USA & in eigener Sache – das mit den Juden.

Meine Frau hatte mich dankenswerterweise rechtzeitig vorbereitet. Sie verlinkte über Facebook ein Video, dass eine Journalistin wegen ihrer Interviews in Charlottesville für ihren Sender HBO online frei zur Verfügung gestellt hatte.Es nur "erschreckend" zu nennen, klänge viel zu harmlos. "Alarmierend", "Widerwärtig" und "unerträglich" würden im Verbund besser passen.

Ich bin wirklich froh, Muslim zu sein.
Denn als solcher gelingt mir das Zuschauen, ohne tatsächlich Gewaltphantasien zu entwickeln, ohne mir nicht nur auszumalen, wie man solchen Rechtsradikalen ein für alle Mal den Mund schließt – sondern dies vermutlich sogar konkret zu planen.
Ich bin da ganz ehrlich.
Ausschließlich nur mein Glaube hält mich davon ab.

Für mich verhält sich dies, als würde mir beim Gang zum Abfalleimer ein unappetitlicher, womöglich sogar stinkender und klebriger Rest von Irgendwas auf den Boden kleckern. Ich würde mich SOFORT hinknien und den Dreck …. beseitigen. Jeder Moment, den er auf dem Boden unnötig kleben würde, wäre mir persönlich peinlich
All diese "Herrenmenschen" aus Charlottesville SIND solcher Dreck; widerlich, ekelerregend, stinkend. Man müsste ihn, so würde mir mein Gefühl sagen, entfernen, beseitigen, wegmachen.
Dieser menschliche Dreck in Charlottesville klebt nicht nur und ist widerwärtig. Weil seine gegrölten Parolen schwerpunktmäßig die Juden wie im Mittelalter für alles schuldig hält, was auch nur falsch läuft, stinkt dieser Dreck auch noch dazu.
Da kniet so ein Dreck und hält sich jammernd den Kopf. Als er gefragt wird, wer ihn angegriffen habe, stößt er hervor: a commie jew, ein kommunistischer Jude also. Für andere besteht der Stadtrat von Charlottesville nur aus Juden und sie selbst, diese "Übermenschen", teilen alle "Untermenschen" immer unter Juden ein. Sie kennen "commie jews", das sind kommunistische Juden, "gay jews", schwule Juden und sonstige, frei nach Fantasie. Es gibt für sie ganz bestimmt auch "muslim jews", muslimische Juden also.
Die Bilder, die HBO einsammelte, zeigen Aufnahmen, wie man sie im Deutschland der dreißiger Jahre hätte machen können – noch nicht einmal auf die Fackeln hat dieser Abschaum verzichtet.

Da saß ich also … ratlos …. nachdem ich das Video gesehen hatte.
Und ich wusste, dass unser jüdischer Flüchtling Derek es noch NICHT kannte.

Wie geht man mit dieser Situation um?
Da sitzt ein lustiger, bäriger Geselle in meiner Küche, den wir alle unheimlich gern haben … und er ist Jude und hat seine ganze Familie mitten im Hexenkessel zurückgelassen.
Meine Güte! Er selbst macht bei uns die gröbsten Scherze mit seiner Religion!
Da steht er und blickt künstlich, insgeheim feixend, "betreten" drein. Man hat ihm eben gesagt, dass Biomüll in die Tonne mit dem grünen Knopf gehört und nicht in die mit dem blauen. Er schaut also "niedergeschlagen" auf den Boden und flüstert leise: ihr seid jetzt sauer auf mich, weil ich Jude bin, stimmts?
Alles grölt und gackert.
Meine Frau sieht, dass er ein anderes Shampoo benutzt hatte, was ihm unsere große Tochter eigens besorgt hatte. Das Haar sieht ein bisschen struppig aus. Sie bemängelt das Shampoo und er flüstert: das Shampoo ist schon okay, es funktioniert nicht wegen meinem jüdischen Haar.

Der Gedanke, dass all das plötzlich kein Witz mehr ist, dass es mehr als ausreichend Subjekte gibt, die darüber nicht lachen würden sondern diese Scherze ernstnähmen, ist für mich absolut unerträglich.
Wir haben ihm die Sorge, die Not, das miese Gefühl, die Angst verpassen und ihm das Video zur Kenntnis geben müssen. Ein scheußlicher Moment.
Wie fühlt man sich, wenn man sehenden Auges wegen der unerträglich werdenden Umstände sein Heimatland verlässt, aufgrund seiner Herkunft gehasst wird, all seine Lieben zurücklässt – um dann zu erfahren, das alles "daheim" nur noch schlimmer geworden ist?

Meinem ersten Reflex, ihm das Video lieber nicht zu zeigen, hatte meine Frau zu recht sofort und energisch widersprochen. Er erhielt den Link.
Ich nehme an, er wird den Film in der Zwischenzeit auch gesehen haben – das werde ich wohl heut abend an seinem Gesicht ablesen können.
Vielleicht wird er mir unter Tränen sagen, dass er sofort nach Hause müsse. Vielleicht wird er anders reagieren, ich weiß es nicht.

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In eigener Sache – „Haus am See“ von Peter Fox

Das Lied hat mich damals sofort verzaubert, als es neu herausgekommen war und überall gedudelt wurde. Ich hörte es im Auto, zuhause, unterwegs und lauschte dem Text.

Es ist jetzt vielleicht zwei Wochen her, als sich alle unsere Kinder samt ihren Partnern bzw. Partnerinnen bei uns zuhause versammelten … eher ungeplant, es lag keine besondere Einladung vor. Für zwei Tage verwandelte sich unser Haus in eine improvisierte Massenunterkunft und bei insgesamt zehn Personen, die sich zeitweise durch vorbeikommende Freunde und Bekannte zahlenmäßig noch verbreiterten, gestaltete sich die Einnahme gemeinsamer Mahlzeiten etwas schwierig.
Es war eine fröhliche Bande; sie lärmte, lachte, feierte, machte Ausflüge und bezog uns beiden „Alten“ permanent mit ein. Mal nahm sie meine Frau mit zum Shopping, mal fuhr ich mit den Jungs weg, mal wurden Gesellschaftsspiele gemacht und immer wieder fanden sich hier und da kleinere und größere Grüppchen zu vertieften Gesprächen.

Am Abend ging ich aus der Küche, unserem zentralen Versammlungsplatz, durch den Wintergarten und setzte mich auf meinen Stuhl im Garten, um eine Zigarette zu rauchen. Die Abendsonne schien, in der Nachbarschaft erstarben die letzten Geräusche und ich lächelte still in mich hinein:

Peter Fox – Du kannst neidisch werden.

Ich habe all das, was Du besingst.
Ich habe die tollste Frau der Welt, ihre ganze Liebe, ihr Herz, ich habe vier wundervolle Kinder, die allesamt und ausnahmslos zu graden, zuverlässigen und festen Menschen geworden sind und die ihrerseits alle Partner haben, die ich persönlich sehr mag. Die Frauen unserer Jungs sind stark, sehen alle toll aus, sind selbstbewusst und stehen mit beiden Beinen fest im Leben. Sie haben alle ihr eigenes Ding, ihren Weg und stehen zu uns; der Freund unserer Tochter ist ein Bär von Kerl, überaus freundlich und humorvoll. Er zieht regelmäßig mit unseren Jungs los und feiert.
Für alle acht stehen die Zeichen der Zukunft gut; sie alle haben nicht nur Arbeitsplätze bzw. ihr Studium, sondern machen auch Karriere. Sie haben realistische Pläne und Vorstellungen.

Ich bin ein glücklicher Mann.
Ich habe alles erreicht, was ein Mann nur erreichen kann.

Den Schnaps, Peter, den Du ebenfalls besingst, den darfst Du behalten und alleine saufen. Ich brauche ihn nicht – weil ich alles andere habe, was in Deinem Text vorkommt. Nur die Orangenblütenblätter auf dem Weg zu meinem Haus, das, nebenbei bemerkt, leider auch nicht an einem See steht, die müsste ich kaufen und streuen.

Beruflich bin ich in die letzte Kurve eingelaufen. Keine ganze handvoll Jahre mehr trennen mich von meiner Rente. Also kann ich langsam damit beginnen, mich in meinem Leben umzuschauen und mich langsam auf meine unproduktive Phase vorbereiten, die ich in Ruhe und Frieden zu verbringen gedenke. Nein, ich werde keine Abenteuer suchen. Mein Leben war voll genug davon. Ich habe einige extreme Situationen erlebt und bin einige Male nur um Haaresbreite dem Tod entkommen. Mir waren haufenweise Stunden vergönnt, in denen ich mir beim besten Willen nicht mehr vorstellen konnte, wie sie noch glücklicher, noch schöner, noch vollendeter hätten sein können.
Allah hat mich unvorstellbar großzügig beschenkt; ich komme mir oft vor wie ein harmloser Zeitgenosse, der nichtsahnend eine Straße hinunterläuft und ganz plötzlich von irgendjemandem bejubelt und mit großen Haufen Gold beschenkt wird.
„Ich?“ habe ich mich schon manchmal gefragt, „Ich soll DAS alles haben dürfen? Ich? Wirklich?“

So eine Frau wie die, die ich habe, wird nur einmal im Jahrhundert geboren. Zu unserem beiderseitigen Amüsement hatte ich ihr vor Jahren schon erzählt, wie ich in unseren ersten Jahren empfunden hatte: oft platzte mir beinah die Brust vor Stolz, wenn ich mit ihr zusammen spazierenging oder Einladungen gefolgt war. Oft reizte es mich ungeheuer, zu anderen Männern zu laufen, auf sie zu zeigen und zu sagen: „Sehen Sie? Das ist MEINE!“
Sie war und ist bis heute immer eine Tigerin; stark, selbstbewusst, in sich gefestigt, entscheidungsfreudig. Es kam vor, dass mich Männer darauf angesprochen hatten, wie zum Donnerwetter ich an DIESE Frau kommen konnte.

Sie ist ein Geschenk. Ebenso wie unsere Kinder, unser Haus, mein fester Arbeitsplatz, eine rundheraus gesicherte und gar nicht mal allzu kleine Existenz, deren auch wirtschaftliche Basis dem Durchschnitt enthoben ist.

Wie könnte ich da beständigen Dank an Allah vergessen, der mir all das geschenkt hat und keine andere Gegenleistung von mir erwartet als an Ihn zu glauben, Seiner ständig eingedenk zu sein und nach Seinem Gebot zu leben?

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Israel & Deutschland – Selbsternannte Henker im Dienst der Sache

Elor Azaria heißt der israelische Soldat, der im Vollbesitz aller geistigen Kräfte, unaufgeregt, ohne jede Bedrohungssituation, völlig gelassen und entschieden einem Verletzten, der wehrlos am Boden lag, eine Kugel in den Kopf jagte. Ob der 19-jährige Soldat, dessen Bild einen unerwachsenen Jungen zeigt, dem jede Uniform viel zu groß erscheint, sich groß Gedanken über sein Opfer gemacht hat, ist nicht bekannt. Alle seine seltsamen, bizarren und grotesken Ausflüchte, die seinen Mord zu einer „Notwehr“ kaschieren sollten, wurden vom Militärgericht Israels als völlig unglaubwürdig, konstruiert und geradezu erlogen vom Tisch gewischt. Von dem Verletzten ging keinerlei Bedrohung aus.
Der Junge Elor, dem seine Mutter ein Pausenbrot für die Schule und kein Militär eine Gewehr in die Hand drücken sollte, war insgesamt von der Situation vollkommen überfordert. Auf das Übelste von seiner Führung und seiner Regierung bis hin zum Missbrauch indoktriniert, glaubte er an die Überlegenheit seiner Rasse, an dessen Bevorrechtigung und an einen geradezu heiligen Befehl, jemanden zu töten, der irgendwie anders war als er.
Sei Opfer war (auch VOR seinem Schuss in den Kopf) regelrecht gesichts- und geschichtslos. Wertlos. Anders. Böse. Von Haus aus.
Immerhin hatte seine Justizministerin viele Monate zuvor noch gesagt, dass all diese Männer „Schlangen“ seien, die zu vernichten wären – und man solle deren Mütter gleich mit beseitigen, auf dass sie niemals mehr „Schlangen“ zur Welt bringen könnten.
Der Junge Elor, der von seinen Eltern zur Konditionierung, zum Missbrauch, zur Indoktrination ganz bewusst und gewollt in die Armee geschickt wurde, statt angesichts seines mangelhaften Entwicklungsstands weiter eine Schulbank zu drücken, gehörte nun zu einer bösartigen Männergesellschaft. Die das Foto des entsetzlicherweise völlig entblößten Körpers einer erschossenen Palästinenserin mit übelsten, rassistischen Widerwärtigkeiten „kommentierten“, so wie sie unter Nazis gegen Juden sehr üblich waren.

Ach …. die Nazis.
Wo wir gerade dabei sind.
Und um die intellektuelle Überlegenheit, die wir fühlen, anzusägen, wird da die Schilderung eines Monsters notwendig, das die Deutschen aus ihrem eigenen Schoß geboren hatten:

Willi Herold.

Der Beginn seiner Geschichte hätte eine amüsante Story abgeben können, weil sie anfangs daher kam wie die Anekdote vom „Hauptmann von Köpenick“, der eigentlich Friedrich Wilhelm Voigt hieß und Schuhmacher war. Sein Geltungsdrang ließ ihn die Uniform eines Hauptmanns kaufen, anlegen und als Hochstapler das Kommando in Köpenick übernehmen.
Willi Herold dagegen, 1925 geboren und als Soldat im Zweiten Weltkrieg Teilnehmer schwerer und traumatisierender Schlachten gewesen, stieß auf seinem einsamen Marsch der Verwirrung, weil er seine Einheit verloren hatte, auf eine Kiste mit einer Hauptmannsuniform.
In Windeseile hatte er sie angelegt, war weitermarschiert und sammelt unterwegs ein paar ähnlich ihm versprengte Soldaten ein, die sofort an seinen Rang glauben und ihn als Befehlshabenden akzeptieren.
Mit nun insgesamt dreißig Soldaten im Schlepptau marschiert Herold, auch nur ein 19-Jähriger, in das Gefangenenlager Aschendorfermoor in Norddeutschland ein – und übernimmt dort recht schnell das Kommando.

Ob es irgendeine psychische, pschologische Verbindung zwischen dem israelischen Henker Elor Azaria und dem deutschen Massenmörder Willi Herold gibt, kann ich nicht sagen: beide liefern Fotos, die das Gesicht eines unreifen Jungens wiedergeben, der plötzlich und völlig unerwartet eine ungeheuerliche Brutalität und Grausamkeit zeigt.

Willi Herold wütet in dem Gefangenenlager Aschendorfermoor wie ein Verrückter. Er lässt insgesamt 172 Gefangene auf bestialische Weise umbringen und gab als Hauptmannhochstapler persönlich nicht nur die Befehle dazu, sondern beteiligte sich auch selbst daran.
Was Willi Herold tat, ist beinahe unbeschreiblich.
Ich zitiere aus „DIE ZEIT“:

„Die Geschichte von Willi Herold ist die Geschichte eines Sadisten, der die Chance nutzt, seinen Blutdurst zu stillen.“

Wie man Menschen dort hin bekommt, zu gewissenlosen Mördern zu werden, hat Israel zusammen mit der furchtbaren Geschichte seiner Gründer auf seiner Flucht mitgenommen … und die Chance, mit diesem Schrecken in der eigenen Erinnerung eine bessere, würdigere Zukunft aufzubauen, vertan. Und schlimmer noch: wie die USA auch, die sich nach der Kapitulation Deutschlands in der Person furchtbarer Nazis die deutsche (Kriegs-) Wissenschaft auszubeuten, bediente sich auch Israel exakt der Manipulations- und Foltermittel, die es bei seinen Folterern und Mördern erlernt hatte.
Israel machte aus dem Jungen Elor einen zu verurteilenden Täter, einen Mörder, einen Rassisten mit dem wahrlich niedrigsten Wert, den Allah einem (Mit-) Menschen verlieh.

Willi Herold starb dankenswerterweise durch das Fallbeil, zu dem ihm die siegreichen Alliierten verurteilt hatten. Elor Azaria verbüßt, wenn überhaupt, nur eine 18-monatige Gefängnisstrafe. Es ist jedoch davon auszugehen, dass er die nicht nur nicht vollständig absitzen, sondern auch durch freundlichste Zuwendungen seiner Mitgefangenen und Wärter überaus amüsant, bequem und angenehm verbringen wird. Denn er gilt aufgrund seines feigen Mordes in Israel als „Held“ – so wie natürlich auch Willi Herold heute in einem Deutschland als „Held“ gefeiert worden wäre, wenn nicht Millionen von Soldaten die Welt von der Bestie des damaligen Deutschlands befreit hätten.
Regierung und dadurch auch das Land Israel sind leider nie bezwungen, sondern für ihre Verbrechen immer nur gefüttert, bewaffnet, bezahlt und gelobt worden. Deshalb ist der kleine Junge, dem seine Uniform viel zu groß ist, heute in Israel auch noch immer ein „Held“.

Natürlich wird ihm die Geschichte sehr bald sein wahres Gesicht in seine Bücher zeichnen und selbstverständlich wird er in nicht allzu ferner Zukunft auch in Israel selbst ein „feiger Mörder“ genannt und jede materielle und immaterielle Bronzestatue, die ihm errichtet wird, niedergerissen und bespuckt werden.
Wie es sich gehört.

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Israel – Endzeitstimmung

Das ganze Ausmaß der Verkommenheit, des Zerfalls, des Verfalls und des moralischen Niederganges Israels wird jetzt erst nach und nach deutlich.Es ist ja nun keineswegs so, dass die einzelnen Vorwürfe, die der Regierung in Person ihres Ministerpräsidenten zu machen sind, allesamt völlig neu wären. Im Gegenteil ist seit nunmehr Jahren ein ungeheures Potenzial an niedrigsten Instinkten bemerkbar, mit denen die Regierung insgesamt programmatisch agiert.

Rassistischer und faschistischer Hass ist die heiße Nähnadel, mit der die Regierung die Bevölkerung in Atem hält. Nur bleibt diese Politik keinesfalls ohne Folgen, die sich im Innenverhältnis auftun. Etliche Mitglieder der Netanyahu-Regierung sind Vorwürfen der Korruption, sexueller Belästigung, Vergewaltigung und anderer Formen offenen Rechtsbruchs ausgesetzt. Sie reden, handeln und schreiben, als gäbe es kein Morgen. Als wüssten sie, dass es in näherer Zukunft zuende geht. Dass es einen „Staat Israel“ nach heutigem Zuschnitt nicht mehr geben wird – ob er nun durch Kriege eingeäschert oder auf dem Verhandlungswege nachhaltig umgebaut wird.
Endzeitstimmung.
Im Führerbunker scheinen sich kurz vor dem endgültigen Ende ähnliche Szenen abgespielt zu haben. Eva Braun ertrank beinah in Strömen von Alkohol, zahllose, standrechtliche Erschießungen fanden statt, vollkommen kranke Durchhalteparolen wurden emittiert und eine grandiose Partystimmung machte sich unter denen breit, die wussten, dass sie sehr bald tot sein würden.

Netanyahu sitzt nicht in einem Bunker.
Was er aber tut, getan hat und heute nur deshalb peinlich findet, weil die Fakten ihren Weg in die Öffentlichkeit gefunden haben, ist schon recht heftig.

(Quelle: Süddeutsche Zeitung)

Der erste Halbsatz kann ja noch belustigen … meine Güte … das ist schon vielen passiert:

„Ende Juli löste Sohn Yair einen kleinen Skandal aus, als er sich weigerte, das Häufchen des Familienhundes Kaiya einzusammeln, … „

Der zweite Teil des gleichen Satzes ist schon nicht mehr so lustig:

“ … am Mittwoch verhörte die Polizei Netanjahus Frau Sara wegen Missbrauchs öffentlicher Gelder.“

… und der übernächste Satz beschreibt den aktuellen, von allen „Freunden“ Israels eiskalt totgeschwiegenen Skandal:

In der Nacht zum Freitag wurde ein Dokument öffentlich, laut dem die Polizei ein Gericht darüber informierte, dass sie Netanjahu in zwei Korruptionsfällen nun als Verdächtigen führt.

Es ist beinahe lustig: Damit es die Strafverfolgung in Israel einfacher hat, wurden die einzelnen Fälle, die gegen Netanyahu zur Anklage führen, in eine tabellentaugliche Benennung eingebracht: man spricht von „Fall 1000“, „Fall 2000“ und „Fall 3000“.
Na. Wenigstens der administrative Ordnungssinn in Israel funktioniert noch – auch eine Erbschaft von den Nazis. Die hatten zur administrativ effizienten Vernichtung von Juden eigens Lochkarten und automatische Datenverarbeitung eingeführt.

Obschon selbstverständlich alle Lebensaspekte der Staatsoberhäupter, die augenblicklich diskreditiert werden, gezielt in aller Öffentlichkeit angespitzt diskutiert werden, bleibt dies im Falle Netanyahu natürlich vollkommen aus.
Das funktioniert seit vielen Jahren. Die Korruptionsvorwürfe sind ja nicht neu. Es sind ja auch überzeugende Beweise für die Annahme aufgetaucht, dass Netanyahu gezielt den Service als Gegenleistung für seine Wünsche angeboten hat, für bestimmte Projekte und Vorhaben ganz gezielt und ganz nach Wunsch die maßgebliche Presse Israels und außerhalb zu beeinflussen. Presse ist für Netanyahu ein käuflicher und programmierbarer Service.
Seit langer Zeit existieren massive Indizien dafür, dass auch der U-Boot-Deal mit Deutschland reichlich Geld in seine privaten Taschen spülte.

Natürlich ist folgender Gedanke nicht nur statthaft, sondern zwingend vorgegeben:
Ist es möglich, dass Netanyahu auf breiter Front an den Auseinandersetzungen mit Palästina und der arabischen Welt persönlich verdient – und aus persönlichem Gewinnstreben gezielt Hass, Zerstörung, Kriege und Schießereien lanciert?
Auf jeden Fall, weil ganz trivial in Sekundenschnelle bewiesen und erkannt, folgt Netanyahu schon lange keinen eigenen Ideen mehr; die extrem rechtslastige und seitens der Mehrheitsverhältnisse in der Knesset höchst wackelige Regierungsmehrheit verträgt keine liberalen, friedlichen, demokratischen und rechtsstaatlichen Erschütterungen. Seine Koalition verlangt öffentliche wie offene, aus rassistischen Gründen heraus erfolgende Tötungen und Zerstörungen. All die tödlichen Übergriffe reichen seiner Koaltion lange nicht weit genug; wenn etwa zwei Palästinenser erschossen worden sind, hätten es nach dem Willen seiner Koalitionäre wesentlich mehr sein müssen. Im Grunde muss man sagen, dass Netanyahu mit dem Hass, den er auf die Straße bringt, die Abwicklung noch viel größerer, effizienterer und brutalere Vernichtungsaktionen verhindert.

Ich weiß nicht, ob wir über ein „Trump-Phänomen“ reden müssen, das Netanyahu für sich umsetzt oder ob der US-Spinner doch nur die wesentlich ältere „Netanyahu-Agenda“ für sich umgemünzt hat – richtig jedenfalls ist eines: keiner von beiden muss Angst haben.
Trump wird von ebenso willfährigen wie demokratisch nutzlosen und humanistisch minderwertiger Politikern gestützt, gegen jeden Verstand geschützt wie Netanyahu auch. Letzterer kann für sich sogar in Anspruch nehmen, dass sein Kerbholz auch von seinen „Freunden“ weltweit unter dem Mantel des eisigen Totschweigens versteckt wird.

„Bereits im Frühjahr hatte ein Vertrauter Netanjahus angekündigt, dass dieser sich von möglichen Prozessen nicht beeindrucken lassen werde. Der Premier habe „keine Absicht zurückzutreten, selbst wenn er angeklagt wird“, sagte im März David Bitan, Abgeordneter der Likud-Partei.

Niemand wird Netanyahus Vergehen und Verbrechen je öffentlich kritisieren oder disktutieren. Es findet hier auch tagesaktuell NIRGENDWO (!) seitens der Politik kritische Erwähnung, dass er ungeliebte Pressebüros wie Al-Jazeera einfach schließt, um sein Wahrheitsmonopol weiter auszubauen. Berichterstattung aus Israel ist ganz generell ein Problem, kritische Berichterstattung ist in Israel grundsätzlich immer sehr gefährlich. Deshalb kann Netanyahu auch diese Welle von Vorwürfen und Anklagen schadlos überstehen, auch wenn es sehr zynisch wirkt, wenn er dies in der Form öffentlich erklärt. Er kann sogar in aller Öffentlichkeit Mörder zu ihrer Tat beglückwünschen.

Während Premier Erdogan es breit und global diskutiert findet, ob er nun fünf oder doch sechs Minuten auf Toilette war, dürfte Netanyahu wohl straflos und unter lautem Beifall auf offener und belebter Straße zur besten Geschäftszeit eigenhändig palästinensische Babies erwürgen, während er rassistische Kommentare brüllt wie „Vergast alle Araber!“ – und doch würden seine „Freunde“ immer nur sofort behaupten, dass das Baby ein Terrorist war und Netanyahus Rufe nur ein Irrtum. Die Bilder davon wären im Handumdrehen umgemünzt und trügen als Unterschrift: „Benjamin Netanyahu beschützt den Frieden in der Region eigenhändig!“ oder „Benjamin Netanyahu bei der Abwehr eines Terroranschlags!“

Im Namen des deutschen Volkes wird seitens Berlin eine schützende Hand über dieses Israel gehalten und im gleichen Namen wird es aufmerksam mit Waffen und Geld bedient – ganz egal, was Benjamin Netanyahu auch immer tut.

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Jemen – Friedhof im Schatten

Seit etwa fünf Jahren rast der Krieg durch den Jemen.Bisher haben alle europäischen Länder gut bis sehr gut daran verdient und nur, wenn die Hintergründe des Profites öffentlich allzu peinlich wurden, zog man sich wieder um Fingerbreite zurück.
Beispiel England: Dort produziert man eine hoch effektive Waffe, die im militärischen Jargon auch "kleine Atomwaffe" genannt wird. Es handelt sich um eine "Cluster-Bombe", die als Granate in einiger Höhe explodiert und viele sogenannte "Bomblets" auswirft. Diese Mini-Bomben detonieren ihrerseits knapp über Bodenhöhe und strahlen hunderte von Schrapnells in die Runde. Die Wucht dieser kleinen Metallstücke zerreißt und zerschlägt im Wirkungsbereich unterschiedslos alles.

Wikipedia:

"Nach dem Vorbild der Kampagne gegen Landminen, die 1997 mit dem Friedensnobelpreisausgezeichnet wurde und ein völkerrechtliches Verbot von Landminen erreichte, wurde 2003 eine internationale Koalition, die Cluster Munition Coalition (CMC), von zivilgesellschaftlichen Gruppen ins Leben gerufen, um die Regierungen der Welt zu einem Verbot zu bewegen. Die Kampagne stellte insbesondere die zivilen Opfer und die über den Konflikt hinaus von Streumunition ausgehende Gefahr in den Mittelpunkt."

Beinahe alle NATO- und viele europäische Staaten haben sich zu einem Verzicht und Verbot dieser Munition bekannt. Selbst Deutschland, für seine Ingenieurskunst in Waffendingen und Verliebtheit in Waffengeschäfte global bestens bekannt, stellte Herstellung und Lagerung dieser Munition im Jahr 2008 endgültig ein.
England nicht. Es produzierte und lieferte diese Bomben weiter – und zwar an Saudi-Arabien. Die wiederum setzten diese Waffe im Jemen großzügig ein und zerstörte damit ein Dorf nach dem anderen.

Deutschland hat in Bezug auf Jemen das deutlich kleinere Tortenstück vom Waffengeschäft für sich retten können, nachdem bekannter- wie peinlicherweise ein sehr üppiger Leopard-Panzerdeal mit Saudi-Arabien platzte. Was hat unsere Bundeskanzlerin damals über die "geleakten" Informationen geschimpft! Dabei wäre es so schön gewesen! Es drehte sich ja nicht nur über eine "Grundausstattung" der Panzer, es wäre direkt eine Zusatzausrüstung mitgeliefert worden, die an die Front der Leoparden montiert worden wäre: sie sieht aus wie ein riesiger Schneeschieber. Eigens dafür gebaut, Menschenansammlungen auseinanderzuschieben. Zusätzlich gehört ein auf dem Turm zu montierendes Maschinengewehr zum Ausstattungspaket dazu. Aber daraus wurde ja nichts – da die Bevölkerung ärgerlicherweise informiert worden war, klappte es nicht mit der schönen Heimlichkeit.

Die Bundesregierung ist ja kraft Amt sowieso nicht nur automatisch und grundsätzlich unverdächtig, sondern gehört nach eigener Aussage zu den "Lieben" – und nicht zu den "Bösen". Liebe Leute können gar nicht lügen. So muss man der Regierung auch notwendigerweise alle Ausflüchte in Bezug auf das Waffenlizenz-Geschäft um das berühmte "G3"-Gewehr abkaufen. Üblicherweise werden solche Lizenzen mit der Auflage vergeben, dass die damit hergestellten Waffen keineswegs zu Menschenrechtsbrüchen oder auf einem anderen Territorium als dem des Lizenznehmers zum Einsatz kommen dürfen. Aber "rein zufällig" natürlich hatte man genau diese (!) Bestimmung bei der Lizenzvergabe an Saudi-Arabien "vergessen". Tja, Sorry, aber wir können doch jetzt gar nichts dafür, wenn mit unseren Waffen völker- und menschenrechtswidrig ganze Völker ausradiert werden?!

Das Muster "Wir wissen von nix und sind an nix schuld!" hat sich ja bereits in Ägypten bewehrt. Dorthin lieferte man in den Zeiten der größten Unruhen Kleinwaffen nebst Munition, denn man stirbt bekanntermaßen durch nichts angemessener als durch deutsche Waffen. Die sind auch welche, wenn sie keine sind: der ägyptische Lizenzbau eines deutschen Schützenpanzers diente zum Zerquentschen von Demonstranten.

Zurück zum Jemen: wir haben keine Lust auf dieses Land.
Es ist für uns bloß Entsorgungszentrum für die Waffenindustrie; was dort gegen die Zivilbevölkerung verbraucht wird, liefern wir zackig an Saudi-Arabien nach.
Aber da geht natürlich mehr. Im Moment beziffert sich die Zahl der Choleraerkrankten nur auf etwa 200.000, weil jede Infrastruktur und Nahrungsmittelversorgung komplett durch unsere europäischen Waffen zerschlagen ist. Es warten weitere 750.000 auf ihre Ansteckung … und Medikamente gegen Cholera sind nicht ganz billig.
Was dabei stört, sind die hässlichen Bilder verhungernder und toter Babies – denn das sind keine Kunden. Die sind häufig gestorben, ohne dass einer unserer Verkaufsartikel sie getötet hätte und somit unterbleibt der Nachkauf von Munition für diese Toten.

Seien wir unserer Presse dankbar, dass sie uns allzu detaillierte und bebilderte Berichte darüber erspart, wie die saudischen Einsatzkräfte ganze Landschaften mit unseren Waffen total zerstören und gezielt wie absichtsvoll jede Infrastruktur vernichten. Es mag ja sein, dass man neben den angeblich angepeilten Houthi-Rebellen auch gleich alle (!) Zivilisten im Einsatzgebiet zerreisst … aber dann ist da doch wenigstens Ruhe.
Wir haben ja auch längst gar kein Problem mehr mit Trümmerlandschaften, in denen verkohlte Leichen herumliegen und die, die (noch) nicht tot sind, verzweifelt schreiend mit bloßen Händen in den rauchenden Ruinen unserer Bomben nach ihren Kindern graben. Es war Israel, welches uns seit mindestens 2009 mit zahllosen Bildern von seinen "Einsätzen" im Gaza-Streifen bedient und letztlich abhärtet. Wir kennen sie doch längst, die vielen Fotos von blutenden Fleischklumpen, die einmal Kleinkinder gewesen sind und von alten Menschen, die tonlos weinend und verzweifelt auf die Ruinen blicken, in denen sie ihre Familien vermuten. Wir vermeiden schon seit Jahren routinehaft jeden Blick in die Gesichter, die uns direkt und anklagend anschauen.
Meine Güte – und was ist das schon, der Jemen?
Verzichtbar wie Palästina! Ein unfruchtbares Stück Wüste mit ein paar verlausten Muslimen darin, die für Weihrauch an Bäumen kratzen und zwei Esel ihr eigen nennen.

Schließlich ist der Spaßfaktor an all den syrischen Opfern auch nur äußerst gering, zumal man vor Beginn der kriegsauslösenden Waffenverkäufe leider ungeschickterweise vergessen hatte, im Vorfeld (!) alle möglichen Fluchtwege für die Bevölkerung zuzunageln.
Wie dumm! Wenn man warm sanieren und unangenehme Anspruchsteller beseitigt haben will, dann zündet man das Dach eines Hauses an, nachdem (!) man die Außentüren und -Fenster alle zuverlässig zugeschraubt hat!
Und jetzt haben wir den Salat! Jetzt stehen die doch tatsächlich vor unserer eigenen Haustür und schauen uns mit großen Augen an. Wie konnte es nur soweit kommen? Warum glotzen uns die Arbeitsergebnisse unserer Produkte jetzt persönlich an? Müssen wir uns das antun? Wirklich? All diese unschönen Berichte, Tränen, Bilder … die nicht mehr nur als Randnotiz in einer Zeitung stehen, die man zerknüllen und ungelesen fortwerfen kann, sondern in Fleisch und Blut vor unserer eigenen Haustür? Und sie schauen uns an, einfach so, meist schweigend, manchmal weinend. Wir kennen all ihre Fragen, die sie uns nicht stellen, aber dennoch haben. Das muss aufhören! Kann man denn nicht in Ruhe sein Geld verdienen?

Sollen sie doch sterben – und damit uns weder Appetit noch Spaß vergehen, bitte leise und möglichst ohne Bilder. Denn unschön sind sie ja irgendwie doch, diese Bilder, die im Grunde Leistungs- und Erfolgsbeweise unserer Waffenindustrie sind. Ein wenig zu unschön, als dass wir offen stolz auf deutsche Ingenieurskunst sein könnten.

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Wir, der Westen – Unser Kapitel in den Geschichtsbüchern endet.

Die größten Hausnummern, die derzeit für Aufregung sorgen, sind auch gleich die gröbsten. Man wird sich eines Tages kopfschüttelnd die Frage stellen, weshalb sich der halbe Planet nach den gigantischen Massakern ("Erster und Zweiter Weltkrieg") vergleichsweise nur wenige Jahre später auf die gleiche Art und Weise wieder dem Hass und der Gewalt hingegeben hat.

"Der vierte Weltkrieg wird mit Keulen und Speeren geführt werden."

(Albert Einstein)

Nur mit viel Glück wird man eine Antwort finden – und vor allem: finden wollen.
Eine auf die Frage, wie das angeblich beste Gesellschaftsmodell der Zeit- und Menschheitsgeschichte, unsere Demokratie, eine Monstrosität wie einen Donald Trump zu einem "Präsidenten" machen konnte oder eine hilflose Person wie eine Angela Merkel, die tatsächlich in einem Interview belustigt von sich gegeben hatte, sie hätte (das WAR WIRKLICH so!) gar keinen Plan und würde immer nur "auf Sicht" entscheiden, immer wieder zu einer "Bundeskanzlerin" küren konnte.
Die Beobachtung, dass diese Demokratie vollkommen hilflos ist, weil sie derartige Polit-Homunkuli nicht wieder loswird, ist in diesem Zusammenhang sehr, sehr wichtig. Denn WIR selbst sind diese Homunkuli. Wir werden uns schon selbst erkennen müssen, wenn in der Zukunft daran etwas geändert werden soll.

Es wird dann aber zu spät sein.

Vor allem aber wird man resigniert zu dem Schluss kommen, dass die Auslösung des Dritten Weltkriegs, der sich an Israel entzündet haben wird, nur durch Gewinnsucht, Machtgeilheit und Habgier geschehen konnte. Selbstverständlich, wird man dann feststellen, selbstverständlich hätte man diesen winzigen Staat des Hasses niemals gewähren lassen dürfen und im Rückblick wird man sich dafür schämen, dass die "Politik" jahrzehntelang ungerührt beim Erschlagen und Verbrennen zugesehen hatte.

Im Rückblick betrachtet, wird man den Schulkindern am Lagerfeuer erklären und sie werden mit Kohle auf Scherben und Fellstücken mitkritzeln, wäre es ein Leichtes gewesen, diesen über alle Maßen zerstörerischen Blutrausch zu verhindern – ein Federstrich, ein Telefonanruf, eine Konferenz, ein Urteil nur … und nichts wäre passiert.

Es wird dann aber zu spät sein.

Vor allem, da die Region jetzt von niemandem mehr betreten werden darf, weil der Aufenthalt ohne Vollschutzanzug und enger, zeitlicher Begrenzung der Anwesenheit dort tödlich verlaufen kann. Wegen der Strahlung.
Ein paar stark zerknitterte Bilder, viele mit angebranntem Rand, werden herumgereicht und die Kinder bestaunen sie. Das wäre aber mal ein schönes Land gewesen, seufzen sie im Licht des Lagerfeuers. Die Lehrer nicken stumm. Schön, murmeln sie, schön aber grausam und voller Hass.
Die einen verstießen und vertrieben die anderen.
Die anderen schossen Raketen auf die einen.
Die einen erschlugen die anderen auf der Straße.
Die anderen erstechen Kinder der einen.
Die einen schießen auf die Kinder der anderen.

Keiner wird das verstehen. Niemand. Die Kinder werden ins Lagerfeuer starren, als läge darin die Antwort auf die Frage, warum das alles so kommen musste und die Lehrer werden mit den Achseln zucken, weil sie es auch nicht wissen.

"Warum haben sie nicht gekämpft, all diese Menschen?" wird ein kleiner Junge sagen, der mit müdem Blick seinen Lehrer ansieht.
"Weil sie nicht da waren." antwortet der Lehrer und weiß natürlich, dass der Junge diese Antwort nicht versteht.
"Wo waren sie denn alle?" fragt der Junge zurück.

Wie könnte der Junge das auch verstehen? Dass alle weg waren. Sie saßen vor dem "Tatort", sie lasen ihre "BILD", sie soffen auf Malle und sie waren "shopping".
"Shopping?" fragt der Junge, "Was war ’shopping‘?"
"Drogen." murmelt der Lehrer zurück. Drogen. Man hätte sie ihnen wegnehmen müssen.
Man hätte sie alle an den Schultern packen und schütteln müssen:
"Wach auf! Sieh hin! Sieh jetzt gefälligst hin!"
Aber man hätte in leere Augen geblickt und da, wo ein Schimmer von Seele hätte zu erkennen sein müssen, gähnte nur Leere und Schwärze und Adidas und Krombacher und Pornos und Malle würden leicht in der Tiefe der Augenhöhlen heraufgeschimmert haben.
Heute muss man dagegen anschreiben, anschreien und die schweigende Mittäterschaft aufkündigen. Für immer.

Es wird dann aber zu spät sein.

Vielleicht erinnert sich einer der Lehrer, dass die Alten Ägypter aus dem fremden Herrscher, der einst das Pharaonenreich niederwarf, in ihrem nicht enden wollenden Schrecken darüber sogar einen Dämonen für die Nachwelt gemacht hatten. Er hieß Apophis.
Und heute fliegen all die Merkels, Putins und Trumps durch unsere Länder … vielleicht wird man sie mit Ocker als böse Geister nach dem Dritten Weltkrieg auf Felsen abbilden. Und sich davor fürchten. Und vielleicht erklären die Lehrer den Kindern, dass man das, was man in uralten Zeiten "Hölle" nannte, heute "Demokratie" nennt, in der diese Dämonen hausen, wegen denen das ganze Land nun tödlich strahlt.

Die Lehrer sollten nicht verlegen an ihren Fellumhängen nesteln, wenn die Schüler über das letzte Stück Braten, das am Stock über dem Feuer hängt, zu streiten beginnen und der Satz fällt:
"Stimmen wir doch darüber ab!" und über "Mehrheiten" debattieren. Steine zum Abstimmen suchen und einen Vertreter eines "Präsidenten" wählen wollen.
Sie sollten nicht ratlos auf den Boden starren.
Sie sollten sich erschrecken.

Es wird dann aber zu spät sein.

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Deutschland – widerwärtige Fremdenfeindlichkeit

Wenn wir Deutsche nach Frankreich kommen, kann uns etwas blühen. In der Provinz ist es beileibe nicht auszuschließen, dass man als Deutscher keinen Service bekommt. Dass ein Passant, wenn er uns als Deutsche erkennt, die Nase rümpft und "Boche." flüstert. Mitunter grinst man uns auch in England offen ins Gesicht, wenn wir plötzlich rat- und hilflos sind, weil man es in bestimmten Kreisen Englands genießt, uns in dieser Rolle zu sehen.

Sogar das Gegenteil ist mir schon passiert: mitten in Kairo dreht sich ein alter Mann um, als er mich mit meiner Begleitung deutsch sprechen hört, ein Funkeln der Begeisterung sprang in seine Augen, er grinste breit mit seinem zahnlosen Mund, rief fröhlich: "Bismarck! Bismarck!" – und sprang mir auf den Arm.

In Deutschland wird die unter intellektuell üblicherweise stark Eingeschränkten auf Basis und Boden unserer "abendländischen Kultur" eher heimtückisch, verlogen und verschlagen eingefärbt. Sie ist durch und durch feige und kann sich nie einzeln, sondern immer nur in Rotten und Meuten äußern. Der fremdenfeindliche Deutsch ist allgemein extrem feige.
Entweder zerstört er Moscheen in schwarzer Nacht und versucht unerkannt fortzuhuschen, oder er versammelt sich in Meuten und pöbelt und prügelt sich dann durch kleinere Ansammlungen Fremder. Oder solcher, die er nur dafür hält.

Da pirschte also unlängst ein solcher Deutscher ins beschauliche Milbertshofen bei München an eine Kirche, zückt seinen Fotoapparat und beginnt eine verlogene Dreckwerferei, die ihresgleichen in den Diszplinen Verlogenheit, Dummheit und Fremdenfeindlichkeit vergeblich suchen müsste.
Er fotografiert einige Männer, die wie üblich an der Außenmauer der Kirche St. Gertrud tief ins Gebet versunken sind, da die Kirche selbst übervoll und kein Platz mehr für sie frei war. Für Deutsche ist dieser Anblick tatsächlich ungewohnt; der Deutsche sucht sich entweder eine Bank, nimmt auf dem Rasen Platz oder geht in solchen Fällen entweder in eine andere Kirche – oder nach Hause.

Sechs Flüchtlinge aus Eritrea stehen mit gesenktem Haupt an der Außenwand.
Es klickt. Das Foto ist gemacht.

Nur Idioten kämen auf die Idee, dass diese Männer pinkeln … drei Klicks auf den Vergrößerungsbutton reichen völlig aus um zu erkennen, dass es sich hier um Meditation, keineswegs aber um eine Blasenentleerung dreht.

In bösartiger Manier findet es seinen Weg auf Facebook und eine interessierte Gemeinde von unappetitlichen Rechtsradikalen, die sich in ihren "Kommentaren" nur so überschlagen. Keiner von ihnen kommt auf die Idee, das Foto kritisch zu betrachten und auch die nicht, die als vorgebliche Politiker dazu aufgerufen wären. Udo Voigt von der NPD hat aus dem Wahnsinn Methode gemacht und den Verdacht, der bei geringster Prüfung gar nicht erst hätte aufkommen können, zur Gewissheit und zum Gegenstand einer üblen Dreckwerferei gemacht.

Den ganzen Vorfall findet man hier:
https://www.facebook.com/BR24/

(Beitrag gestern, 06:44)

Meines Erachtens spricht für eine sehr weit fortgeschrittene Verkommen- und grassierende Blödheit eines ganzen Landes, wenn sich ein solches Phänomen ungestoppt über einen ganzen Tag durch die Köpfe fressen kann.
Ich wiederhole mich: es kostet jeden Betrachter nur Sekunden (!), um die Unterstellung zu dem Foto ins Lügenreich zu verbannen.

Wie BR24 noch notiert, sah Udo Voigt, auf seine Weiterverteilung dieser besonders üblen Lüge angesprochen, überhaupt keine Verantwortung bei sich selbst. Seine Polemik, die er als Begleitmusik zum Aufhetzen vom Stapel ließ, schiebt er anderen ins Konto.
Das ist so natürlich nur für die Öffentlichkeit ausgedrückt; in seinem Kopfinneren spielt sich etwas ganz anderes ab. Hätte Voigt aufrichtig und ehrlich die Frage beantwortet, weshalb er solch leicht erkennbaren Unsinn mit noch weitaus stärker entlarvendem Müll von eigener Seite belädt, würde sich das so anhören (müssen):

"Niemand konnte damit rechnen, dass das Foto von der Ursache her geprüft würde. Die Rechtsradikalen, die ich vertrete, sind durch die Bank so wie ich selbst ja auch viel zu dämlich dafür. Es passte einfach nur viel zu gut in den kleinbürgerlichen Rassismus in meinem Kopf, wie hätte ich da widerstehen können?"

Die deutsche Fremdenfeindlichkeit hat sich in den letzten Jahren nicht gesteigert – sie hat nur ein kleines Bisschen ihrer Feigheit verloren. Sie spielte sich im Alltag vor Jahren nur ein wenig heimlicher ab: da wartete ein Busfahrer etwa (von mir beobachtet) geduldig, bis ein rennender Farbiger die offenstehende Tür beinahe zu fassen gekriegt hätte. Beinahe. Der Fahrer schloss die Tür und fuhr los. Ich werde hier kaum extra erwähnen müssen, dass ICH den armen Teufel an sein Ziel gebracht hatte.

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