Deutschland – widerwärtige Fremdenfeindlichkeit

Wenn wir Deutsche nach Frankreich kommen, kann uns etwas blühen. In der Provinz ist es beileibe nicht auszuschließen, dass man als Deutscher keinen Service bekommt. Dass ein Passant, wenn er uns als Deutsche erkennt, die Nase rümpft und "Boche." flüstert. Mitunter grinst man uns auch in England offen ins Gesicht, wenn wir plötzlich rat- und hilflos sind, weil man es in bestimmten Kreisen Englands genießt, uns in dieser Rolle zu sehen.

Sogar das Gegenteil ist mir schon passiert: mitten in Kairo dreht sich ein alter Mann um, als er mich mit meiner Begleitung deutsch sprechen hört, ein Funkeln der Begeisterung sprang in seine Augen, er grinste breit mit seinem zahnlosen Mund, rief fröhlich: "Bismarck! Bismarck!" – und sprang mir auf den Arm.

In Deutschland wird die unter intellektuell üblicherweise stark Eingeschränkten auf Basis und Boden unserer "abendländischen Kultur" eher heimtückisch, verlogen und verschlagen eingefärbt. Sie ist durch und durch feige und kann sich nie einzeln, sondern immer nur in Rotten und Meuten äußern. Der fremdenfeindliche Deutsch ist allgemein extrem feige.
Entweder zerstört er Moscheen in schwarzer Nacht und versucht unerkannt fortzuhuschen, oder er versammelt sich in Meuten und pöbelt und prügelt sich dann durch kleinere Ansammlungen Fremder. Oder solcher, die er nur dafür hält.

Da pirschte also unlängst ein solcher Deutscher ins beschauliche Milbertshofen bei München an eine Kirche, zückt seinen Fotoapparat und beginnt eine verlogene Dreckwerferei, die ihresgleichen in den Diszplinen Verlogenheit, Dummheit und Fremdenfeindlichkeit vergeblich suchen müsste.
Er fotografiert einige Männer, die wie üblich an der Außenmauer der Kirche St. Gertrud tief ins Gebet versunken sind, da die Kirche selbst übervoll und kein Platz mehr für sie frei war. Für Deutsche ist dieser Anblick tatsächlich ungewohnt; der Deutsche sucht sich entweder eine Bank, nimmt auf dem Rasen Platz oder geht in solchen Fällen entweder in eine andere Kirche – oder nach Hause.

Sechs Flüchtlinge aus Eritrea stehen mit gesenktem Haupt an der Außenwand.
Es klickt. Das Foto ist gemacht.

Nur Idioten kämen auf die Idee, dass diese Männer pinkeln … drei Klicks auf den Vergrößerungsbutton reichen völlig aus um zu erkennen, dass es sich hier um Meditation, keineswegs aber um eine Blasenentleerung dreht.

In bösartiger Manier findet es seinen Weg auf Facebook und eine interessierte Gemeinde von unappetitlichen Rechtsradikalen, die sich in ihren "Kommentaren" nur so überschlagen. Keiner von ihnen kommt auf die Idee, das Foto kritisch zu betrachten und auch die nicht, die als vorgebliche Politiker dazu aufgerufen wären. Udo Voigt von der NPD hat aus dem Wahnsinn Methode gemacht und den Verdacht, der bei geringster Prüfung gar nicht erst hätte aufkommen können, zur Gewissheit und zum Gegenstand einer üblen Dreckwerferei gemacht.

Den ganzen Vorfall findet man hier:
https://www.facebook.com/BR24/

(Beitrag gestern, 06:44)

Meines Erachtens spricht für eine sehr weit fortgeschrittene Verkommen- und grassierende Blödheit eines ganzen Landes, wenn sich ein solches Phänomen ungestoppt über einen ganzen Tag durch die Köpfe fressen kann.
Ich wiederhole mich: es kostet jeden Betrachter nur Sekunden (!), um die Unterstellung zu dem Foto ins Lügenreich zu verbannen.

Wie BR24 noch notiert, sah Udo Voigt, auf seine Weiterverteilung dieser besonders üblen Lüge angesprochen, überhaupt keine Verantwortung bei sich selbst. Seine Polemik, die er als Begleitmusik zum Aufhetzen vom Stapel ließ, schiebt er anderen ins Konto.
Das ist so natürlich nur für die Öffentlichkeit ausgedrückt; in seinem Kopfinneren spielt sich etwas ganz anderes ab. Hätte Voigt aufrichtig und ehrlich die Frage beantwortet, weshalb er solch leicht erkennbaren Unsinn mit noch weitaus stärker entlarvendem Müll von eigener Seite belädt, würde sich das so anhören (müssen):

"Niemand konnte damit rechnen, dass das Foto von der Ursache her geprüft würde. Die Rechtsradikalen, die ich vertrete, sind durch die Bank so wie ich selbst ja auch viel zu dämlich dafür. Es passte einfach nur viel zu gut in den kleinbürgerlichen Rassismus in meinem Kopf, wie hätte ich da widerstehen können?"

Die deutsche Fremdenfeindlichkeit hat sich in den letzten Jahren nicht gesteigert – sie hat nur ein kleines Bisschen ihrer Feigheit verloren. Sie spielte sich im Alltag vor Jahren nur ein wenig heimlicher ab: da wartete ein Busfahrer etwa (von mir beobachtet) geduldig, bis ein rennender Farbiger die offenstehende Tür beinahe zu fassen gekriegt hätte. Beinahe. Der Fahrer schloss die Tür und fuhr los. Ich werde hier kaum extra erwähnen müssen, dass ICH den armen Teufel an sein Ziel gebracht hatte.

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Über echsenwut

Ein Islamkonvertit; Ehemann, Familienvater, arbeitet im Marketing, unsterblich verliebt in Ägypten. Die Eule, mit deren Bild er gern kokettiert, steht für den Buchstaben "M" in den altägyptischen Hieroglyphen - und damit für das Initial seines Vornamens. Überaus leidenschaftlich in allem, was er tut; immer viel zu laut, zu präsent, engagiert. Man sagt: intelligent. Ich auch. :-)
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