kleiner und kleiner.

Der rechtsradikale Netanyahu sieht Wagners Götterdämmerung aufziehen und damit das Ende seiner Macht und das Ende eines Israel, wie wir es heute (noch) kennen. Die israelische Politik wird seinen Bürgern erklären müssen, weshalb es seine faschistischen Pläne nicht umsetzen kann und es wird ernste Zusammenstöße in Israel zwischen den blind-radikalen Eiferern und modernen, progressiven und realistischen Bürgern geben – möglicherweise bis hin zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen.

Warten wir ab.
Dieser Vorstoß Wladimir Putins jedenfalls wäre einmal ein begrüßenswerter!

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Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
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